Kunden gehen durch die Edeka-Filiale in der Rindermarkthalle.
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Zu Edeka gehören über 11.000 Filialen, hier in der Rindermarkthalle in Hamburg.

Der genossenschaftliche Supermarkt 

Edeka: Geschichte der Supermärkte, Sortiment und Filialen 

Die deutsche Supermarkt-Kette trägt mit ihrem Aufstieg zur Konsolidierung des deutschen Lebensmittelhandels bei: Wie weit geht der Expansionskurs von Edeka?

  • 1907 wurde der Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften in Leipzig gegründet und bot neben Waren aus den Kolonien auch Produkte aus eigener Herstellung an.
  • Edeka stieg durch Zukäufe und Beteiligungen zur Marktmacht in Deutschland auf. Die Unternehmensgruppe drang zunehmend auch in die Discounter-Märkte vor.
  • Die Supermärkte im Edeka-Verbund werden von etwa 3.700 regionalen Kaufleuten autark geführt und können sich an die lokalen Bedürfnisse mit individuellen Produkten anpassen.

Die Geschichte der heutigen Edeka AG & Co. KG mit Sitz in Hamburg geht zurück auf den Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften und war ein Zusammenschluss von 23 einzelnen Genossenschaften, die am 25. November 1907 als Zentraleinkaufsgenossenschaft des Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften eGmbH in Leipzig gegründet wurde. Aus ihr ging die Edeka Ag & Co. KG hervor. Der Firmenname ist auf die Abkürzung E.d.K. zurückzuführen und etablierte sich im Jahr 1911.

Unter dem Dach der späteren Discounter- und Supermarkt-Kette entstanden bereits im Jahr 1912 eigene Produkte, die mit dem Edeka-Logo versehen waren. Zu diesem Zweck rief die Genossenschaft eigene Produktionsstätten ins Leben. Neben Eigenprodukten nahm Edeka auch Kolonialwaren in das Sortiment auf. Dazu zählten Kaffee, Tee, Zucker, Reis und Kakao aus Übersee, außerdem Zigarren aus Indonesien.

Während des Dritten Reiches schaltete sich Edeka freiwillig gleich, der amtierende Generaldirektor Fritz Borrmann trat 1933 in die NSDAP ein, das Unternehmen handelte fortan nach dem sogenannten Führerprinzip. Nachdem das Saargebiet und Österreich in das Deutsche Reich eingegliedert wurden, erweiterte die Edeka-Gruppe ihre Filialen auch auf diese Gebiete.

Edeka und der Wiederaufbau des Supermarkt-Verbundes und seiner Filialen nach dem Zweiten Weltkrieg und erste Restrukturierung

Unter Paul König fand der Wiederaufbau der Edeka-Gruppe nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Er steuerte von der neuen Unternehmenszentrale in Hamburg aus die Geschäfte. 1951 erzielte Edeka mit seinem breiten Sortiment einen Umsatz von 629 Millionen DM, 1952 bereits 727 Millionen DM. Edeka gehörte damit schon damals zu den umsatzstärksten Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel.

1953 eröffnete der erste Edeka-Supermarkt mit Selbstbedienung in Saarbrücken, weitere Filialen folgen. Zwei Jahre später kamen Fruchtkontore in Hamburg, München und Frankfurt am Main hinzu. Anfang der 1960er Jahre existierten 45.000 Supermärkte, die unter der Edeka-Unternehmensflagge ihre Produkte verkauften. Mit dem Aufkommen der Discounter nahm der Bedarf an diesen kleinen Lebensmittelhändlern bei der Bevölkerung allerdings ab.

1970 warb der niederländische Showmaster Rudi Carrell erstmals für den Lebensmittelhändler. Ab 1977 erhielt Carrell einen Exklusivvertrag, der ihm erlaubte, ausschließlich für das Unternehmen tätig zu sein.

