Zwei Schutzmasken der Marke Kanbo liegen auf einem Tisch.
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Getreu ihrer Kennzeichnung „KN 95“ entsprechen die Masken der Marke „Kanbo“ der Schutzklasse FFP2 - sofern diese korrekt ist.

FFP2-Maske ohne Eigenschutz?

Warnung vor Corona-Masken - „erhebliche Gesundheitsgefährdung“ nicht ausgeschlossen

  • vonCornelia Schramm
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In der Coronavirus-Pandemie wurden Masken zum Alltagsbegleiter schlechthin. Im Idealfall schützen sie nicht nur unser Gegenüber, sondern auch uns selbst. Aber was, wenn nicht?

  • FFP2- und FFP3-Masken bieten den bestmöglichen Schutz vor dem Coronavirus.
  • Ihr Träger schützt damit schließlich nicht nur seine Mitmenschen, sondern auch sich selbst - sofern die Masken auch richtig gekennzeichnet sind.
  • Verbraucher-Schützer warnen jetzt eindringlich vor einem Produkt, das in ganz Deutschland erhältlich war.

Biberach an der Riß - Ob in Bus, Bahn oder im Supermarkt, die Mund-Nasen-Maske muss getragen werden, wann immer man im öffentlichen Raum unterwegs ist. Zum Beginn der Pandemie und den Sommer über, als sich die Infektionszahlen in Deutschland auf niedrigem Niveau bewegten, setzte der Großteil der Deutschen noch auf selbst-gefertigte „Alltagsmasken“. Seit Beginn des zweiten Lockdowns sind die Menschen aber zunehmend mit „professionellen“ Masken zu beobachten - garantieren diese doch mehr Schutz als Masken aus Stoff.

Nachdem es im Frühjahr teilweise noch zu Engpässen gekommen war, scheint die Auswahl an zertifizierten, „medizinischen“ Gesichtsmasken, gemeinhin „OP-Masken“ genannt, sowie an „partikelfiltrierenden Halbmasken“, den FFP2- und FFP3-Masken, inzwischen riesengroß. Doch eines ist klar, die Masken, die man in der Apotheke oder auch online kaufen kann, haben ihren Preis. Dennoch sind sie in Anbetracht der kritischen Corona-Lage unabdingbar. So erhielten besonders gefährdete Menschen bereits jeweils drei FFP2-Masken umsonst von der Regierung - Anfang des Jahres will diese die Aktion wiederholen.

Video: Kostenlose FFP2 Masken - Wer bekommt sie?

Wer eine solche FFP2- oder FFP3-Maske trägt, schützt sich selbst vor Tröpfchen und Aerosolen und somit in Kombination mit weiteren Hygienemaßnahmen auch so gut wie möglich vor einer Coronavirus-Infektion. Wer „nur“ eine OP-Maske trägt, schützt vor allem sein Gegenüber vor einem etwaigen Ansteckungsrisiko, sich selbst aber nicht gänzlich vor Aerosolen in der Luft, die er selbst mit Maske einatmen könnte. Beim Kauf ist also penibel darauf zu achten, welcher „Schutzklasse“ die jeweilige Maske entspricht. Eine CE-Kennung weist die Masken entweder als „Medizinprodukt“ oder als „Persönliche Schutzausrüstung“ (PSA) aus.

Warnung: Onlineshop verkauft Masken unter falscher Angabe

Einem Unternehmen aus Biberach an der Riß ist in der Kennzeichnung seiner Masken jetzt ein gravierender Fehler unterlaufen: Im Onlineshop der Ritter Concept GmbH wurden Masken mit der Schutzklasse FFP2 angeboten - obwohl sie dieser keinesfalls entsprechen. Bei den Masken der Marke „Kanbo“ und der Artikelnummer RI-FFP2KAND00620, FFP 2 handelt es sich nur um eine herkömmliche Atemschutzmaske. Hersteller der Masken mit der ungültigen CE-Kennzeichnung (CE2703) ist die Shenzhen Horb Technology Corp. Ltd.

Wie das Online-Portal Produktwarnung berichtet, konnte auf der Homepage kein Hinweis auf die spezielle Testung der Maske im Zuge der Coronavirus-Pandemie gefunden werden. Die Marktüberwachung des Regierungspräsidiums Tübingen hat deshalb eine Untersagungsverfügung gemeldet, suggerieren die Masken doch aufgrund ihrer mangelhaften Kennzeichnung eine Schutzwirkung, die sie womöglich gar nicht erbringen oder die zumindest nicht nachgewiesen ist. Unter Umständen könnte also von den Masken, die die Ritter Concept GmbH vertreibt, eine „erhebliche Gesunheitsgefährdung“ ausgehen.

Wer als Kunde die Masken kauft, verlässt sich schließlich auf deren gekennzeichnete Schutzwirkung und setzt sich womöglich unbewusst einem höherem gesundheitlichem Risiko aus, wenn das Produkt am Ende nicht das hält, was es versprochen hat. In Deutschland müssen Masken mit der Kennzeichnung KN95, welche der Schutzklasse einer FFP2-Maske entspricht, eine Sonderzulassung oder einen Schnelltest in einer zugelassenen Prüfstelle durchlaufen.

Video: An diesen Merkmalen erkennt man die Qualität von FFP2-Masken

Masken-Hersteller oder Unternehmen, die die Masken vertreiben, sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Nachweis jeder verkauften Einheit bei - oder auf Nachfrage zumindest vorlegen zu können. Wer also Masken - auch auf Nachfrage - ohne behördliches Dokument erhalten hat, wurde Opfer eines unzulässigen Verkaufs. Die mutmaßlichen FFP2-Masken helfen ohne diesen Nachweis dann zwar als Fremdschutz, aber womöglich nicht als Eigenschutz. (cos)

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