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Revolution bei Rewe, Edeka, Aldi und weiteren Supermärkten: Einkaufswagen bald ohne Pfand?

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Von: Stella Henrich

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In den Niederlanden können Kunden ihren Einkaufswagen inzwischen auch ohne den klassischen Münz-Chip nutzen. Auch hierzulande setzen immer mehr Händler auf Alternativen.

Köln ‒ „Freiheit für den Einkaufswagen“ so in etwa feiert der holländische Verbraucher momentan die technische Revolution, denn der Handelskonzern Albert Heijn lässt seine Wägen von der Kette. Was eine Errungenschaft, welch eine Freude ‒ so ein kleiner Chip sorgt für einen so großen Fortschritt bei seiner Kundschaft.

Die Änderung geht nach Angaben des Unternehmens auf Erfahrungen während der Corona-Pandemie zurück. Denn da musste man das klassische System aus hygienischen Gründen aussetzen, berichtet der Spiegel.de. Die Händler merkten schnell, dass nicht mehr Wagen verschwanden als vor der Pandemie. Jetzt die Entscheidung: Schluss mit Chips, Münzen und Ketten.

Das Bild zeigt Rewe Einkaufswagen.
Noch sind einige Einkaufswagen hierzulande an der Kette befestigt. Der Handel arbeitet an neuen, digitalen Lösungen. (Symbolbild) © Matthias Baran/imago

Einkaufshilfen ohne Chip: Freie Verfügbarkeit ist viel bequemer

Aufmerksame Verbraucher dürften inzwischen mitbekommen haben, dass auch hierzulande immer mehr Einkaufswagen „frei“ vor den Märkten parken. So zum Beispiel beim Supermarkt Edeka. Denn die freie Verfügbarkeit der rollenden Helfer ist viel bequemer als sich auf die Suche nach einer Münze zu machen. Doch leider hat sich das digitale Prinzip noch nicht überall im Einzelhandel durchgesetzt. Irgendwie scheint der Einkaufswagen das letzte Relikt zu sein, wo der Kunde noch immer nicht digital im Handel weiterkommt.

Das stimmt nicht ganz, denn auch Netto, Lidl, Penny, Rewe und Aldi haben inzwischen Shopping-Apps, mit denen der Verbraucher einkaufen gehen kann. Und einige der Händler testen bereits, dass Kunden die Einkaufswagen mit ihren Smartphones entsperren können. Dazu müssen sie sich bloß die App des jeweiligen Supermarkts oder Discounters auf ihr Handy laden und anschließend das Gerät über das Pfandschloss des Wagens halten. Dieser wird dann per NFC- oder Bluetooth-Signal entsperrt. Kinderleicht also.

Darum wurde das Pfandsystem ursprünglich eingeführt:

Eingeführt wurde das Pfandsystem mit Chip und Münze, weil immer mehr Einkaufswagen verschwanden oder verloren gingen. Der Handel stellte daraufhin Mitarbeiter ein, welche die Einkaufshelfer suchen und wieder zurückbringen mussten. Diese fanden sie auf Gehwegen, Parkflächen, in Vorhöfen und Gärten wieder, berichtet Chip.de. Als daraufhin das Pfandschloss eingeführt wurde und sich dieses Konzept flächendeckend etablierte, ging der Trend deutlich zurück. 

Einkaufswagen ohne Chips und Münzen: Bald schon marktreif

Was bei Märkten noch in der Testphase ist, scheint von der endgültigen Marktreife nicht mehr weit entfernt, berichtet Chip.de. Namhafte Softwarehersteller entwickelten bereits die marktreife Technik für den „ungechiptpen“ Einkaufswagen. Die Kunden jedenfalls können es laut einer „nicht repräsentativen“ Umfrage der Lebensmittel-Zeitung kaum erwarten, mit einem Wagen ohne Chip ihre Einkäufe zu erledigen. So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für einen „Wagen ohne Chip“ aus, 27 Prozent dagegen.

Ältere Personen dürften das klassische Schloss allerdings noch brauchen. Vermutlich kommen sie mit digitalen Lösungen nicht so gut klar. Bislang sammeln Händler erste Markterfahrungen, um zu schauen, wie es bei ihren Kunden ankommt, so Chip.de. Darüber hinaus könnten die Kosten für Technik, Software und ein Umrüsten der Wagen die Händler bislang noch davor abschrecken, digital entsperrte Einkaufs-Trolleys flächendeckend in ihren Märkten einzusetzen.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Supermarkt- und Discounter-Riesen wie Netto oder Edeka testen bereits Self-Scan-Konzepte. Es könnte also sein, dass alle bis dahin „befreiten Wagen“ zwar nicht wieder an die Kette gelegt werden, dafür aber dann „gechippt“ sind, um sie vor ungewollten „Entführungen“ zu schützen.

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