Wilde Schnäppchenjagd beginnt

Black Friday/Cyber Monday: Lohnt er sich wirklich oder ist alles nur Betrug am Kunden? Experten warnen deutlich

  • vonKai Hartwig
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Am 27. November 2020 ist es wieder so weit: Der Black Friday steht an. Viele Händler locken mit teils sehr großen Rabatten. Doch Kunden sollten vorsichtig sein.

  • In wenigen Tagen beginnt die wilde Schnäppchenjagd: Der Black Friday 2020 findet am 27. November statt.
  • Auch in Deutschland hoffen viele auf Mega-Angebote zu Niedrigpreisen.
  • Allerdings ist Vorsicht geboten - die Verbraucherzentrale warnt.

München - Jahr für Jahr fiebern Schnäppchenjäger dem Ende des Monats November entgegen. Denn dann steht der Black Friday an. An diesem Tag, der die Geschäfte des Einzelhandels wegen der Corona-Pandemie vor große Herausforderungen stellt, hagelt es im Handel Angebote ohne Ende.

Seit 2013 gibt es auch in Deutschland den Black Friday, der ursprünglich aus den USA stammt und immer auf den Freitag nach Thanksgiving, dem US-amerikanischen Erntedankfest, fällt. Mit ihm beginnt das Weihnachtsgeschäft. Gemeinsam mit dem unmittelbar folgenden Cyber Monday startet er die Winter-Einkaufs-Saison.

Doch können Kunden sich wirklich auf große Rabatte freuen? Lohnt sich der Black Friday* oder ist er nur ein großer Bluff des Handels?

Black Friday 2020: „Marken, Rabatte in Prozent, zeitliche Begrenzung“

Mit Amazon, Zalando, Saturn oder Media Markt – um nur einige zu nennen – machen die bekannten Größen allesamt beim Black Friday mit und wollen das große Geschäft. Sie locken, teils auch schon in den Tagen vor dem Black Friday, mit großen Preisnachlässen, angegeben in Prozent. Und das zeigt zumeist Wirkung.

Kai Hudetz glaubt, den Grund zu kennen. Kunden seien wahre Jäger, so der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung in Köln gegenüber augsburger-allgemeine.de, deshalb wirken drei Faktoren: „Marken, Rabatte in Prozent und eine zeitliche Begrenzung.“

Und eine Rabatt-Angabe in Prozent bleibe „besonders gut im Gedächtnis“, erklärte Hudetz weiter. Wenn dann noch Markenprodukte zu vermeintlichen Spottpreisen dargeboten werden, sei dies für viele Kunden besonders verlockend.

Black Friday 2020: Verbraucherzentrale warnt - UVP als Berechnungsgrundlage für Rabatte

Doch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt. Sie sieht die Black-Friday-Angebote eher kritisch. So sind laut einer Untersuchung der Beratungsstelle viele mögliche Schnäppchen bei genauem Hinsehen eher Lockangebote* mit überschaubarem Preisvorteil.

Demnach nutzen die Anbieter in vielen Fällen die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) als Berechnungsgrundlage, von dieser geht der ausgewiesene prozentuale Nachlass ab. Da die Artikel aber häufig schon vor dem Black Friday deutlich unter dem UVP-Preis angeboten wurden, wird aus dem Mega-Schnäppchen eher ein kleiner Schnapper.

Die besagte Analyse der Verbraucherzentrale NRW brachte zutage, dass so der ausgelobte 50-Prozent-Rabatt meist nur 20 Prozent Nachlass entsprach. Aus Kundensicht ist also Vorsicht geboten, man sollte nicht überstürzt zuschlagen.

Das ist allerdings nicht so leicht, denn gerade die Online-Händler arbeiten mit psychologischen Tricks. Dabei suggeriert man dem Verbraucher durch ablaufende Bestandsanzeigen oder Uhren, das Eile geboten ist, den Kauf zu vollziehen.

Man sollte also mit der nötigen Ruhe auf die wilde Rabatt-Jagd gehen. Und wer sich von den Tricks der Händler nicht beeinflussen lässt, könnte trotzdem noch sein Schnäppchen finden. (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Ray Tang/XinHua/dpa/picture alliance

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