Ein Finger tippt auf einem Smartphose herum
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Hilft das Handy bei der Corona-Bekämpfung? US-Forscher entwickeln eine neue App.

Dank künstlicher Intelligenz

Corona: Neue App soll Tests ersetzen und über Geräusche Diagnose stellen - Forscher mit verblüffender Vorgehensweise

  • Christoph Stadtler
    vonChristoph Stadtler
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US-Forscher haben eine neue App entwickelt, in der sofort erkennbar sein soll: Corona-positiv oder doch Corona-negativ. Der Nutzer muss nur husten.

  • Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine neue App entwickelt.
  • Sie soll die Ausbreitung des Coronavirus stoppen.
  • Der Nutzer muss dabei nur husten.

Boston - Hilft diese technische Entwicklung bei der Bekämpfung von Corona*? Gerade jetzt, wo in vielen Ländern Europas härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus beschlossen wurden. Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine App entwickelt, die eine Covid-19-Infektion ganz einfach nachweisen soll. Schnelltests gelten bei vielen Experten als eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Pandemie. „Die Ergebnisse könnten ein praktisches Screening-Tool für Menschen sein, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion besteht“, schreibt das MIT in einer Mitteilung.

Mit der App soll am Geräusch des Hustens einer Person erkannt werden, ob diese Person doch Corona-positiv ist. Die Datenbank der Application besteht aus Tausenden Hust-Geräuschen von infizierten und gesunden Personen. Laut dem federführenden Wissenschaftler Juan Brian Subirana sei die Analyse-Software äußerst zuverlässig. Mit diesem Pre-Screening-Programm könnte die Ausbreitung des Virus verringert werden, „wenn sie jeder nutzt, bevor er in die Schule, in die Arbeit oder ins Restaurant geht“, so Subirana.

Corona-App aus den USA: Hilft sie bei der Eindämmung des Virus?

Die App baut auf Künstliche Intelligenz (KI) auf, um so Covid-19-Infizierungen festzustellen. Dazu könnten die von der KI genutzten neuronalen Netze selbst kleinste Veränderungen am Klang des Hustens einer Person feststellen, die auf Auswirkungen des neuartigen Coronavirus* hinweisen könnten. Insgesamt circa 200.000 Husten-Aufnahmen hat das Wissenschaftler-Team um Brian Subirana von mehr als 70.000 Freiwilligen gesammelt.

2500 der Teilnehmer wurden positiv auf das Virus getestet. Mit diesen Daten wurde dann die Künstliche Intelligenz der Application „gefüttert“. Der Erfolg des Programms gibt den Entwicklern bisher Recht: 98,5 Prozent der Corona-Infizierten, die Symptome zeigten, wurden vom Algorithmus richtig bestimmt. Bei den asymptomatisch-infizierten Teilnehmern - also Personen ohne Corona-Symptomen - lag die Quote sogar bei 100 Prozent. Angemerkt wurde vom MIT, dass etwas 17 Prozent der nicht Infizierten falsch positiv getestet wurden. Und dennoch: Anscheinend sind die Symptome - zumindest von einer künstlichen Intelligenz - wahrnehmbar. Gerade in Zeiten von steigenden Zahlen ein kleiner Hoffnungsschimmer. Zuletzt berichtete Bundeskanzlerin Merkel von einer neuen Hiobsbotschaft.

Corona-Durchbruch dank US-App? Damit soll Infizierung erkannt werden

Die Wissenschaftler arbeiten in einem nächsten Schritt nun mit dem japanischen Unternehmen Takeda Pharmaceutical und Krankenhäusern auf der ganzen Welt zusammen, um die App kostenlos und benutzerfreundlich anbieten zu können. Das KI-Modell, betont Subirana, sei jedoch nicht dazu gedacht, symptomatische Erkrankungen zu diagnostizieren. Seine Stärke liege in der Fähigkeit, asymptomatischen Husten von gesundem Husten zu unterscheiden.

Laut Forschern könne die App einfach in den Alltag eingebaut werden: „Ein Benutzer könnte sich täglich einloggen, in sein Telefon husten und sofort Informationen darüber erhalten, ob er möglicherweise infiziert ist und daher mit einem formellen Test bestätigt werden sollte“, erklärten die Wissenschaftler in ihrer Mitteilung. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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