Im Zuge der ersten Restrukturierung im Jahr 1972 zog Edeka in das neue Haus in der Hamburger City Nord. Aus der einst genossenschaftlichen Verbindung entstand eine Aktiengesellschaft, unter deren Dach zwölf Regionalgesellschaften gebündelt wurden. Die Kapitalanteile der einzelnen Regionalgesellschaften werden jeweils zur Hälfte von der Edeka-Zentrale und einer oder mehrerer Regionalgesellschaften gehalten.

Die Edeka-Supermärkte: Entwicklungen in den 1980er und 1990er Jahren und zweite Restrukturierung

1983 begann die Zusammenarbeit des Hamburger Unternehmens mit der AVA AG, der späteren Marktkauf Holding GmbH, die sich zunächst ausschließlich auf den Wareneinkauf beschränkte. Nach dem Mauerfall im Jahr 1990 schlossen sich zahlreiche Filialen der Konsum-Supermärkte und Handelsorganisationen in den neuen Bundesländern der Edeka-Gruppe an. Edeka gründete außerdem einen Ableger in Tschechien, den CS Edeka.

1992 hielt Edeka 33 Prozent an der AVA AG und erhöhte dies in den Folgejahren sukzessive bis zur vollständigen Übernahme im Jahr 2005.

1993 wurde die einstige Zentraleinkaufsgenossenschaft aus Leipzig Mehrheitseigner mit 59 Prozent an der Nanz-Gruppe, die schließlich Ende der 1990er in der Edeka Südwest aufging. Darüber hinaus übernahm die Edeka-Unternehmensgruppe weitere Märkte der AVA- und Metro-Gruppe.

Im Jahr 2001 reformierte Edeka die Unternehmensstruktur und reduzierte die Anzahl der Regionalgesellschaften von bisher zwölf auf sieben, die in Form eines Großhandels agieren.
Die sieben Regionalgesellschaften sind:

  • Edeka Hessenring
  • Edeka Minden-Hannover
  • Edeka Nord
  • Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen
  • Edeka Rhein-Ruhr
  • Edeka Südbayern
  • Edeka Südwest

Gleichzeitig erhöhte Edeka die Beteiligung an der AVA AG. Darüber hinaus baute das Unternehmen seine Kooperationen mit anderen Supermarkt-Ketten weiter aus, um Synergie-Effekte nachhaltiger nutzen zu können. Damit trieb die Supermarkt- und Discounter-Kette die Konsolidierung des Lebensmitteleinzelhandels zunehmend voran.
Die Edeka-Gruppe und die Geschichte der Discounter und Supermärkte im 21. Jahrhundert mit ihren Filialen

Mitte 2002 beteiligte sich die Edeka-Gruppe mit zehn Prozent an der Globus Warenhaus AG. Die beiden Lebensmittelhändler hatten darüber hinaus eine Kooperation beim Wareneinkauf, das Warengeschäft wurde über die Edeka-Zentrale in Hamburg abgewickelt. Etwa zeitgleich, von 2004 bis 2011, arbeitete Edeka mit dem Handelshof C&C Großhandel zusammen.

Durch die Übernahme der AVA AG im Jahr 2005 wurde die deutsche Spar-Kette Teil von Edeka. Mit Spar gliederte Edeka den Discounter Netto Marken-Discount ein, zudem beteiligte sich das Unternehmen von 2005 bis 2012 zu 25 Prozent am deutschen Ableger der NETTO-Handelskette. Die Netto ApS & Co. KG (Handelskette) ist dabei vom Netto Marken-Discount zu unterscheiden.

Die Mitglieder der Edeka-Gruppe im Überblick:

  • Edeka-Märkte
  • Marktkauf
  • Netto Marken-Discount
  • Nah & Gut
  • WEZ

Im Zuge der Übernahme und Kooperationen mit Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels entstanden zunehmend großflächige Verbrauchermärkte, aber auch Discounter. So konnte sich die Edeka-Gruppe mit dem Aufkauf von 1.250 Filialen der Discount-Kette Netto Marktanteile im deutschen Discounter-Markt sichern. 2019 unterhielt Edeka 11.207 Filialen in unterschiedlichen Vertriebslinien.

