Ein Mann trägt eingekauftes Toilettenpapier und Küchenrollen aus einem Supermarkt.
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Ein Mann trägt eingekauftes Toilettenpapier und Küchenrollen aus einem Supermarkt.

Brauchen wir noch Toilettenpapier?

Wenn die Hamsterkäufer wieder zuschlagen - Alternativen zum Toilettenpapier

Besonders in der Corona-Krise wurde das Toilettenpapier zum berühmt-berüchtigten Alltagsbegleiter. Dabei könnte man gut und gerne auch darauf verzichten.

München - Die Corona-Krise hat ein ganz bestimmtes Alltagsprodukt im vergangenen Jahr zum begehrten Gut werden lassen: das Toilettenpapier. Wochenlang war es in Supermärkten und Drogerien so knapp, dass manch einer im Scherz vom „weißen Gold“ sprach. Schuld an dieser Knappheit waren vor allem panische Hamsterkäufe. Zwar hat sich die Lage wieder beruhigt, doch die Frage bleibt: Was kann man also tun, wenn einem das Toilettenpapier ausgeht? Es gibt eine Vielzahl von Alternativen, die einen zweiten Blick wert sind.

Feuchttücher, Küchenrolle und Zeitung - kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier

Dabei kann neben der Corona-Krise auch der Gedanke an die Umwelt Ansporn sein, über Alternativen nachzudenken. Denn Toilettenpapier verursacht nicht nur große Mengen Müll, sondern kostet laut Angaben von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder dem Bund Naturschutz schon in der Produktion wertvolle Ressourcen wie Wasser und Energie. Viel Toilettenpapier wird zudem noch immer nicht aus Recyclingpapier hergestellt, sondern aus Frischfasern. Dafür müssen Bäume gefällt werden. Höchste Zeit also für einen Perspektivenwechsel.

Als das Toilettenpapier im vergangenen Jahr knapp wurde, griffen viele Menschen in der Not zu Feuchttüchern, Küchenrolle und Taschentüchern oder sogar Zeitungspapier. Diese haben aber in der Toilette nichts zu suchen, denn sie verstopfen Rohre, Kläranlagen und Abwasserpumpen, wie ein Mitarbeiter des baden-württembergischen Umweltministeriums gegenüber Deutschlandfunk erklärt. Irgendwann staue sich das Abwasser dann zurück, auch bis in die Wohnungen. Hinzu kommt, dass einige dieser Produkte aus reißfesten Kunststofffasern gearbeitet sind. Diese lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht im Wasser auf. Wenn man diese Alternativen also verwendet, sollten sie unbedingt im Mülleimer entsorgt werden.

Lieber Wasser als Papier - dank dieser Ideen spart man Toilettenpapier

Das geht aber auch besser: Denn andere Möglichkeiten umgehen diese Problematik vollständig. Zum Beispiel findet man in Drogeriemärkten seit einiger Zeit die sogenannte Po-Dusche. Diese besteht aus einem Flaschen-ähnlichen Behälter, der vor jedem Toilettengang mit Wasser gefüllt wird. Dank einem Strahl dient sie dann zur Reinigung. Strom oder Batterien braucht es dafür nicht.

Auch mit einem feuchten Waschlappen kann man sich nach dem Toilettengang gut reinigen. Das war in Deutschland sogar lange üblich, bevor das Toilettenpapier Einzug hielt. Nach der Verwendung sollte der Waschlappen bei 90 Grad in der Waschmaschine gesäubert werden. Wem diese Möglichkeiten nicht zusagen, der kann nach dem Geschäft auch einfach kurz unter die Dusche springen. Einmal abbrausen und schon ist man wieder sauber, denn Wasser reinigt viel besser als Papier. Zudem kann Toilettenpapier auch für Hautirritationen sorgen.

Auf lange Sicht: So können sie Toilettenpapier komplett weglassen

Wer etwas langfristiger denken möchte und bereit ist, ein bisschen etwas zu investieren, hat zudem noch andere Optionen. Möglich ist es zum Beispiel, ein Bidet, ein niedrig angebrachtes Sitzwaschbecken, im Bad einzubauen. Dieses ist in Europa vor allem in Italien, Portugal und Frankreich verbreitet. Man setzt sich nach dem Toilettengang einfach auf die Mini-Wanne und säubert sich mit Wasser. In Asien oder Nordafrika sieht man hingegen häufig Hygiene-Duschen, eine Art Schlauch neben der Toilette, durch den Wasser fließt. Der Vorteil hierbei ist: Die Toilette muss im Gegensatz zum Bidet nicht einmal verlassen werden.

Neben der Toilette ist rechts das Bidet angebracht.

Toilettenpapier sparen lässt sich auch mit dem Dusch-WC, welches Toilette mit den Vorzügen eines Bidets verbindet. Nach dem Toilettengang wird mit Gesäß- und Intimduschen automatisch gereinigt. Moderne Versionen haben sogar eine integrierte Föhn-Funktion. Diese Geräte und Alternativen mögen ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, langfristig spart man aber jede Menge Toilettenpapier, tut der Umwelt etwas Gutes und muss sich wegen Hamsterkäufen nie wieder Sorgen machen. (mam)

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