User empören sich wegen Clip

Weihnachts-Werbespot von Edeka löst wütende Reaktionen aus - „Ab heute wird euer Laden gemieden“

Edeka veröffentlicht einen Weihnachts-Clip - und das eigentliche Thema gerät völlig in den Hintergrund. Stattdessen wird eine gesellschaftspolitische Debatte ausgelöst.

  • Eine Weihnachtsbotschaft von Edeka sorgt im Internet für erhitzte Gemüter und kritische Reaktionen.
  • Hat die Supermarkt-Kette den Shitstorm bei „Lasst uns froh und bunter sein“ einkalkuliert?
  • Empörte Kommentare gibt es in Bezug auf den Clip gleich aus mehreren Gesichtspunkten.

Hamburg - Tradition im Hause Edeka - wie bei vielen anderen Unternehmen: Jedes Jahr gibt es einen Weihnachts-Werbespot, der das Sortiment der Supermarkt-Kette in einem mal humorvollen, oder auch emotionalen Kontext in den Vordergrund rückt. Im Optimalfall gelingt es dem Unternehmen bzw. dessen Marketingagentur, mit einem polarisierenden Inhalt für Aufmerksamkeit zu sorgen. Das scheint bei dem diesjährigen Machwerk, dessen Titel eine Anspielung auf ein bekanntes Nikolaus- bzw. Weihnachtslied darstellt, definitiv gelungen:

Edeke-Werbespot: Fremdenfeindlich oder rassistisch? Empörte Reaktionen bei Facebook und Co.

Es geht um Themen, die sozial eine hohe Bedeutung tragen und auch im Jahr 2020 speziell in Deutschland für erhitzte Gemüter sorgen: Kulturelle Vielfalt und Rassismus.

Was für ein gesellschaftlich bedeutungsvolles Thema wie diesem ungewöhnlich ist: Auf das Werbevideo „Lasst uns froh und bunter sein“ gibt es erregte Gemüter quer durch verschiedene politische Lager. „Hier werden Menschen auf ihre Herkunft herabgesetzt und mit Essen verglichen“, lautet eine Reaktion im Netz, die der Supermarkt-Kette Fremdenfeindlichkeit attestiert. „Bravo Edeka, Rassismus“, unterstellt ein weiteres Statement.

Eingangstür eines Edeka-Marktes: Mit einem Weihnachts-Werbeclip erhitzt die Discounter-Kette die Gemüter (Symbolbild).

Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich viele User über die propagierte bunte Vielfalt echauffieren und mit harschen Reaktionen die Social-Media-Kanäle des Unternehmens fluten. Es folgen Hunderte kritischer Kommentare von Usern, die nie wieder bei der Kette einkaufen möchten. Es geht um Ärger über die Multi-Kulti-Gesellschaft und Handlungen der politischen Entscheidungsträger in Sachen Zuwanderung.

Edeka erntet Kritik nach Multi-Kulti-Clip: „Zum letzten Mal bei euch eingekauft“

„Ab heute wird euer Laden gemieden“ oder „Keinen Cent gibts. Bei euch habe ich gestern zum letzten mal eingekauft!!“ lauten noch die netteren Kommentare. Es gibt jedoch auch User, die sich ärgern, dass ein deutscher Discounter für fremdländische Küche wirbt, statt für traditionelle Küche des Heimatlandes: „Liebe Edeka, wo liegt euer Problem mit einem deutschen Weihnachtsessen? Ich bin immer noch stolz auf meine deutschen Weihnachtstraditionen und dazu gehört weder Sushi ö. Ä.“ Auch die Tatsache, dass ein junges Mädchen offenbar zu jedem Weihnachtsfest einen anderen Freund mit nach Hause bringt, ruft empörte Reaktionen hervor.

Edeka-Werbespot mit vermeintlich politischem Statement spaltet Gemüter im Netz

Ein klares Zeichen zeigt übrigens eine deutliche Statistik unter dem entsprechenden YouTube-Clip des Unternehmens: Nicht mal 2000 Likes stehen mehr als 35.000 Dislikes gegenüber - also Menschen, denen die Message des Videos nicht gefällt (Stand: 2. Dezember). Ob die Macher des vermeintlich harmlosen Werbeclips eine derartige Spaltung vorher einkalkuliert hatten? Unklar. (PF)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Auch interessant

Kommentare