Eine ältere Frau hält ihren Impfpass in die Kamera: Sie lässt sich in einer Hausarztpraxis gegen Corona impfen.
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Mehr Impfstoff kommt: Das bedeutet auch mehr Impf-Termine beim Hausarzt - wie geht es am schnellsten?

Der große Termin-Kampf

Corona-Impfung: Was Sie jetzt tun können, um schnell dranzukommen

  • Veronika Silberg
    vonVeronika Silberg
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Immer größere Mengen Impfstoff sind in Deutschland verfügbar. Schon ab Ende Mai soll die Priorisierung bei Corona-Impfungen in Deutschland aufgehoben werden.

München - „Kann ich geimpft werden?“, „Wann kann ich geimpft werden?“, „Bekomme ich Biontech, Moderna oder diesen Astrazeneca-Impfstoff“? - Das Telefon vieler Hausärzte in Deutschland steht nicht mehr still. Jeder möchte möglichst bald an der Reihe sein. Die Hoffnung auf einen schnellen Pieks ist groß.

Neben Astrazeneca sollen schließlich auch die restlichen Impfstoffe bald ohne Priorisierung vom Hausarzt vergeben werden. Was aber nicht bedeute, dass im Juni auch alle geimpft werden, dämpfte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut dpa bereits am Freitag die Erwartungen in Berlin. Die Priorisierung solle sicherstellen, dass zuerst geimpft wird, wer ein besonders hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf hat. Das beinhaltet beispielsweise Menschen mit Vorerkrankungen. Mittlerweile hat die Priorisierungsgruppe 3 „grünes Licht“ erhalten.

Aufhebung der Prioriserung kommt überraschend: Hausärzte werden mit Impf-Terminanfragen überrannt

Die baldige Aufhebung der Regelung kommt für viele Hausärzte überraschend. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt begrüßt im Bild-Interview die Entscheidung der Bundesregierung. Wer wann, wie und welchen Impfstoff braucht, das würden die Hausärzte doch sowieso am besten selbst entscheiden können.

Zunächst einmal bedeutet die kommende Neuerung allerdings vor allem eins: „Viel Stress für die Hausärzte.“ Weigeldt erklärt: „Millionen Menschen versuchen, möglichst schnell einen Termin am Telefon zu ergattern. Doch das geht nur synchron, zwei Menschen müssen gleichzeitig miteinander sprechen.“ Telefonisch ist das schon jetzt kaum zu stemmen. Auch die Vorsichtsmaßnahmen, die bei mRNA-Impfstoffen wie Biontech oder Moderna beachtet werden müssen, erfordern Zeit. „Eine solche Impfung bedeutet einiges mehr an Aufwand als etwa bei einer Grippeschutzimpfung.“ Hinzu kommt das ganz normale Tagesgeschäft einer Hausarztpraxis.

Tipps zu Corona-Impfterminen: Hausärzte-Chef Weigeldt erklärt wie‘s geht

Impf-Termin am Telefon: Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt rät eher davon ab.

Telefonisch einen Termin zu vereinbaren wird so zur Herausforderung. Aber wie erreiche ich am schnellsten meinen Hausarzt und was ist, wenn ich gar keinen Hausarzt habe? Weigelt rät Patienten zu asynchronem Vorgehen: „Wenn die Telefonleitungen dauerbelegt sind, dann ist damit niemandem geholfen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Samstag. Stattdessen sollte auf Mails, SMS, WhatsApp und ähnliche Dienste zurückgegriffen werden.

Wer keinen Hausarzt hat, sollte sich an Impfzentren oder einen impfenden Facharzt wenden. Wer sich einen neuen Hausarzt sucht, der sollte sich beeilen. Die Telefone in deutschen Hausarztpraxen werden weiterhin dauerklingeln. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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