Innenstadt München
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Das Foto aus der Innenstadt Münchens zeigt Menschen mit verschiedenen Corona-Masken. (Symbolbild)

Nicht nur bei großer Drogerie-Kette verkauft

Corona-Masken: Rückruf in Deutschland - Weitere Details - Labor bestätigt ersten Verdacht

  • Armin T. Linder
    VonArmin T. Linder
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Corona-Masken sind wichtiger denn je für den Alltag. Ein Hersteller hat jetzt ein Produkt zurückgerufen. Und inzwischen neue Details bekannt gegeben.

  • Achtung, nicht verwenden! Ein Hersteller hat Corona-Masken zurückgerufen.
  • Darin wurde bei einer Labor-Untersuchung das Gift Anilin entdeckt.
  • Der Hersteller hat nun weitere Details bekannt gegeben.

Update vom 15. Dezember 2020: Es gibt neue Details zum Rückruf der Corona-Masken viral Protect, veröffentlicht am Montag (14. Dezember) auf der offiziellen Homepage. „Wir empfehlen, Viral Protect Masken der Charge T100406 nicht zu verwenden und bieten einen Umtausch oder eine Rückgabe an“, heißt es dort. „Hintergrund ist eine Kundenreklamation wegen eines unangenehmen Geruchs.“

Der Hersteller habe demnach auf den Hinweis reagiert und das Institut Hohenstein beauftragt, eine Stichprobe zu analysieren. Das Ergebnis der ersten Analyse (Sensorik) sei unauffällig gewesen. „Bei der weitergehenden chemischen Analyse wurde im Einfassband einer schwarzen Maske Anilin nachgewiesen“, bestätigt der Hersteller. „Anilin ist eine farblose, ölige Flüssigkeit als Ausgangsstoff für zahlreiche Arzneimittel, Farb- und Kunststoffe.“

Im Anschluss seien Masken aus verschiedenen Chargen geprüft worden. „Anhand der vorliegenden Analysen konnte die Abweichung auf die Charge T100406 – schwarze Masken der Größe M und L – eingegrenzt werden.“ Die Nummer sei auf der Verpackung im unteren linken Bereich zu finden.

Inzwischen ist der Mitteilung nach auch klar, wo die betroffenen Corona-Masken verkauft wurden - nicht nur bei der Drogeriemarktkette Müller, sondern auch über den eigenen Online-Shop.

Der Hersteller appelliert, die Masken nicht länger zu verwenden. Er hat den Rückruf der Corona-Masken angestoßen und nach eigenen Angaben auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert. Die Firma appelliert an Kunden, die Corona-Masken der Charge nicht zu verwenden. Wer eine Maske über den Online-Shop gekauft hat, kann eine Rückgabe über das dortige Kontaktformular anstoßen. Alle, die bei Müller eingekauft haben, sollen die Masken in ihre Filiale zurückbringen, was auch ohne Kassenbon möglich sei.

Das gefundene Anilin steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Ob eine tatsächliche Gesundheitsgefahr bei der Benutzung der Corona-Maske besteht, ist weiterhin unklar.

Auch Müller hat ein Update auf seiner Homepage veröffentlicht. Dort heißt es: „Der zunächst vorsorglich durchgeführte Rückruf erfolgte aufgrund des unangenehmen Geruchs des Artikels. Zu diesem Zeitpunkt lagen aufgrund der beauftragten Prüfanalysen keine Anhaltspunkte vor, welche eine Gefährdung hätten begründen können. Nach weitergehenden chemischen Analysen wurde zwischenzeitlich in einzelnen Proben Anilin im Einfassband nachgewiesen, sodass nunmehr der weitere Rückruf durchgeführt wird.“

So sieht die Maske Viral Protect aus.

Rückruf von Corona-Masken in Deutschland - Nicht verwenden, Gift entdeckt

Unser Artikel vom 11. Dezember 2020: Berlin - Corona-Masken sind derzeit für den Alltag unverzichtbar. Damit schützen Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch andere vor einer Infektion. Jetzt ist aber Vorsicht geboten! Ein Produkt wurde zurückgerufen. Es handelt sich um die „7-Monatsschutzmaske viral Protect in den Größen M und L“, die unter anderem über die Drogerie-Kette Müller vertrieben wurde.

Rückruf von Corona-Masken: Charge wurde mindestens bei Müller verkauft

Den Rückruf der Corona-Masken verbreitet Müller über die offizielle Homepage. Demnach sei die Maske seit dem 30. Oktober verkauft worden. „Bitte prüfen Sie die Betroffenheit Ihres Artikels und stellen Sie die Nutzung bzw. den Verzehr umgehend ein! Weitere Maßnahmen: Die Rückgabe des betroffenen Artikels ist in jeder unserer Filialen möglich. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet“, heißt es dort. Wobei der Begriff „Verzehr“ bei einer Corona-Maske wohl etwas ungewöhlich ist.

Als Grund für den Rückruf wird „starker Geruch“ angegeben. Reicht das schon für einen Rückruf? Es ist wohl noch schlimmer, wie etwa produktwarnung.eu berichtet. Das Portal berichtet von einem Statement des Herstellers Media Chain Products GmbH. Demnach sei in einer Maske der Charge 100406 der AZO-Farbstoff Anilin nachgewiesen worden.

Rückruf von Corona-Masken: Nur starke Geruchsentwicklung oder echte Gefahr?

Dieser wurde im Einfassband einer Maske besagter Charge entdeckt. Dem Portal zufolge werden die Masken des Herstellers nicht nur bei Müller verkauft, sondern auch online. Ob nur die Produkte betroffen sind, die bei der Drogerie-Kette angeboten wurden, ist unklar.

Ebenso nicht gesichert ist, ob nur ein störender Geruch zu befürchten ist oder sogar noch weit mehr. Denn bei Anilin handelt es sich um ein Gift. „Anilin steht im Verdacht, krebserregend zu sein und kann vermutlich genetische Defekte verursachen“, schreibt beispielsweise NDR.de. Das Gift ist aber in begrenzten Mengen etwa auch in Jeanshosen zu finden. Insofern ist wohl die Menge relevant. Sicher ist: Nach dem Rückruf sollten die besagten Corona-Masken nicht verwendet werden. (lin)

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