Ein Kunde oder eine Kundin hält über ihrem Einkauf den Kassenbon in der Hand.
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Soll In digital ressourcenschonender werden: der klassische Kassenbon aus Papier

Tests laufen

Nicht erschrecken - dm-Änderung beim Kassenbon

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Der Einkaufsbon in den Märkten soll schrittweise digital werden. Das Projekt wird bereits in einigen Filialen getestet.

Karlsruhe - Die Drogeriekette dm führt einen digitalen Kassenbon ein. Das berichtet aktuell die Lebensmittelzeitung. Diesen gebe es auf Wunsch. Der Markt hat dafür seine App um eine Funktion erweitert: Für den nicht-papiernen Einkaufsbeleg muss an der Kasse ein QR-Code gescannt werden. Das Projekt werde zunächst in ausgewählten Filialen erprobt.

Gleichzeitung zum „E-Bon“ sollen Einkaufende „aus technischen Gründen“ zunächst weiterhin einen papiernen Kassenzettel erhalten, heißt es weiter. Als „Pionier“ des E-Bons gelte dm, berichtet die Lebensmittelzeitung. Schon von 2012 bis 2018 habe der Händler ihn angeboten.

Digitaler Kassenbon: Auch Edeka und Netto für mehr Nachhaltigkeit

Kassenzettel verbrauchen viel Papier, nachhaltig ist das nicht. Auch die Supermarktketten Edeka und Netto wollten dem diesen Sommer entgegenwirken, wie das Hamburger Abendblatt damals berichtete. Der Verbrauch an Kassenpapierrolle liege in den bundesweit 670 Edeka-Märkten bei 30 Stück pro Tag. Der sollte durch einen E-Bon um 20 Prozent gesenkt werden. Einen ähnlichen Vorstoß unternahmt laut ruhr24.de Lidl.

Seit 2020 gilt in Deutschland die umgangssprachliche „Bonpflicht“, selbst bei wenigen Cent. Der Grund: Die Beträge sollen nicht am Fiskus vorbeilaufen. Wegen des hohen Ressourcenverbrauchs allerdings gab es Proteste – Händler kippten beispielsweise eimerweise Kassenbons vor ihre Theken:

Protest gegen die Kassenbonpflicht: die gesammelten Zettel von zwei Tagen in einer Bäckerei.

Jährlicher Papierverbrauch für Kassenbons: 50 Mal die Erde umwickeln

Eine Rechnung der Welt zur Einführung der Bonpflicht machte das Problem klar: Mit der Menge der jährlich ausgedruckten Kassenbons könnte man 43 Fußballfelder bedecken oder den Äquator 50 Mal umwickeln, schrieb die Zeitung.

Längst gibt es auch zahlreiche unabhängige Apps für den digitalen Kassenbon. Das t3n-Magazin zog über diese am Jahresanfang jedoch eine ernüchterte Bilanz. „Egal, ob Epap, Green Bill, Anybill oder Wunderbon – keines der Startups, über die wir vor einem Jahr schrieben, hat so wirklich den Durchbruch im Handel geschafft“, heißt es in einem Bericht.

Denn unklar sei, wie viele Menschen sie auch gebrauchten. „Alles in allem gehen Branchenexperten von vielleicht 25.000 bis 50.000 Nutzern aus der jeweiligen Apps – mehr nicht“, hieß es. (frs)

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