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Corona-Warn-App: Lange vermisste Funktion wird endlich verfügbar - Entscheidender Vorteil gegenüber Luca?

  • vonJulia Schöneseiffen
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Eine lange geforderte Funktion für die Corona-Warn-App wird in Kürze verfügbar sein. Bei der Luca-App ist sie bereits vorhanden - allerdings in einer anderen Form.

Berlin - In den nächsten Tagen wird ein neues Update der Corona-Warn-App (CWA) verfügbar sein. Mit dem Update kommt eine lang geforderte Funktion. Es handelt es sich um eine Check-in-Funktion, mit der sich Nutzer mittels eines QR-Codes in Veranstaltungen, Gaststätten und Geschäften einchecken können. Damit sollen die Nutzer noch besser gewarnt werden können und mögliche Cluster besser erkannt werden.

Wird beispielsweise ein Restaurant-Besucher später positiv auf das Coronavirus getestet, kann dieses Ergebnis an den Server des Robert-Koch-Instituts (RKI) übertragen werden. Dank der Check-in-Funktion können anschließend andere Gäste durch die Corona-Warn-App gewarnt werden. Um sich einzuchecken, muss der Nutzer lediglich einen QR-Code scannen, der an beteiligten Geschäften und Orten angebracht ist.

Corona-Warn-App oder Luca-App?

Andere Apps haben dieses Feature bereits implementiert. So auch die Luca-App. Jedoch gibt es einen wesentlichen Unterschied. Im Gegensatz zu kommerziellen Tracing-Apps soll das neue Feature der Corona-Warn-App ohne persönliche Daten funktionieren. Bei Apps wie Luca müssen Nutzer persönliche Angaben zu Name und Telefonnummer machen. Die persönlichen Daten werden im Falle einer Neuinfektion an das Gesundheitsamt übermittelt.

Dieses übernimmt dann die Aufgabe der Kontaktnachverfolgung. Das Problem: Die Ämter kommen auf Grund der vielen Fälle nicht hinterher. Zudem stand die Luca-App bei Datenschützern zuletzt scharf in der Kritik. Auch die fehlende Barriere-Freiheit der App wurde stark kritisiert.

Corona-Warn-Apps: Luca und Corona Warn

Daher verfolgt die Corona-Warn-App eine andere Methode. Die Eincheck-Daten werden automatisch im Kontakttagebuch der App gespeichert. Das Kontakttagebuch befindet sich dabei auf dem benutzen Endgerät, also dem Smartphone. Sollte es zu einer Neuinfektion kommen werden eingecheckte Gäste über die CWA gewarnt. Genauso wie es bisher bei einer Risiko-Begegnung der Fall war. Das heißt weniger Arbeit für die Gesundheitsämter. Diese Methode bringt allerdings auch einen Nachteil mit sich. Denn dem Gesundheitsamt stehen weniger Daten zur Verfolgung von Infektionsketten zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium verkündete, dass es aber nicht für jede App einen eigenen QR-Code geben solle. Auch andere Apps sollen die QR-Codes der CWA verwenden können.

In den nächsten Tagen soll die Version 2.0 der Corona-Warn-App in den App-Stores zur Verfügung stehen. Um das Update herunterzuladen, muss die App lediglich im Apple- bzw. Google-Store aufgerufen werden.

Britische Corona-Warn-App als Vorbild

In Großbritannien ist die Check-in-Funktion bereits seit September 2020 in Gebrauch. Das Feature ist von Anfang an Teil der staatlichen britischen Warn-App „NHS Covid-19“. Dies führte zu einer schnelleren Verbreitung der Warn-App, welche mittlerweile eine höhere Download-Quote hat als die deutsche Version. Laut einer Studie der Oxford-Universität habe die schnelle Verbreitung der britischen Warn-App die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt.

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Weitere Updates der Corona-Warn-App: Schnelltests und digitaler Impfpass

In weiteren Updates der Corona-Warn-App soll auch die Verwaltung von Schnelltest-Ergebnissen möglich sein. Man sei bereits mit zahlreichen Anbietern von Schnelltests in Kontakt. Darunter Anbieter wie dm, Galeria Kaufhof und der Deutsche Apothekerverband. Später soll auch das angekündigte digitale Impf-Zertifikat in die App aufgenommen werden. Die EU-Staaten haben bereits grünes Licht für ein einheitliches Impf-Zertifikat gegeben. Laut des Bundesgesundheitsministeriums wird es noch bis mindestens Mitte Mai dauern, bis die Warn-App als digitaler Impfpass genutzt werden kann.

Zuletzt kam es bereits zu Erweiterungen der CWA. Durch diese werden nun auch aktuelle Zahlen zum deutschen Infektionsgeschehen angezeigt. Zum Beispiel bestätigte Neuinfektionen oder die 7-Tage-Inzidenz. Bisher wurde die Corona-Warn-App der Bundesregierung rund 26,5 Millionen Mal heruntergeladen. Die App funktioniert aber nicht nur in Deutschland. Sie kann auch in der Schweiz und in 16 EU-Mitgliedsstaaten verwendet werden. Darunter auch in Österreich, Italien und Spanien.

Trotz des Updates der Corona-Warnapp gebe es etwa bei der Alternative Luca noch einen Vorteil*, berichtet unter anderem ruhr24.de. (jsch)

Rubriklistenbild: © Kira Hofmann/dpa/picture alliance

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