„Das sind Spreader-Hotspots“

Black Friday: Empörung nach Regel-Missachtung - Saturn-Kunde schildert alarmierendes Erlebnis - „Euer Ernst?“

  • Christina Denk
    vonChristina Denk
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Der Black Friday lockte viele Kunden vor allem in die Elektronikmärkte. Doch gerade die mussten in diesem Jahr viel Kritik einstecken. Ein Kunde zog einen beunruhigenden Vergleich bei Saturn.

  • Black Friday ist vor allem bei Schnäppchenjägern sehr beliebt.
  • Bereits Tage vor dem eigentlichen Sale hatten viele Geschäfte zahlreiche Angebote im Sortiment
  • Doch die Missachtung von Abständen in den Elektronik-Läden stieß vielen Kunden auf.

Hamburg - Black Friday: Rabatte, Angebote und Aktionen. Der perfekte Tag, um sich lang gehegte Wünsche zu erfüllen. Die ganze Woche über boten viele Geschäfte ihre Ware bereits zu reduzierten Preisen an. Besonders beliebt waren bei den Black Friday-Shoppern in den letzten Jahren dabei Elektronikprodukte. Darunter Smartphones, Fernseher, Notebooks, Kopfhörer und Smart-Home-Produkte. Kein Wunder also, dass der größte Ansturm auch in diesem Jahr auf die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt stattfand. Doch damit lösten sie einen Shitstorm nach dem anderen aus.

Saturn-Shitstorm am Black Friday - Kunde beschwert sich über „großes Kino“ und prangert Corona-Missachtung an

Bereits in den letzten Jahren gab es am Black Friday mit seinem Konsumwahn immer wieder Kritik. Umweltschützer, wie Greta Thunberg, appellierten bewusst zu konsumieren. Doch in diesem Corona-Jahr sehen die Kunden das Problem auch an anderer Stelle: Abstände. Laut einigen Kunden waren besonders die Elektronik-Läden am Black Friday völlig überfüllt. „Steigende Corona-Infektionen sind ein Ergebnis von Black Friday“, prangert ein Kunde beispielsweise auf Twitter an.

Ein anderer aus Hamburg beschwerte sich auf Facebook direkt bei Saturn: „Gastro dicht, Konzerte verboten, kleine Läden dürfen nicht mehr als zwei Leute reinlassen, Kinos geschlossen. Nur beim Saturn Deutschland in der Mönckebergstraße herrscht großes Kino. Euer Ernst? Am Black Friday war es da heute voller als ich es aus 2019 zu normalen Umständen kenne. Und ja, die Schlangenabstände sind super. Aber nicht so super, wenn der Laden so voll ist, dass sich Leute zwischen den Schlangen durchdrängeln. Das sind Spreader-Hotspots. Nicht die kleine Bar um die Ecke, wo fünf Menschen ein Bier trinken. Unglaublich.“

Saturn-Shitstorm am Black Friday - Nicht der erste Shitstorm für die Media-Saturn-Group

Es ist nicht der erste Shitstorm für die Media-Saturn Group in der Black Friday-Woche. Auch Media Markt musste vor ein paar Tagen heftige Kritik für fehlende Abstände und unverantwortliche Empfehlungen an Kunden in Corona-Zeiten einstecken. Ungünstig ist es natürlich auch, wenn gerade in Zeiten des Online-Handels der Online-Shop nicht funktioniert. Grundlose Stornierungen, fehlende Teile und Verzögerungen bei der PlayStation 5? - die Kunden sahen viele Gründe zur Reklamation. So mancher Händler täuscht die Kunden aber auch gerne einmal absichtlich mit Preisänderungen und Vergleichen.

Black Friday und Cyber Monday: Internet statt Einzelhandel in Bayern und Deutschland

Insgesamt beobachtet der Handel derzeit eine starke Abwanderung der Umsätze in Richtung Internet wegen der Corona-Pandemie und der Gegenmaßnahmen. Alleine aufgrund der neuesten Corona-Maßnahmenrunde erwartet der Handelsverband Bayern, dass sich weitere 300 Millionen Euro Umsatz aus dem Weihnachtsgeschäft ins Netz verlagern. Das bedeute eine weitere Belastung für die Händler in den Innenstädten.

Daher zieht der bayerische Handel eine zwiespältige Bilanz des Schnäppchentags Black Friday. Während Umsatz und Kundenfrequenz in den Läden um 20 bis 30 Prozent niedriger als vergangenes Jahr gelegen hätten, sei online „die Post abgegangen“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, am Freitag. Insgesamt geht er von klar steigenden Umsätzen aus und bestätigte die Prognose, dass am Black Friday und dem nach dem Wochenende folgenden sogenannten Cyber Monday zusammen rund 500 Millionen Euro Umsatz im bayerischen Einzelhandel gemacht würden. (chd)

Rubriklistenbild: © picture alliance / Monika Skolimowska/dpa

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