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Der Einzelhandel fordert Lockerungen. Der Bund-Länder-Gipfel wird für Klarheit sorgen

Europäische Nachbarn legen mit Click & Meet vor

Einkaufen nach Terminvergabe: Erstes Bundesland startet neues Konzept - weitere sollen bald folgen

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfel am 3. März fordert der Einzelhandel Lockerungen. Ein Blick in die europäischen Nachbarländer zeigt: Für Kunden könnte sich das Shoppen bald verändern.

München - „Wut und Verzweiflung“, mache sich bei den Kaufleuten breit, klagt der Handelsverband Deutschland (HDE). In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisieren die Händler den pauschalen Lockdown, der sie seit Dezember ihre Geschäfte schließen lässt. Nach Click & Collect soll nun die nächste Öffnungsstrategie während der Corona-Pandemie Anwendung finden. Mit Click & Meet könnten Kunden wieder in den Läden stöbern, Waren begutachten und kaufen, nachdem sie sich einen Termin für ihr Shoppingerlebnis reservierten. Natürlich mit Maske und Abstand. Die Neuerung gilt ab Montag jedoch nur für ein Bundesland.

Click & Meet: Rheinland-Pfalz prescht mit Shopping-Konzept vor

Ab kommenden Montag dürfen Kunden in Rheinland-Pfalz nach einer Terminbuchung Einkaufen gehen. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht sich für das Einkaufen nach Terminvergabe aus. Konkret startet jedoch nur Rheinland-Pfalz mit der Umsetzung. Wie chip.de berichtet, sollen Baden-Württemberg und Hessen kommende Woche folgen. Auch Sachsen-Anhalt scheint von dem Konzept überzeugt, sodass vielleicht schon bald die restlichen Bundesländer der Initiative in Rheinland-Pfalz folge und so Click & Meet vielleicht bald in ganz Deutschland möglich ist.

Kunden, die auf das Einkaufen nach Terminvergabe zurückgreifen, können chip.de zufolge über die Internet-Seiten, telefonisch oder per Email Termine bei den Händlern buchen. Das Angebot richte sich vor allem an kleinere Läden, es bleibt abzuwarten, ob sich die einzelnen Terminbuchungen für große Ketten lohnen.

Click & Meet setzt sich in europäischen Nachbarländern durch

Wie chip.de schreibt, setzt sich Click & Meet vor allem in europäischen Großstädten durch. Kunden großer Modehäuser können den Berichten zufolge ein einstündiges Terminfenster buchen, in dem sie die Läden betreten dürfen. In Griechenland und Spanien sollen die Konzepte von den Kunden gut angenommen werden. Das griechische Nachrichtenportal ekathimerini schreibt, dass sich die Marken Zara, Bershka, Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius und Oysho dazu entschlossen, in Griechenland Filialen nach dem Click & Meet-Konzept zu öffnen.

Das Click & Meet-Konzept, das von einigen Länderchefs erarbeitet wurde, stößt beim Handelsverband Deutschland (HDE) nur auf wenig Gegenliebe. Einkaufen nach Terminvergabe könne „kurzfristig eine erste Brücke in die Normalität sein“, so Hauptgeschäftsführer Stefan Genth gegenüber der Heilbronner Stimme am Freitag. Viele Geschäftsmodelle im Einzelhandel würden sich nur dann finanziell tragen, wenn entsprechend viele Waren an viele Kunden verkauft würden, gab er zu bedenken. Es bleibt also abzuwarten, ob sich Kunden zukünftig auch bei großen Warenhäusern auf ein Shoppingerlebnis nach Terminvergabe freuen dürfen. (jjf/AFP)

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