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Nach Conrad: Nächster großer Elektronikhändler vor dem Aus – 18 Standorte betroffen

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Von: Lisa Bender

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In Deutschland gibt es bald einen Elektronikhändler weniger. Das Unternehmen hat angekündigt, alle 18 Standorte in Kürze schließen zu wollen.

Dortmund – Der stationäre Handel hat schon mal bessere Zeiten gesehen. Die Corona-Pandemie und der anhaltende Boom im Online-Geschäft sorgen für ein Insolvenz-Verfahren nach dem anderen. Doch auch der Online-Markt ist vor Krisen nicht sicher, wie jetzt ein Elektronikhändler bitter zu spüren bekommt. Er zieht sich aus Deutschland zurück.

AO Deutschland LimitedOnline-Händler für Elektrogeräte
Tochterunternehmen vonBritischem Marktführer ao.com
Standorte in Deutschland18
ZentraleBergheim bei Köln
Mitarbeiter in DeutschlandRund 450

Nach Conrad und Co: Nächster Elektronikhändler in Deutschland vor dem Aus

Es kommt einem Domino-Effekt gleich: Erst 2021 kündigten die Elektro-Giganten Saturn und Media Markt an, zahlreiche Filialen in Deutschland schließen zu müssen, dann Anfang 2022 die nächste schlechte Nachricht: Der Elektronikhändler Conrad teilte mit, sich komplett aus dem Offline-Geschäft verabschieden und bis Ende des Jahres nahe alle Filialen schließen zu wollen, wie RUHR24 berichtet. Conrad will sich nun eigenen Angaben zufolge auf den Versandhandel konzentrieren.

In die Nachrichten über Schließungen und Umbrüche reiht sich nun der nächste Elektronikriese ein: AO – ein Händler, der sich seit 2014 auf den Verkauf von elektronischen Geräten wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Fernsehgeräte spezialisiert und diese ausschließlich online vertrieben hatte. Doch damit ist jetzt Schluss – zumindest was den Markt in Deutschland betrifft, wie die Lebensmittel Zeitung berichtet.

Händler für Elektrogeräte schließt in Deutschland 18 Standorte

AO wirbt stets damit, eine breite Palette an unterschiedlichsten elektronischen Geräten im Angebot zu haben – und diese zu fairen Preisen stets kostenlos bis vor die Haustüre zu liefern. Bei den Kunden kam das wohl gut an. Die Bewertungen sprechen für sich: Von „superschneller Lieferung zu gutem Preis“ hatten wenige etwas auszusetzen.

In Deutschland hat sich das wohl nicht gerechnet und Kunden müssen künftig auf den Elektronikhändler, dessen Wurzeln und Mutterkonzern in Großbritannien zu finden sind, verzichten. Der Vorstand habe nämlich entschieden, „dass die Schließung des deutschen Unternehmens die beste Vorgehensweise ist“, so heißt es in einer offiziellen Erklärung von AO.

Elektronikhändler AO zieht sich aus Deutschland wegen Corona zurück

Und aus welchen Gründen? Ebenfalls Corona. Aber Moment, hat Corona nicht etwa für einen Aufschwung im Online-Handel gesorgt? Ja, aber dieser scheint nun vorbei zu sein – zumindest, wenn man den Aussagen des Mutterkonzerns von AO Glauben schenken will.

Die Kunden seien zu einem Online-Einkaufsverhalten wie vor der Pandemie zurückgekehrt, heißt es. Aber auch eine „intensivierte Wettbewerbslandschaft“, eine „erhebliche Steigerung der digitalen Marketingkosten und eine eingeschränkte Lieferkette“ werden als Gründe für den Rückzug des deutschen Unternehmens angeführt.

AO schließt: Elektronikhändler liefert bald nicht mehr in Deutschland

Die Aussichten für das deutsche Unternehmen hätten sich zunehmend verschlechtert, weshalb man sich letztendlich zu dem Schritt entschieden hätte, alle Standorte in Deutschland zu schließen. Seit 2014 wurden die Elektronikgeräte von rund 18 sogenannten Outbases und Lagern quer in Deutschland verteilt, verschickt.

Ein genauer Zeitpunkt, wann damit jetzt Schluss ist, ist noch nicht bekannt. In der Erklärung des britischen Mutterkonzerns heißt es dazu lediglich nur, dass die hiesigen Geschäfte in Deutschland noch kurze Zeit weiter betrieben werden, um „Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern eine strukturierte und geordnete Schließung zu erleichtern“.

Der Markt für Elektronikgeräte scheint also in einer Krise zu stecken – unabhängig ob stationärer oder digitaler Handel. Gründe dafür gibt es einige: Corona, Chip-Mangel und nun auch noch die steigende Inflation. Aber auch die Modebranche scheint davon nicht verschont zu bleiben. So haben in kurzer Zeit zwei Unternehmen angekündigt, zahlreiche Filialen schließen zu müssen: Pimkie und Orsay werden bald aus den Innenstädten verschwinden.

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