Schlange vor Baumarkt
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Bau- und Gartenmärkte dürfen ab 8. März ihre Kunden bundesweit empfangen

Click & Meet

Corona-Regeln: Heute öffnen nicht nur Bau- und Gartencenter - Alle Infos zu den Terminplänen

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Nach dem Bund-Länder-Gipfel können sich die Einzelhändler auf Lockerungen freuen. Abhängig von der Inzidenz gibt es weitreichende Neuerungen. Diese betreffen auch die Kunden

Berlin - Nach mehrstündigen Beratungen traten Mittwochnacht Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller vor die Kameras. Die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels wurden mit Spannung erwartet, besonders der Einzelhandel machte sich Hoffnung auf Lockerungen, sind die Geschäfte doch seit Mitte Dezember geschlossen. Das Ergebnis des Corona-Gipfels: Lockerungen kommen Schritt für Schritt, wenn die Inzidenzen sinken und stabil bleiben. Besonders für den Einzelhandel hat der Stufenplan Auswirkungen.

Einzelhandel: Terminshopping, Click & Meet und Co. - Was müssen Kunden beachten?

Bundesweit sind seit 1. März Friseure wieder geöffnet, Schulen zumindest teilweise. Über diese einheitlichen Regeln hinaus, unterscheiden sich die Bundesländer bei weiteren Öffnungen. In Bayern und Baden-Württemberg öffneten beispielsweise seit 1. März die Bau- und Gartencenter ihre Pforten für Kunden. Im restlichen Bundesgebiet sieht der Stufenplan der Regierung eine Öffnung am 8. März vor. Seit Januar ist in den meisten Bundesländern das Click & Collect-Prinzip erlaubt. Die Kunden bestellen die gewünschten Artikel online und holen sie anschließend im Laden ab. Der Stufenplan der Bundesregierung zeigt Schritte, die über diesen Service hinausgehen.

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Museen, Zoos, Gartencenter und Baumärkte - was wann wieder öffnen darf

Ebenfalls am 8. März soll der Einzelhandel in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 öffnen, in Gebieten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen Kunden nach Terminbuchung einkaufen. Ob sich bei dem sogenannten Click & Meet-Verfahren große Handelsketten beteiligen, bleibt abzuwarten. Experten befürchten, dass sich das Einkaufen nach Terminbuchung für große Warenhäuser nicht lohne. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) kündigte an, das Click & Meet-Verfahren für ihr Bundesland anzubieten. Das Konzept gebe „zunächst für kleinere Geschäfte eine echte Perspektive“, zitiert die AFP die Ministerin. Prinzipiell muss der Einzelhandel für die Öffnung ein Konzept vorlegen, das Tragen einer Maske sowie das Einhalten der Hygieneregeln ist verpflichtend.

Die Grafik zeigt die geplanten Lockerungen

Galerien, Museen, Zoos, Botanische Gärten, Bau- und Gartencenter sowie Gedenkstätten dürfen ab kommenden Montag bei einer Inzidenz von unter 50 öffnen.

Corona-Öffnung des Einzelhandels in Deutschland: Inzidenz von 35 nicht mehr entscheidend

100, 50 oder doch 35? In den vergangenen Wochen geisterten zahlreiche Inzidenzwerte umher, die die zukünftigen Lockerungsschritte bestimmen sollten. Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier heute gegenüber RTL/ntv bilanziert, fiel die 35 als magische Marke für weitere Öffnungen: „Die Inzidenz von 35, die sehr streng war, die viele verärgert und aufgeregt hat, die ist nicht mehr für die Öffnung Voraussetzung“, so Altmaier. „Wir schauen nicht nach starren bundesweiten Inzidenzen, sondern wir schauen nach der regionalen Situation, im Landkreis, in der kreisfreien Stadt.“

Einzelhandel: Beschlüsse des Corona-Gipfels eine „Katastrophe“

Während sich die Kunden auf die schrittweise Öffnung der Geschäfte freuen dürfen, hagelt es von Seiten des Handels für die Gipfel-Beschlüsse massive Kritik. Die neue Regelung zementiere die Schließung der meisten Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende des Monats, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth gegenüber Merkur.de. Für den Handel sei dies eine „Katastrophe“.

„Bis Ende März verlieren die geschlossenen Handelsunternehmen weitere rund zehn Milliarden Euro. Die alleinige Orientierung an Inzidenzwerten ist nicht zielführend“, klagt Genth. Auch die Finanzhilfen der Politik erzielten nicht den gewünschten Erfolg. Die Überbrückungshilfen seien „zu langsam und zudem auch nicht ausreichend, um einen so langen Lockdown zu überstehen“. Die Folgen für den Handel sind laut des HDE-Geschäftsführer dramatisch. Das Ladensterben laufe schon lange, verdeutlicht Genth. (jjf)

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