Zu sehen ist, wie mehrere Personen mit Abstand zueinander vor dem Eingang eines Aldis stehen und eine Warteschlange bilden.
+
Lange Warteschlangen wie hier vor einem Aldi könnten ab Herbst 2021 Standard sein. Denn die Bundesregierung erwägt, dass alle Bundesbürger vor dem Einkaufen am Eingang eines Geschäfts Impf- oder Testnachweise vorbringen müssen.

Lange Wartezeiten möglich?

Einkaufen: 3G-Nachweis auch im Supermarkt? Regierung schafft Klarheit

Die Fallzahlen steigen wieder, die Bundesregierung rechnet mit einer vierten Corona-Welle im Herbst. Sind neue Einschränkungen geplant?

Update vom 10. August, 19.20 Uhr: Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag haben Bund und Länder sich auf neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise geeinigt. Ab dem 23. August müssen Ungeimpfte einen Nachweis im Sinne der 3G-Regel bei sich führen, um Zugang zu Räumlichkeiten wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Friseursalons, Fitnessstudios, sowie der Innengastronomie zu erhalten. Supermärkte sind von diesen Regelungen jedoch nicht betroffen.

Ab dem 11. Oktober werden darüber hinaus Corona-Tests kostenpflichtig sein. Jedoch nur für diejenigen, die bereits ein Impfangebot erhalten haben. Unter anderem für Schüler bleiben die Tests weiterhin kostenlos.

Originalmeldung vom 5. August:

Coronavirus in Deutschland: Neue Regeln für den Einzelhandel ab Herbst?

Berlin – Laut einem Gesetzesentwurf des Bundesgesundheitsministeriums plant die Bundesregierung offenbar, die gelockerten Corona-Maßnahmen wieder zu verschärfen. Dies soll bereits mit dem Ende der Sommerferien geschehen. Zur Einordnung: Als die letzten beiden Bundesländer beenden Baden-Württemberg und Bayern ihre schulfreie Zeit am Montag, 13. September.

Gemäß dem Entwurf soll es in Deutschland zwar nicht zu einem harten Lockdown kommen. Doch sollen Bundesbürger ihren Alltag nur noch mit offiziellen Nachweisen und Tests bestreiten können. Dies würde auch das Einkaufen in Bau-, Drogerie- oder Supermärkten betreffen.

Neue Corona-Regeln im Herbst 2021 möglich: Offizielle Nachweise könnten fürs Einkaufen benötigt werden

Es sei im Gespräch, dass noch bis ins Frühjahr 2022 hinein Maskenpflicht und Abstandsregeln im Einzelhandel, in geschlossenen Räumen sowie im Nah- und Fernverkehr gelten sollen. Dies werde gesetzlich geregelt. Ob Frisör-, Kino- oder Restaurantbesuch – jeder Bundesbürger bräuchte fortan entweder einen vollständigen Nachweis über eine vollständige Impfung, eine Genesenenbescheinigung oder aber einen negativen Antigen-Schnelltest.

Dieser kann aus der Apotheke, vom Arzt oder aus dem Testzentrum stammen. Diese sogenannten Bürgertests sollen ab Mitte Oktober offenbar auch kostenpflichtig werden. Dies geht auf einen Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums zurück. Kostenlose Schnelltests sollen nur noch Personen angeboten werden, die nicht geimpft werden können, für Schwangere sowie für unter Unter-Achtzehnjährige.

Nachweis- und Testpflicht fürs Einkaufen: Lange Wartezeiten garantiert – wenn manuelle Überprüfung erfolgt

Durch eine zwingend erforderliche Nachweis- und Testpflicht, wie sie derzeit für das Einkaufen im Raum steht, scheinen größere Wartezeiten vor Läden wie Aldi oder Edeka garantiert. Noch ist unklar, in welcher Art und Weise kontrolliert werden soll. Im Falle einer manuellen Prüfung müssten Mitarbeiter des jeweiligen Geschäfts die Dokumente am Eingang kontrollieren.

Lange Wartezeiten und Warteschlangen wären vorprogrammiert. Bereits im Frühjahr hatte der Einzelhandel lange Schlangen vor den Geschäften als negativen wirtschaftlichen Faktor ausgemacht. Auch die Flugbehörde „International Air Transport Association“ (IATA) warnte bereits vor manuellen Prüfungen der unterschiedlichen Zertifikate, um keine lange Wartezeiten entstehen zu lassen.

Standard im europäischen Ausland: Andere Länder setzen längst auf digitale Kontrolle von EU-Gesundheitszertifikaten

Solche Beschränkungen beziehungsweise Kontrollen, wie sie die Bundesregierung möglicherweise für den Herbst anstrebt, sind in anderen Ländern der Europäischen Union (EU) bereits Standard. Jedoch finden die Kontrollen nicht manuell am Eingang, sondern digital statt. Eigens hierfür werden Apps und Automaten entwickelt, welche EU-Gesundheitszertifikate auslesen können.

Diese Möglichkeit wird derzeit beispielsweise von Gastronomen genutzt. Die Unternehmer und Ladenbetreiber müssen hierfür spezielle, kostenlose Programme auf gängige Smartphone-Geräte mit aktiver Kamera herunterladen. Sowohl Impfbescheinigungen, Genesungsnachweise mit QR-Code als auch digitale Testnachweise können hinsichtlich ihrer Gültigkeit überprüft werden.

Wenn der Bildschirm grün leuchtet, darf ein Gast das Lokal betreten. Leuchtet der Bildschirm hingegen rot, steht fest, dass der vorgebrachte Nachweis ungültig ist. Vielen Betreibern würde diese digitale Lösung Unmengen an bürokratischen Aufwand ersparen. In Deutschland müssen bis dato beispielsweise Restaurants bundesweit die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen. Eine Test- und Nachweispflicht besteht hingegen überwiegend nur für die Hotellerie.

Impf- und Test-Dokumente immer mit sich führen: Offizielle Bescheinungen könnte wichtiger denn je werden

Grundsätzlich wird empfohlen, Impf-, Genesungs- oder Test-Dokumente immer griffbereit zu halten. Dokumente sollten in Klarsichthüllen mit sich geführt werden, mehrere Kopien der Impfbescheinigungen empfehlen sich. Zudem bietet es sich an, die entsprechenden Dokumente mit dem Smartphone abzufotografieren, um die Fotos auf dem Handy abspeichern zu können.

Mit Fotos beziehungsweise einer neuen Funktion will indes WhatsApp punkten – auch wenn die Nachteile und Risiken klar auf der Hand liegen. Mit unserem brandneuen Verbraucher-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand in Sachen Verbraucherinformationen und Produktrückrufen.

Auch interessant

Kommentare