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Übernahme von Heizkosten: Nicht nur Grundbezieher von Hartz-IV erhalten Geld

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Von: Stella Henrich

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Die explodierenden Heizkosten fürchten schon jetzt viele Verbraucher. Besonders Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente sind in Sorge, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.

München ‒ Nicht nur Hartz-IV-Empfängern, auch Bürgern mit schmaler Rente oder geringem Einkommen stehen finanzielle staatliche Hilfen zu, wenn sie ihre Rechnungen für explodierende Energiekosten nicht mehr bezahlen können.

So gäbe es derzeit einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung aus der Übergangsregelung zum Bürgergeld, die noch bis Ende des Jahres gelte (31.12.2022), schreibt der Westen.de. Demnach würden bei Hartz-IV in den ersten sechs Monaten ab Antragstellung die Kosten für Unterkunft und Heizung nicht überprüft. Auch auf eine sonst übliche Vermögensprüfung durch das Jobcenter bei Antragstellung werde verzichtet. 60.000 Euro Vermögen gelten für den Antragsteller sowie für jedes weitere Haushaltsmitglied 30.000 Euro. Liegt das Vermögen über der Grenze, besteht kein Anspruch auf Hartz IV (Vereinfachte Vermögensprüfung aufgrund § 67 Abs. 2 SGB II).

Heizkosten Zuschuss: Auch Nicht-Hilfebedürftige haben Anspruch

„Erhalten Nicht-Hilfebedürftige, deren Einkommen den eigenen Bedarf deckt und sie so normalerweise keinen Anspruch auf Hartz IV haben, eine hohe Heizkostennachzahlung, so können Sie aufgrund der hohen Nachzahlung Hartz IV beantragen und die Übernahme der Heizkosten vom Jobcenter fordern“, berichtet das Portal Hartziv.org. Es müsse sich aber nicht nur um eine Nachzahlung handeln. Auch die Beschaffung von Brennstoffen wie Heizöl, Pellets etc. könne einen Anspruch auf Hartz-IV im Monat der Beschaffung begründen. Dies gilt auch, wenn beispielsweise bereits Wohngeld und Kinderzuschlag bezogen wird.

Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung: Die „einmalig hohe Nachzahlung für Heizkosten“ begründet nur im Monat der Fälligkeit einen höheren Gesamtbedarf, weshalb der Hartz IV Antrag auch zwingend in diesem Monat gestellt werden muss. „Geht der Antrag zu spät ein, entfällt der Anspruch“, so derwesten.de.

Heizungsthermostat, Geldscheine und Stempel Heizkosten , steigende Heizkosten.
Der Heizkosten-Zuschuss steht Beziehern von Hartz-IV zu. (Symbolbild) © K. Steinkamp/imago

Heizkosten-Zuschuss auch für Wohngeldbezieher

Wer dennoch auf Hilfen vom Jobcenter besser verzichten will, für den hat das Bundesbauministerium eine Wohngeldreform auf den Weg gebracht. Ob man Wohngeld bekommt, lässt sich online mit dem Wohngeld-Rechner des Bauministeriums leicht ausrechnen. Nach einer Rechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist ein Single, der in einer besonders teuren Gegend lebt, dann bis zu einem Einkommen von rund 2300 Euro brutto wohngeldberechtigt. Gleiches gelte für eine vierköpfige Familie in einer teuren Gegend mit Einkommen unter rund 5000 Euro. Auch hier soll der Heizkostenzuschuss von kommendem Jahr an zum Wohngeld dazugehören, so Zeit.de.

Bis die Reform zum 1. Januar 2023 in Kraft trete, solle ein zweiter Heizkostenzuschuss derzeitige Wohngeldbezieher noch in diesem Jahr entlasten. Der Heizkostenzuschuss soll für Alleinlebende 415 Euro und für zwei Personen 540 Euro betragen. Für jedes weitere Haushaltsmitglied steigt der Zuschuss um 100 Euro. Auch Studierende und Auszubildende, die Bafög oder andere Beihilfen erhalten, sollen 345 Euro als Heizkostenzuschuss bekommen. Aber auch Rentner profitieren. Sie sollen zum 1. Dezember eine einmalige Energiepauschale von 300 Euro von der Rentenversicherung erhalten.

Übrigens soll Hartz-IV ab 1. Januar kommenden Jahres durch das Bürgergeld ersetzt werden. Beim Bürgergeld werden die Mietkosten übernommen. Dies gilt auch für die Heizkosten.

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