Instrument in der Pandemie-Bekämpfung

Corona-Selbsttest zugelassen: So funktionieren die Schnelltests aus dem Supermarkt - sind sie kostenlos?

  • Marc Dimitriu
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Jens Spahn hatte sie zum 1. März versprochen: Corona-Selbsttests für jedermann. Die Tests kommen zwar doch später, wir erklären Ihnen aber schon jetzt wie sie funktionieren.

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte sie schon vor einiger Zeit an und verspricht sich viel von ihnen: Corona-Selbsttest. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat am Mittwoch, dem 24. Februar, die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests erteilt. Spahn wollte die neuen Tests auch schon direkt ab dem 1. März in Apotheken, Drogerien und Supermärkten zum Verkauf bringen. Doch draus wird doch nichts.

Es hatte zu viele Fragen aus den Bundesländern gegeben, wie die Tests zum Beispiel mit weiteren Öffnungsschritten verzahnt werden könnten. Auch der Bundestag hat Fragen an den Gesundheitsminister. Deswegen wird erst beim nächsten Corona-Gipfel am 3. März entschieden, wann sie in die Läden kommen. „Ich hätte gerne tatsächlich begonnen in der nächsten Woche mit mehr Testen“, betonte Spahn. Testen sei eine Chance. In den nächsten Wochen werden die Corona-Selbsttests aber bestimmt für jedermann zu kaufen sein. Doch wie funktionieren sie eigentlich?

Corona-Selbsttest: So funktionieren die neuen Schnelltests

Anders als bei den PCR- und den bisherigen Schnelltests, müssen die neuen nicht mehr von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. Bei der Zulassung durch das BfArM wurde auch geprüft, ob Laien die Corona-Selbsttests alleine durchführen können. Wer sich an die Anleitung hält, sollte also keine Probleme bekommen.

Um den Test durchzuführen, muss man nur mit dem Stäbchen einen Abstrich im vorderen Bereich der Nase oder des Rachens nehmen. Genau wie bei den bisherigen Schnelltests handelt es sich um einen Antigentest. Der Teststreifen weist also bestimmte Virusproteine nach und erkennt so, ob der Test positiv oder negativ ist.

Bei der Anwendung eines Corona-Selbsttests sind ein paar Dinge zu beachten. Folgende Angaben sind in den Packungsbeilagen bisheriger Antigentests enthalten, dürften aber auch für die neuen Produkte relevant sein:

  • Lesen Sie die gesamte Anleitung sorgfältig durch!
  • Suchen Sie sich eine saubere Arbeitsfläche mit ausreichend Platz! - Im Bereich, in dem die Proben oder Kits verwendet werden, sollte nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden.
  • Legen Sie sich gegebenenfalls benötigte Utensilien, wie Spiegel oder Uhr, bereit!
  • Waschen oder desinfizieren Sie sich vor und nach dem Test gründlich die Hände!
  • Tief ausatmen und das Abtupfen nach Anleitung durchführen

Corona-Selbsttest: Wichtiges Instrument in der Pandemie-Bekämpfung

Insgesamt sind Schnelltests aber unzuverlässiger als der PCR-Test, der immer noch als „Goldstandard“ gilt. Ärzte warnen vor fehlerhaften Negativ-Ergebnissen, wodurch sich Menschen in trügerischer Sicherheit wiegen könnten. Tatsächlich schließt ein negativer Test eine Infektion nicht aus, vor allem bei einer niedrigen Viruslast in der frühen oder späten Phase der Corona-Infektion. Viren könnten so trotzdem weitergegeben werden.

Das Robert-Koch-Institut hält Antigen-Schnelltests wegen der möglichen Ungenauigkeiten nur für eine Ergänzung. Eine Studie der Charité und des Universitätsklinikums Heidelberg zeigte jedoch, dass ein Selbsttest nicht unbedingt ein schlechteres Ergebnis liefert als professioneller Abstrich.

Corona-Selbsttests: Preise/Kosten bisher unklar

Auf dem Weg zurück zur Normalität können die Selbsttests aber ihren Anteil leisten. Bund und Länder wollen die Tests vor allem in Schulen und Kitas einsetzen. Dadurch könnten wieder mehr Kinder am Regelbetrieb teilnehmen. In Österreich werden Schulkinder schon seit mehreren Wochen so getestet. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kann sich auch einen Einsatz in der Gastronomie vorstellen. Auch vor Veranstaltungen oder Familienfeiern könnte getestet werden. Ursprünglich war einmal geplant die Tests kostenlos anzubieten, das ist mittlerweile vom Tisch. Bei Schulen wird der Bund und die Länder aber wahrscheinlich Zuschüsse beschließen.

Bisher machten Supermarkt- und Drogerieketten keine Angaben zu den Preisen der Corona-Selbsttests. Besonders für eine mögliche Bezuschussung sei der Preis wichtig, da es einen Unterschied mache, „ob sie zwei oder zehn Euro kosteten“, lässt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch nach Angaben der AFP wissen.

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Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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