„So viel Arroganz und Überheblichkeit“

Befremdliche Fotos: Edeka reagiert auf massive Kunden-Kritik - Riesen-Diskussion entbrennt

  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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„Liebt ihr auch eure Kunden?“, beschwert sich eine Frau bei Edeka. Der Supermarkt reagiert sofort und um die ungewöhnliche Fotos entbrennt eine Diskussion.

  • Eine Kundin schickt fünf ungewöhnliche Fotos an Edeka und beschwert sich über die Zustände in einem Markt.
  • Sie stört sich enorm an Kartons in den Gängen und schlägt vor, die Ware zu anderen Zeiten einzuräumen.
  • Andere User reagieren empört auf diesen Vorschlag, die Angestellten seien derzeit ohnehin zu stark belastet.

München - Supermarktketten in Deutschland bereiten sich auf einen extremen Kunden-Ansturm vor. Der harte Lockdown treibt die Menschen in die Läden, obwohl die Lebensmittelgeschäfte geöffnet bleiben. Manche Kunden beginnen - nicht zum ersten Mal - verschiedenste Dinge zu hamstern. Darüber hinaus fällt Heiligabend in diesem Jahr auch noch auf einen Donnerstag. Dann sind die Supermärkte also dreieinhalb Tage am Stück geschlossen.

Das bedeutet Hochdruck für alle Angestellten. Die Regale sollen immer voll sein, den Kunden ein entspannter Einkauf ermöglicht werden. Und dann soll zum Corona-Infektionsschutz sowieso alles so schnell und reibungslos wie irgend möglich funktionieren.

Eine Mitarbeiterin eines Edeka-Marktes sitzt an der Kasse hinter einem Spuckschutz. Die Supermarkt-Angestellten befinden sich zur Corona- und Vorweihnachtszeit unter Hochdruck.

Edeka: Kundin beschwert sich massiv - sie schickt fünf Fotos an die Supermarkt-Kette

Ganz reibungslos hat eine Edeka-Kundin ihren Einkauf offenbar nicht erlebt. Sie beschwert sich öffentlich beim Konzern. Schickt fünf ungewöhnliche Fotos an die Facebook-Pinnwand des Unternehmens.

„Liebe Edeka-Märkte, dass ihr Lebensmittel liebt, mag ja sein. Liebt ihr auch eure Kunden?“, leitet sie polemisch ein, „muss es denn gerade im Moment sein, dass zur Hauptinfektionszeit alle Gänge mit Kartons vollstehen?“ Auf den beiliegenden Bildern ist zu sehen, dass die Ware im Markt teils unkonventionell vor den Regalen abgestellt ist.

„Es freut uns ja, dass die Regale immer voll sind und nur selten etwas nicht erhältlich ist“, lobt sie nur wenig, „man kann jedoch oft nicht mit einem Wagen durch diese Gänge fahren, geschweige denn mit gebührendem Abstand an einem anderen Kunden vorbei gehen.“ Die Unordnung erschwere ihr den Einkauf so enorm. „Der Einkauf dauert ewig, weil man warten muss, bis der eine Kunde mit seinem Wagen slalommäßig den Gang verlassen hat.“

„Einkauf dauert ewig“: Edeka-Kundin macht gewagten Vorschlag - Konzern verweist auf Zuständigkeiten

Ihrer Beschwerde fügt sie einen Verbesserungsvorschlag an, der andere User aus der Haut fahren lässt. „Wäre es nicht sinnvoller, die Regale vor, beziehungsweise nach den Öffnungszeiten einzuräumen?“, fragt sie. Manche Aushilfskräfte seien doch bestimmt froh, zu anderen Zeiten zu arbeiten und tagsüber für ihre Kinder da sein zu können.

Edeka lässt nicht lange mit einer Antwort auf sich warten. Die Märkte würden selbstständig geführt, erläutert das Social-Media-Team, dass „die jeweiligen Kaufleute für die Gegebenheiten im Markt verantwortlich sind“ und Kritik immer direkt im entsprechenden Markt angesprochen werden soll.

Für den Konzern wäre das Thema damit wohl erledigt gewesen. Die Kundin meldete sich per Mail beim verantwortlichen Marktleiter. Doch in den Kommentaren entbrennt eine Riesen-Diskussion, die wahrscheinlich noch anhält.

Coronavirus: Supermarktangestellte ohnehin am Limit - User fahren wegen Edeka-Beschwerde aus der Haut

„So viel Arroganz und Überheblichkeit gegenüber den Menschen, die dort arbeiten, habe ich noch nie nie gelesen“, schimpft eine Userin über den Vorschlag der Kundin, „es reicht oftmals nicht aus, dass morgens aufgefüllt wird. Zwischendurch muss eben immer mal wieder Ware nachgefüllt werden.

Generell zeigen sich die User in der Mehrheit von der Beschwerde empört. Dass derzeit teils unkonventionelle Lösungen herhalten müssen, finden viele nur allzu verständlich. „Schonmal darüber nachgedacht, dass das Personal eh schon am Limit arbeitet? Jetzt sollen sie bitte nachts die Ware packen, damit andere sich sinnfreie Vorräte anlegen können?“, schießt eine andere Userin.

Die Edeka-Kundin, die die Mega-Diskussion mit ihren Fotos heraufbeschworen hatte, antwortet fleißig auf die vielen - manchmal auch deutlich zu rüden - Reaktionen auf ihre Kritik. Sie fühlt sich offenbar etwas missverstanden, wollte die Supermarktangestellten nicht angreifen. Sie leisteten super Arbeit. „Das hat ja auch keiner bezweifelt. Es ist nur die Frage, ob der eine oder andere seine Arbeit vielleicht auch dann machen kann, wenn er keinen behindert“, sinniert sie. (moe)

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/picture alliance/dpa

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