Edeka und seine weiteren Kooperationen mit anderen Supermarkt-Ketten und dem Großhandel in den 2000er Jahren

Mit den Einkaufskooperationen mit der französischen Les-Mousquetaires-ITM-Entreprises-S.A.-Gruppe und der spanischen Grupo Eroski stellte sich Edeka auch im Lebensmitteleinzelhandel auf europäischer Ebene zunehmend breiter auf.

2007 kündigte der Edeka-Konzern die Mehrheitsbeteiligung mit 70 Prozent am Lebensmittel-Discounter Plus an, der Teil der Tengelmann-Gruppe war. Die Übernahme des Discounters durch das Hamburger Unternehmen wurde vorab vom Bundeskartellamt geprüft und am 1. Juli 2008 mit Auflagen abgesegnet. Dazu gehörte beispielsweise das Verbot der Zusammenarbeit zwischen Tengelmann und Edeka beim Wareneinkauf.

Mit der geplanten Übernahme der Kaiser‘s Tengelmann-Supermärkte durch die Edeka-Gruppe schritt die Konsolidierung des Lebensmitteleinzelhandels weiter voran. Zwar verweigerte das Bundeskartellamt zuerst die Freigabe, nach einer Ministererlaubnis durch Sigmar Gabriel konnte Edeka das Vorhaben aber durchsetzen. In Folge einer Beschwerde der Rewe-Gruppe und Markant verbot das Oberlandesgericht Düsseldorf die Verschmelzung erneut. Erst eine außergerichtliche Einigung zwischen Edeka und Rewe erlaubte die Zerschlagung von Kaiser‘s Tengelmann.

Am 15. Februar 2018 löste eine Kooperation zwischen der Telekom Deutschland und Edeka smart, der unternehmenseigenen Prepaid-Mobilfunkmarke, die Zusammenarbeit mit Vodafone und Edeka mobil ab. Edeka ist damit nicht mehr nur im Lebensmitteleinzelhandel und Großhandel tätig.

Die Edeka Gruppe und ihr Sortiment in den verschiedenen Filialen von Discountern und Supermärkten

Das Sortiment des Edeka-Verbunds besteht hauptsächlich aus Nahrungs- und Genussmitteln, die durch Drogeriewaren und andere Non-Food-Artikel ergänzt werden. Bereits im Jahr 1999 entwickelte das Unternehmen aus Hamburg die Marke Bio Wertkost, unter deren Namen Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau vertrieben wurden. Zwei Jahre später, 2001, nahm Edeka unter dem Namen gut & günstig Lebensmittel zu Discounter-Preisen in sein Sortiment auf. Unter dem Namen EDEKA C+C Großmarkt agiert Edeka außerdem in Form eines Großhandels.

In den Edeka-Märkten wird ein Vollsortiment angeboten, das zwischen 12.000 und 25.000 Artikel umfasst und zu dem eine Vielfalt an Eigenmarken, veganen und regionalen Produkten, Frische-Produkten sowie Bio-Produkten gehört. Die Filialen der Edeka-Märkte sind Super- und Verbrauchermarkt in modernem Design auf einer Verkaufsfläche von rund 800 bis 2.500 Quadratmetern.

Die Edeka Center sind mit 2.500 Quadratmetern etwas größer dimensioniert als die Edeka-Märkte und bieten ein umfassendes Sortiment an Frische-Erzeugnissen sowie vielfältige Fachabteilungen und Non-Food-Artikel. Mit bis zu 60.000 Produkten beinhaltet das Sortiment sowohl nationale als auch internationale Spezialitäten, aber auch regionale Erzeugnisse.

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