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Edeka erhält Greenpeace-Negativpreis – und harte Kritik für Billigfleisch.

Für Unverdienste

„Endlich Verantwortung übernehmen!“ Edeka erhält „Goldene Kotzwurst“

Edeka hat einen neuen Preis geholt: Doch darüber wird sich das Unternehmen wohl kaum freuen. Greenpeace verleiht der Einzelhandelskette die „Goldene Kotzwurst“ – und hegt schwere Kritik.

Hamburg – Ein Preis der anderen Art: am Dienstag hat Greenpeace die „Goldene Kotzwurst 2021“ an die Einzelhandelskette Edeka verliehen. Dieser soll „besondere Unverdienste beim Klima- und Tierschutz“ auszeichnen.

Der Vorwurf der Umweltschutzorganisation: Edeka habe überwiegend Billigfleisch im Angebot. „Ich fordere Edeka auf, anderen Supermarktketten zu folgen und endlich Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen“, sagt Influencerin Marie von den Benken, die gemeinsam mit anderen Aktivisten den Preis an der Hamburger Zentrale übergab.

Negativpreis für Edeka: Greenpeace kritisiert Verkauf von Billigfleisch

Während andere Einzelhandelsketten wie Aldi und Rewe nach Angaben der NGO bereits angekündigt hätten, ab 2030 komplett auf Frischfleisch der Haltungsformen 3 und 4 umzusteigen, bleibe eine solche Ankündigung des Händlers weiterhin aus. Dieser plane nach aktuellem Stand auch zukünftig die Haltungsformen 1 und 2 in seinen Filialen anzubieten, wie aus der Pressemitteilung der Organisation hervorgeht, obwohl diese aus Greenpeace Sicht gegen das Tierschutzrecht verstoße. Außerdem heize die Produktion die Klimakrise weiter an.

„Der Umbau der Tierhaltung hin zum mehr Tier- und Klimaschutz ist unumgänglich“, so Stephanie Töwe, Agrarexpertin von Greenpeace. Auch Unternehmen müssten für die Erhaltung von Lebensgrundlagen sorgen und daher Billigfleisch zügig aus dem Sortiment nehmen. Sie ergänzt: „Wer Umweltschutz ernst nimmt, produziert keine Lebensmittel, die derart zerstörerisch für Mensch, Tier und Umwelt sind wie Fleisch aus der industriellen Massenproduktion”.

Greenpeace-Trophäe „Goldene Kotzwurst 2021“ – Edeka weist Vorwürfe ab

Schon öfter stand Edeka bei Greenpeace unter Kritik. Mit der Aktion am Dienstag, versuchte die Organisation dabei erneut auf das Thema aufmerksam zu machen. Dabei platzierten die Aktivisten einen Pokal mit 1,20 Meter hohen Sockel vor der Edeka Zentrale in der Hansestadt. Darauf war eine goldene Wurst zu sehen, die sich übergibt.

Wie es in einem Statement des Unternehmens heißt, weise Edeka die Vorwürfe zurück. Dem Unternehmen sei die Verbesserung des Tierwohls seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Man begrüße die Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen von Nutztieren in Deutschland und treibe die Entwicklung aktiv voran.

Bei den Haltungsbedingungen 1 und 2 handelt es sich um Stallhaltung, Haltungsbedingung 3 (Außenklima) und 4 (Prima) bieten den Tieren hingegen schon mehr Platz und Zugang zu Frischluft. Letztere Bedingung entspreche laut Verbraucherzentrale dem EU-Bio-Siegel, dabei kritisiert sie jedoch, dass sowohl Haltungsbedingung 3 als auch 4 nur selten im Einzelhandel zu finden seien. (klb)

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