Eine Person tippt mit ihrer linken Hand auf einem Handy herum.
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Wichtige SMS-Nachricht: Einreisende werden in Deutschland seit Anfang März auf die geltenden Corona-Maßnahmen hingewiesen.

Risikogebiete in mehr als 120 Ländern

Corona-Maßnahmen werden eingeimpft: Regierung lässt jedem Einreisenden eine wichtige SMS senden

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Der Reiseverkehr dürfte eine besondere Gefahr in der Corona-Pandemie darstellen. Dem will die Politik nun zumindest mit einer SMS an alle Einreisenden entgegenwirken.

München - Reisen ist in der Corona-Pandemie beschwerlich, aber natürlich nicht unmöglich. Ob aus beruflichen oder privaten Gründen. Je mehr Menschen sich zwischen verschiedenen Ländern hin und her bewegen, desto komplizierter gestaltet sich natürlich auch die Eindämmung von Sars-CoV-2 und seiner verschiedenen Varianten.

Dabei ist auch Eigeninitiative der Reisenden gefragt. Die bekommen seit dem 1. März aber eine besondere Gedächtnisstütze durch den Staat. Denn im Zuge des Infektionsschutzgesetzes versenden die deutschen Mobilfunkanbieter nun eine SMS an jeden, der nach Deutschland einreist.

Corona-Maßnahmen für Einreisende per SMS: Hinweise auf Einreise- und Infektionsschutzbestimmungen

Laut Bundesgesundheitsministerium wird damit §8 der Corona-Einreiseverordnung umgesetzt. Dieser verpflichtet Telekom, Vodafone und Co., „seinen Kunden, die sich nach Nutzung eines ausländischen Mobilfunknetzes nach mehr als 24 Stunden wieder in sein Mobilfunknetz einbuchen, sowie Nutzern ausländischer Mobilfunknetze, die sich in sein Mobilfunknetz einbuchen, unverzüglich und barrierefrei eine Kurznachricht der Bundesregierung (...) zur Verfügung zu stellen, in der auf die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzbestimmungen (...) sowie auf die zu beachtenden Infektionsschutzmaßnahmen (...) hingewiesen wird.“

Den Inhalt stellt die Bundesregierung den Betreibern zur Verfügung. Diese Verordnung wurde am 13. Januar verkündet und von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Gesundheitsminister Jens Spahn unterschrieben.

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Corona-Maßnahmen für Einreisende per SMS: Unterscheidung zwischen drei Kategorien von Ländern und Gebieten

Länder und Regionen, die ähnlich schwer mit der Pandemie zu kämpfen haben wie Deutschland, werden dabei in drei Stufen unterschieden: Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvarianten-Gebiete. Für Letztere gelten vorerst noch bis zum 3. März ein Beförderungsverbot sowie zum Teil Einreiseeinschränkungen. Hier werden nur „sehr eng begrenzte Ausnahmen“ gewährt.

Wer nach dem Aufenthalt in einem der gelisteten Länder oder Regionen nach Deutschland einreist, muss sich zuvor anmelden und einen negativen Test nachweisen können. Bei Risikogebieten ist Letzteres auch bis zu 48 Stunden nach Einreise möglich, bei Hochinzidenzgebieten gibt es zumindest wenige Ausnahmen.

Es folgt die Quarantänepflicht, abhängig vom jeweiligen Bundesland. So sind auch Ausnahmen möglich, bei der Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet jedoch nur sehr selten. Auf all dies sollen nun also zusätzliche SMS aufmerksam machen. Und damit den Bürgern die Corona-Maßnahmen quasi einimpfen.

Corona-Maßnahmen für Einreisende per SMS: Israel und USA zählen zu den Hochinzidenzgebieten

Derzeit gelten mehr als 120 Länder - komplett oder in Teilen - als Risikogebiete. 27 werden als Hochinzidenzgebiete ausgewiesen, darunter auch Israel und die USA. Unter diesen Begriff fallen Gebiete, die das Mehrfache der Sieben-Tage-Inzidenz Deutschlands und dabei mindestens den Wert 200 aufweisen.

Zudem werden 16 Nationen wie Brasilien, Südafrika oder Großbritannien als Virusvarianten-Gebiete gelistet. In diesen wurde eine Mutation des neuartigen Coronavirus verbreitet festgestellt, „die nicht zugleich in Deutschland verbreitet auftritt und von der anzunehmen ist, dass von ihr ein besonderes Risiko ausgeht“. Dies könne sich niederschlagen in leichterer Übertragbarkeit, einer beschleunigten Ausbreitung aufgrund anderer Eigenschaften, folgenden schwereren Krankheitsverläufen oder einer schwachen Immunität von Geimpften.

Wie gesagt: Reisen ist mittlerweile eine komplizierte und darüber hinaus auch durchaus gefährliche Angelegenheit geworden. Immerhin wurden Ende Februar mit Französisch-Polynesien und Curacao zwei Inselstaaten von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Kleine Lichtblicke in einer Zeit der Ungewissheit. (mg)

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