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dm ist es gelungen, als Marke Kultstatus zu erreichen - für eine Drogerie-Kette höchst ungewöhnlich

Hype um Service

Neues dm-Angebot erregt plötzlich Aufsehen - selbst die Drogeriekette rätselt darüber

Ein dm-Service erregt seit kurzem unerklärliche Aufmerksamkeit. Das verdeutlicht, welcher Hype mittlerweile um die Drogerie-Kette entstanden ist.

  • Die Drogeriekette dm experimentiert häufig mit Neuerungen
  • Nun macht ein neuer Service in den Drogeriemärkten Schlagzeilen
  • Dass dieses Angebot plötzlich Aufsehen erregt, kann sich die Drogerie-Kette nicht erklären

Karlsruhe - Der Konkurrenz-Kampf unter den Drogerie-Ketten in Deutschland ist hart. Dm, Rossmann und Müller versuchen mit immer neuen Maßnahmen, Kunden in ihre Filialen zu locken. Ständig erweitern die Drogerie-Riesen ihr Sortiment, testen zusätzliche Service-Leistungen und Bezahlmethoden. 

In den vergangenen Tagen berichteten einige Medien von einer neuen Serviceleistung bei dm, die Kunden noch enger an die Marke binden soll: 17 ausgewählte Drogeriemärkte in München und Essen bieten einen Wäscheservice an. Kunden können Kleidungsstücke zur Reinigung abgeben und sie nach drei bis fünf Tagen wieder abholen. Dazu kooperiert der Drogerie-Gigant dm, der noch weiter in Deutschland expandieren will, mit Persil Service.

Service bei dm gibt es schon länger - jetzt erregt er plötzlich Aufmerksamkeit

So neu wie die jüngsten Medienberichte suggerieren, ist der Wäscheservice allerdings gar nicht. Kunden können diese Dienstleistung seit April 2019 in Anspruch nehmen, erklärt eine Sprecherin von dm gegenüber dem Ippen-Digital-Redaktion. Eine Änderung bei dm verärgert derzeit Kunden. Betroffen ist das Bonusprogramm Payback.

In die Schlagzeilen gelangte der Service erst jetzt, nachdem das Portal Chip darauf gestoßen war. „Wir können uns das plötzliche Interesse nicht erklären“, sagt eine dm-Sprecherin weiter. „Aber wir freuen uns natürlich, dass der Service jetzt Aufmerksamkeit erzeugt.“

Der Service ist erst einmal nur ein Test. „Bislang sind die Rückmeldungen der Kunden positiv“, sagt Sebastian Bayer, Marketing-Geschäftsfüher bei dm, zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk. „Wir werden die Erfahrungen und Rückmeldungen sammeln und danach entscheiden, ob und wie wir den Service auch an anderen Standorten anbieten können.“ Rewe bietet seit Dezember 2019 einen ähnlichen Service an.

Besonders günstig ist das Angebot von dm im Übrigen nicht. Pro Hemd kostet die Reinigung 1,99 Euro, bei Hosen und Röcken werden 5,89 Euro fällig. Das entspricht den Preisen einer herkömmlichen Textil-Reinigung. 

Wenn die Wäsche beim Kunden zuhause abgeholt werden soll, kostet das zusätzlich 1,19 Euro pro Paket. Der Rückversand der sauberen Wäsche kostet 4,90 Euro. Ab sieben Wäschestücken ist der Versand umsonst.

dm verteidigt seine Position als Marktführer der Drogerie-Ketten mit ungewöhnlichen Maßnahmen

Dass es dm mit einem gewöhnlichen Wäscheservice in die Schlagzeilen geschafft, der nicht einmal dem Konzern selbst eine Pressemitteilung wert war, zeigt: Deutschlands beliebteste Drogerie-Kette ist inzwischen selbst zur Kultmarke geworden. 

Dahinter steckt eine aufwendige und ausgefeilte Strategie: dm experimentiert häufig mit Neuerungen, um die Marktführerschaft nicht an Konkurrenten zu verlieren. So tauscht der Drogerie-Konzern jährlich bis zu 7.000 Produkte im Sortiment aus, wie dm-Geschäftsführer Christoph Werner Anfang 2019 im Gespräch mit der Welt erklärte. „Wir müssen uns permanent die Frage stellen, was der Kunde erwartet. Deshalb experimentieren wir viel“, zitierte ihn die Zeitung.

In den sozialen Netzwerken stellt sich dm jung, nahbar und oft auch humorvoll dar, wie dieses Beispiel zeigt:

Aufsehen erregte dm jüngst mit Still-Ecken für Mütter und Babys, die der Konzern in 100 Filialen einrichtete. Und mit ausgeklügelten Marketing-Gags wie dem Mops-Klopapier, das innerhalb kurzer Zeit ausverkauft war und deshalb zu Irrsinnspreisen bei Ebay gehandelt wurde.

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