Ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Ab sofort! Mit Termin shoppen“ hängt am Eingang eines Geschäftes.
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Ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Ab sofort! Mit Termin shoppen“ hängt am Eingang eines Geschäftes.

„Geld muss zu den Händlern“

„Click & Meet“ ein totaler Reinfall? Regierungs-Beschlüsse sorgen für Frust bei Händlern - Kunden skeptisch

Seit dem 8. März kann man per „Click & Meet“ einkaufen. Die Händler sehen den Corona-Beschluss aber äußerst negativ.

München - Seit Montag kann man in zahlreichen Regionen mit Terminvereinbarungen einkaufen gehen. Das hatte die Bundesregierung bei ihrem letzten Corona-Gipfel beschlossen. Das sogenannte „Click & Meet“ hilft den Einzelhändlern nach eigener Einschätzung aber nicht wirklich. Am Dienstag hat der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Umfrage mit mehr als 1100 Unternehmen veröffentlicht. Laut der Umfrage beurteilen 37 Prozent „Click & Meet“ als negativ oder sehr negativ. Knapp ein Viertel der Befragten sehe bei hohem Aufwand und großen Kosten nur geringe Umsatzeffekte, 13 Prozent schätzten das Einkaufen nach Terminvereinbarung mit Blick auf Personal- und Gebäudekosten sogar als reines Verlustgeschäft ein.

„Click & Meet“: Händler sehen Beschlüsse negativ - totzdem bieten die meisten das Einkaufen mit Terminen an

„Viele Einzelhändler stecken in einer ausweglosen Lage. Mit den Beschlüssen aus der vergangenen Woche wurde der Lockdown faktisch für zahlreiche Händler bis Ende März verlängert“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Trotz der negativen Beurteilung wollen mehr als 90 Prozent der Einzelhändler die Möglichkeit, Kunden nach Terminvereinbarung ins Geschäft einzulassen, anbieten.

Am Dienstag forderte der Handelsverband die Regierung dazu auf, die Auszahlungsbeträge für die Überbrückungshilfe rückwirkend zum 1. März zu verdoppeln. 45 Prozent der Lockdown-Händler hatten in der Umfrage angegeben, dass sie sich im weiteren Jahresverlauf in Insolvenzgefahr sehen.

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Corona: Handelsverband fordert, Überbrückungshilfe zu verdoppeln - „Geld muss zu den Händlern“

„Es geht jetzt um rasche Soforthilfe, ansonsten kippen ganze Innenstädte“, sagte Genth. Der Finanzrahmen sei ohnehin bereits bewilligt, bisher kämen die Hilfen schlicht nicht an und das vorgesehene Budget werde nicht ausgeschöpft. „Das Geld muss aus dem Schaufenster und hin zu den notleidenden Einzelhändlern.“ Die aktuellen Hilfsmaßnahmen reichen laut der Umfrage für knapp 70 Prozent der geschlossenen Händler nicht zur Existenzsicherung aus.

Doch nicht nur die Händler hadern mit dem „Click & Meet“-Prinzip. Mehr als die Hälfte der Verbraucher in Deutschland sieht das Einkaufen mit Online-Termin skeptisch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Umfrageinstituts Yougov vom Dienstag. 58 Prozent der Befragten können sich aktuell demnach nicht vorstellen, in Einzelhandelsgeschäften mit vorher ausgemachtem Termin einzukaufen. Nur für 36 Prozent der Befragten käme diese Möglichkeit infrage. (dpa/afp)

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