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Viele junge Leute kommen durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten

Vor allem einkommensschwache Haushalte und Junge betroffen

Corona-Krise: Verbraucher:innen sparen in der Pandemie - bei vielen ist das Geld trotzdem knapp

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Die Corona-Krise trifft die Bevölkerung unterschiedlich hart. Junge Menschen und einkommensschwache Haushalte sind laut einer Schufa-Umfrage besonders betroffen

München - Vor knapp einem Jahr ging Deutschland in den ersten Lockdown: Die Schulen schlossen, Geschäfte machten dicht, die Gastronomie stellte den Betrieb ein. Die befürchtete Massenarbeitslosigkeit und Pleitewelle blieb zwar aus, wie jedoch eine Schufa-Umfrage zeigt, sind vor allem junge Menschen und einkommensschwache Haushalte vom Corona-Lockdown betroffen. „Wir sehen, dass in der Corona-Krise eine soziale Schere aufgeht“, so der Schufa-Vorstand Dr. Ole Schröder. Haushalte, die unter 2000 Euro netto im Monat erwirtschafteten, müssten „sehr viel häufiger auf Rücklagen zugreifen“, so der Finanzexperte weiter. Haushalte mit hohem Einkommen seien davon seltener betroffen.

Corona-Krise: Umfrage zeigt Zukunftsängste bei Jungen und einkommensschwachen Haushalten

Wie die Schufa-Umfrage zeigt, machen sich vor allem junge Menschen zwischen 18 und 25 Sorgen um ihre Zukunft. Der Anteil derjenigen, die „sorgenvoll beziehungsweise mit großer Angst“ die nächsten Jahre erwartet, liegt bei 51 Prozent. Die zuletzt fallenden Infektionszahlen und die Impfkampagne der Bundesregierung sorgen für wenig Optimismus. Im Vergleich zum November 2020 ist der Anteil der jungen Menschen, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen um 12 Prozent gestiegen.

Doch nicht nur junge Leute treffen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie hart. Besonders einkommensschwache sind von der Corona-Krise betroffen. Laut Schufa blicken 64 Prozent der Lebensgemeinschaften, die unter 2000 Euro netto im Monat verdienen angstvoll in die Zukunft. Nur etwas über ein Drittel der Haushalte, die mehr als 4000 Euro netto monatlich verdienen, teilen die Zukunftssorgen.

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Corona-Lockdown bremst Kauffreude der Verbraucher:innen ein

„Wir beobachten aktuell einen Einbruch bei den Konsumentenkrediten“, konstatierte die Vorstandsvorsitzende der Schufa, Tanja Birkholz im Februar. Verbraucher:innen nutzen Ratenkredite etwa zur Finanzierung von Autos, Möbeln und Elektronik wie Computern oder Fernsehern. Doch derzeit dürfen Autohäuser, Möbelgeschäfte und Elektronikmärkte wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht öffnen. Die Schufa-Umfrage zeigt, dass in der aktuellen wirtschaftlichen Situation immer mehr Verbraucher:innen größere Anschaffungen verschieben. Gut ein Viertel (28 Prozent) muss auf Ersparnisse zurückzugreifen.

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage erkennt Schufa-Vorstand Dr. Ole Schröder eine „weiterhin eine sehr hohe Zahlungsmoral in Deutschland“. Der Finanzexperte spricht von einem „starkem Signal der Verbraucher für Stabilität und Vertrauen in die Wirtschaft“. Am 3. März treffen sich die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel mit den Landesregierungen, um über die Corona-Maßnahmen zu beraten. Der Lockdown gilt vorerst bis 7. März. (jjf/dpa)

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