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Einkaufen trotz Corona

Shopping unter strengen Auflagen - Das müssen Kunden ab Montag beachten

  • vonJosef Forster
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Shopping in Zeiten von Corona, geht das überhaupt? Mit Bestellung und Abholung im Laden kommt die Regierung den Händlern entgegen - unter strengen Auflagen

  • Verschärfung der Corona-Maßnahmen führt zu Unmut bei den Händlern.
  • Bundesländer finden unterschiedliche Regelungen.
  • Bayern erlaubt „Click and Collect“.

München - Am 05.01.2020 einigten sich Bund und Länder in einem gemeinsamen Papier auf die Verlängerung des Lockdowns bis zum 31.01.2020 und einer Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen sahen sich Bund und Länder gezwungen, einen Bewegungsradius von 15 Kilometern einzuführen. Menschen, die in einem Corona-Hotspot mit einer Inzidenz größer als 200 leben, dürfen sich demnach „ohne triftigen Grund“ nicht weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Die Länder sind sich jedoch bei der Umsetzung dieser Maßnahme uneinig: Während das bayerische Kabinett die Beschlüsse in einer Sondersitzung eins-zu-eins umsetzte, will Baden-Württemberg erst später entscheiden, ob es in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen den Bewegungsradius der Menschen einschränkt. „Aktuell planen wir das nicht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Corona-Maßnahmen: Verlängerung und Verschärfung sorgen bei Händlern für Unmut

Die Verlängerung der Maßnahmen sorgt vor allem bei Einzelhändlern für Kritik. Der Handelsverband Bayern sprach von einem „Hilfeschrei“, der die Wut und Verzweiflung unzähliger Einzelhändler zeige, die um ihre Existenz kämpften. Während das Gastgewerbe Umsatzausfälle durch die Novemberhilfe zu 75 Prozent ersetzt bekomme, lasse die Politik den Handel „am ausgestreckten Arm verhungern“, kritisiert Geschäftsführer Bernd Ohlmann. „Bis jetzt ist nur heiße Luft gekommen.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe im September versichert, man werde „keinen Einzelhandel mehr schließen. Das wird nicht noch mal passieren.“ Im Vertrauen darauf hätten Textil-, Schuh- und Sporthändler Winterware für hunderte Millionen Euro bestellt, sagte Ohlmann. Der deutsche Einzelhandel wendet sich nun mit einem öffentlichen Brief direkt an die Regierung. In dem Schreiben hieß es, dass der Einzelhandel durch die Schließung „vor dem akuten Verlust seiner Existenz“ stehe. Unterzeichnet wurde der Brandbrief vom Handelsverband Deutschland (HDE) und den einzelnen Regional- und Bundesfachverbänden. Das bayerische Kabinett stellt nun den Händlern eine Lösung in Aussicht.

„Click and Collect“ ab 11.01.2021 in Bayern erlaubt

Geschäfte dürfen ab 11.01.21 unter Auflagen wieder verkaufen. Mit „Click and Collect“ können Produkte bei Händlern über das Internet bestellt und anschließend in der Filiale abgeholt werden. Das gleiche Konzept gilt auch für „Call and Collect“-Angebote mit dem Unterschied, dass die Bestellung telefonisch aufgegeben wird. Das bayerische Kabinett knüpfte Auflagen an das Angebot: FFP2-Masken sind genauso Pflicht wie eine zeitliche Staffelung der Abholungen, um lange Schlangen zu vermeiden. Ziel der Maßnahme ist es, den Handel zu stärken, ohne dabei das Infektionsgeschehen zu verschlimmern. Es bleibt abzuwarten, ob das Angebot auch von kleineren Läden angenommen wird. Da diese oft vom Service und Stöbern vor Ort leben, ist deren Rentabilität unter den Auflagen schwer abzuschätzen.

Einkaufen während Corona: Das müssen Kunden beachten

In Bayern wurden am 07.01.2021 15 Städte und Landkreise gemeldet, die über der kritischen Marke von 200 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen liegen. In diesen Corona-Hotspots gelten verschärfte Maßnahmen, wie der eingeschränkte Bewegungsradius. Hubert Aiwanger (Freie Wähler) machte jedoch deutlich, dass der Radius nur gelte, wenn kein „triftiger Grund“ vorliege. Einkaufen ist in Bayern jedoch nach wie vor ein „triftiger Grund“, den Bewegungsradius zu verlassen. Bisher können Kunden nur in Geschäften einkaufen, die Produkte des alltäglichen Gebrauchs anbieten. Zu diesen gehören u.a. Drogerien, Supermärkte und Apotheken. Das wird sich ab 11.01.2021 ändern: Dann können Kunden auf die Abholangebote der Händler zurückgreifen. (jf mit dpa)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

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