„Licht am Ende des Tunnels“

Keine Lockerungen für Einzelhandel: Handelsverband mit Forderung an Merkel - Kommt jetzt revolutionäre Idee?

  • Marc Dimitriu
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Der Lockdown wird vermutlich verlängert. Für den Einzelhandel sind das keine guten Nachrichten. Doch mit einer revolutionären Idee könnte trotzdem Umsatz gemacht werden.

Berlin - Am 10. Februar steht die Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Kanzlerin an. Bei ihrem sogenannten Corona-Gipfel entscheiden Merkel und die Länder-Chefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Corona-Zahlen sinken: Einzelhandel hofft auf Lockerungen

Nach immer weiteren Verschärfungen in den letzten Monaten werden nun die Rufe nach Lockerungen immer lauter. Die Infektionszahlen entwickeln sich seit Wochen positiv. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) liegt die 7-Tages-Inzidenz in Deutschland mittlerweile bei 72,8 (Stand: 9. Februar) - allerdings fehlen in der Statistik noch Fälle. Der Zielwert der Kanzlerin liegt jedoch bei 50. Schnelle Lockerungen zum 14. Februar, wenn der derzeitige Lockdown endet, scheinen deswegen sehr unwahrscheinlich. Politiker und Virologen warnen vor einem Ende der Maßnahmen, auch mit Hinblick auf die Corona-Mutationen.

Lockdown-Verlängerung wahrscheinlich - Wann wird geöffnet?

Allem Anschein nach wird der Lockdown also verlängert. Für den Einzelhandel sind das keine guten Nachrichten. Trotz der unklaren Lage, planen große Ketten aber bereits mit einer Ladenöffnung zwischen Mitte und Ende Februar. „Natürlich bereiten sich die Händler auf möglichst alle Szenarien vor“, sagt der Handelsverband. Vermutlich wird es aber frühestens Ende Februar/Anfang März so weit sein. Im schlimmsten Fall, also wenn sich Infektionsgeschehen innerhalb der nächsten Wochen doch ganz anders entwickelt und sich sogar verschärft, könnte die Wartezeit noch deutlich länger werden.

Revolutionäre Idee? Unternehmen wollen Einkaufen mit Terminvereinbarung

Doch zahlreiche Unternehmen haben sich auf die derzeitige Situation eingestellt und neben dem klassischen Online-Handel weitere Einkaufsmöglichkeiten etabliert. Eine revolutionäre Idee: Shopping mit Terminvereinbarung. Es gibt beispielsweise Kleinhändler die laut chip.de ihre Ware in den Schaufenstern nummerieren und diese können dann so per WhatsApp, E-Mail oder Telefon reserviert und in der Filiale abgeholt werden. Auch der Handelsverband Deutschland ist für eine Lösung mit vereinbarten Terminen. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann erklärte: „Viele Einzelhändler, etwa aus dem Textil- oder Möbelbereich, wären schon froh, wenn sie ihren Kunden individuelle Einkaufstermine anbieten dürften.“

Nach Informationen von chip.de setzen H&M, Bershka, Zara und andere Anbieter solche Terminvergaben bereits im Ausland wie Spanien oder Griechenland um. Hierzulande gibt es aber auch das System „Click & Collect“ oder „Call & Get“. Bei Baumärkten wie Obi, Hagebaumarkt oder Bauhaus und Möbelriesen wie Ikea und Mömax hat sich das neue Konzept etabliert.

Corona-Lockdown: Handelsverband fordert Öffnungsstrategie von Merkel

Die Kunden können die Produkte online bestellen oder in der Filiale anrufen. Dann gibt es ein Zeitfenster, in der sie die Ware kontaktlos abholen können. Bezahlt wird vorab oder bei der Abholung mit Karte. „Mehr als 80 Prozent der vom Lockdown betroffenen Händler sind auf alternativen Vertriebskanälen unterwegs, um den Kontakt zu ihren Kunden nicht ganz zu verlieren“, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland gegenüber Chip.de.

Genügend Umsatz machen damit aber viele nicht. Deshalb betont der deutsche Handelsverband kurz vor Merkels Corona-Gipfel, dass man nun klare und transparente Festlegungen der Politik brauche. Es müsse beantwortet werden, unter welchen Bedingungen und bei welchen Fallzahlen der deutsche Einzelhandel wieder öffnen könne. „Da brauchen wir ein Licht am Ende des Tunnels, damit die Händler zumindest eine etwas bessere Grundlage für die Entscheidungen über anstehende Warenbestellungen bekommen“, sagt Hertel.

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Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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