Kunde in Supermarkt
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Kunde in Supermarkt (Symboldbild)

Gleicher Preis, weniger Inhalt

Corona-„Mogelpackungen“ im Supermarkt: Trick sorgt für Preiserhöhung bei diesen Produkten

  • Elisabeth Urban
    vonElisabeth Urban
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Die Einzel-Packung eines Produkts scheint nicht teurer geworden zu sein, trotzdem zahlen Kund:innen drauf: Mit einem Trick werden auch in der Pandemie Preise erhöht.

Hamburg - Immer wieder lassen sich Hersteller von Lebensmitteln Änderungen einfallen, um ihre Produkte unauffällig teuer zu machen. Dass das auch während der Corona-Pandemie passiert, zeigen Fälle, die beispielsweise die Verbraucherzentrale Hamburg als sogenannte „Mogelpackungen“ aufdeckt.

„Mogelpackung“: 33 Prozent Mehrkosten bei Putzmittel von Henkel

Ein Großteil der Bevölkerung verbringt aktuell viel Zeit in den eigenen vier Wänden - wer jetzt aber über einen Frühjahrsputz im Zuhause nachdenkt, sollte unter anderem beim Putzmittel-Einkauf wachsam sein. Im Bereich der Bad-Reinigung weisen die Verbraucherschützer auf einen Preisanstieg von satten 33 Prozent beim Bref Power WC-Kraftgel in Kaufland-Märkten hin. Der Preis der Einzelpackung von 1,95 Euro bleibt an sich zwar gleich, der Inhalt wurde aber von ursprünglich 1000 Milliliter auf jetzt nur noch 750 Milliliter reduziert. Eine ähnliche Strategie wandte der Hersteller Henkel in den letzten Wochen bereits bei einem seiner Spülmittel in Rewe-Märkten an - gleicher Preis bei weniger Inhalt.

Corona-Hype-Artikel Toilettenpapier: Hersteller erhöht Preis um 20 Prozent

Auch ein beliebtes Objekt bei Corona-Hamsterkäufen ist Toilettenpapier. Hier prangert die Verbraucherzentrale einen Preisanstieg bei Penny an: In den Packungen mit feuchtem Toilettenpapier der Marke Happy End vom Hersteller Hyga GmbH & Co. KG befinden sich jetzt nur noch 50 Tücher statt wie bisher 60. Bei einem gleichgebliebenen Packungspreis bedeutet das für die Verbraucher insgesamt einen Preisanstieg von 20 Prozent.

Verbraucherschutz: Pandemie-Produkte besonders im Visier?

Putzmittel, Toilettenpapier - steckt hinter den Preiserhöhungen eine Corona-Strategie? Armin Valet (55) von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärt gegenüber Bild.de: „Es hat in der Tat den Anschein, dass es in den Supermärkten versteckte Preiserhöhungen für Produkte gibt, die wegen der Corona-Pandemie stärker nachgefragt sind. Wir haben dazu derzeit viele Verbraucherbeschwerden. Hersteller und Handelsketten begründen den Preisanstieg uns gegenüber meist mit höheren Kosten.”

Eine gute Nachricht gibt es zumindest beim Discounter Aldi Nord: Hier sind die Toilettenpapier-Rollen der Eigenmarke Kokett Recycling zwar auch kompakter geworden, laut Bild gibt die Markt-Kette aber an, keine Abstriche bei der Blattzahl gemacht zu haben. Man habe den Inhalt der Achterpackungen lediglich „für die Palettenauslastung optimiert, enger gewickelt. Blattzahl, Lagen, Qualität hat sich nicht verändert“. Insgesamt lohnt es sich aber durchaus, auch beim Einkauf in Pandemie-Zeiten auf Produkt-Änderungen zu achten. (eu)

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