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Jetzt wird Speiseöl knapp - erster Discounter reguliert Abgabe an Kundschaft

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Von: Ines Baur

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Corona-Pandemie, schlechte Ernten und Lieferkettenthematik, Ukraine-Konflikt: Es gibt Versorgungslücken bei Sonnenblumen- und Rapsöl. Supermärkte ziehen erste Konsequenzen.

München - „Je Haushalt nur eine Packung.“ Solche und ähnliche Schilder baumelten während der Corona Pandemie an Regalen von Toilettenpier, Nudeln und Tomatensauce. Nun könnten sie bald an Regalen von Speiseöl hängen.

Gefahr für Engpässe auch bei Sonnenblumenöl

Schlechte Ernten, Logistik-Probleme und der Ausstieg zweier Hersteller sorgen für Engpässe beim Speiseöl. Besonders Sonnenblumen- und Rapsöl fehlen in den Supermärkten. Unter anderem bei Rewe und Netto. „Seit dem vergangenen Jahr kann es zu temporären Produktengpässen von Speiseöl in den Lieferketten kommen“, bestätigt Edeka auf Anfrage von t-online.de. Discounter Aldi Süd hat sogar die Abgabe der Rapsöl-Eigenmarke Bellasan auf vier Flaschen pro Kunde begrenzt. 

Die Ukraine-Krise könnte die Versorgungslage weiter verschärfen, schreibt Lebensmittelzeitung.de. Laut dem Marktforschungsunternehmen Agritel bestehe eine Gefahr für Engpässen beim Sonnenblumenöl. Die Ukraine gilt hier als weltweit größter Produzent und Exporteur. „Die Lage auf dem Markt für pflanzliche Öle ist sehr angespannt“, berichtet Sébastien Poncelet von Agritel. „Es gibt wenig Lagerbestände an Sojaöl aus Lateinamerika und an Palmöl aus Indonesien und Malaysia - gleichzeitig ist die Nachfrage sehr hoch.“

Für Panik- oder Hamsterkäufe besteht aber kein Grund. Zwar habe sich der Preis für Rapsöl seit Beginn der Corona-Pandemie fast verdoppelt. Doch die Versorgung mit Rapsöl sei in Deutschland nicht gefährdet, versicherte Momme Matthiesen, Geschäftsführer des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie (Ovid), gegenüber der Lebensmittelzeitung.

Ukraine-Krieg - Lage bei Weizen, Mais und Öl angespannt

Der Ukraine Krieg beeinflusst die Lieferketten. Weiter anspannen könnte sich die Lage früher oder später bei Weizen und Mais. Die Ukraine ist der viertgrößte Mais-Exporteur weltweit. Doch da die Häfen der Ukraine geschlossen sind, kann kein Getreide das Land verlassen. Nach Angaben der Firma Ukr-Agro Consult aktuell 500.000 Tonnen Weizen und 1,7 Millionen Tonnen Mais lagern.

Händler und Hersteller halten sich bedeckt

Mehrere Hersteller bestätigen gegenüber der Lebensmittelzeitung Engpässe. Nestlé erklärte auf Anfrage: „Mit Thomy konnten wir eine gute Versorgung im ersten Halbjahr 2021 anbieten, sind aber auch im zweiten Halbjahr an Grenzen gekommen und konnten aufgrund von Engpässen in der Beschaffung nicht immer alle Aufträge bedienen.“ Der Konzern verweist darauf, dass Rapsöl nicht nur in der Lebensmittelindustrie gefragt ist. „Neben verschiedenen Kostentreibern wirkt sich auch eine Erhöhung von pflanzlichen Ölen bei Bio-Diesel in der EU und den USA auf alle Ölpreise aus.“

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