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Energiesparen: Verbraucher können an vielen Schrauben selbst drehen

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Von: Stella Henrich

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Angesichts des drohenden Gasmangels im Winter kann jeder einzelne Verbraucher jetzt mithelfen, weniger Energie zu verbrauchen. Hier ein paar Einspartipps zum Mitmachen.

München ‒ „Wir müssen alle versuchen, unseren Beitrag zu leisten“, so Robert Habeck angesichts der Dringlichkeit des Themas weiter steigender Energiepreise. Der grüne Umweltminister hofft, jeden Einzelnen für die Energiewende begeistern zu können und Energie einzusparen. Seit Mitte Juni liefert Russland bereits weniger Gas nach Deutschland. Habeck befürchtet sogar einen vollständigen Lieferstopp. Dann könnte es im Winter wirklich problematisch werden.

Doch wie kann der Verbraucher mithelfen - was konkret tun, um effizient und nachhaltig beim Einsparen von Energie zu helfen? Schließlich heizen 50 Prozent der privaten Haushalte mit Gas, 15 Prozent des verbrauchten Stroms stammen ebenfalls aus Gas. Damit geht ein Drittel des Verbrauchs auf das Konto von Privathaushalten - und genau die machen auch den Unterschied beim Sparen aus.

Energiesparen im Sommer: Verzicht auf Vollbäder und besser nur kurz Duschen

„Es gibt eine Menge an Möglichkeiten“, erklärt Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg gegenüber dem Br.de. Allein im privaten Wohngebäude könnten mit sehr kleinen Maßnahmen zehn Prozent Gas eingespart werden. Mit dem Kauf eines wassersparenden Duschkopfs könne der Verbraucher bereits jetzt schnell handeln, auch der Verzicht auf Vollbäder und durch kürzeres Duschen könne jeder Einzelne im Sommer zu einem sparsamen Gasverbrauch beitragen (sofern Gas das Wasser heizt), wirbt Robert Habeck mit seiner neuen Energiesparkampagne und findet damit Unterstützung bei Arbeitgebern, Gewerkschaften, Verbraucherschützern und der Energiewirtschaft.

Das Bild zeigt bunte Wäschleine, die nachhaltige Lufttrocknung ohne Wäschetrockner
Die Wäsche im Sommer einfach an der frischen Luft trocknen lassen und sich den Trockner sparen. (Symboldbild) © Michael Gstettenbauer/imago

Und wer einen Geschirrspüler besitzt, ist im Vorteil. Denn dieser verbraucht meistens weniger warmes Wasser als das Spülen im Becken mit den Händen. Lange bekannt, aber gern ignoriert, ist der hohe Energieverbrauch durch Wäschetrockner. Weitere Energiefresser in den Haushalten sind Smart-TV, Computer und jede Menge weiterer elektronischer Geräte. Verbraucherschützer raten, diese Geräte in den Standby-Modus zu schalten oder ganz auszuschalten. Und wer mit dem Deckel auf der passenden Kochstelle kocht, dem geht ebenfalls weniger Energie verloren.

Ernergiesparen im Winter: Heizung überprüfen lassen

Richtig groß wird das Einsparpotenzial im Herbst. Wenn die Verbraucher ihre Heizung wieder andrehen. Denn richtig große Einsparungen entstünden, wenn die Raumtemperatur gesenkt werde, erklärt Immanuel Stieß vom Institut für Sozialökonomische Forschung. Ein Grad weniger würde sechs Prozent Energie sparen, so der Experte bei Br.de. Wenn die Hälfte der Haushalte hierzulande das machten, „könnten knapp fünf Prozent Heizenergie eingespart werden.“

Wer auf Dauer sparen will und nicht nur kurzfristig, dem raten Experten dazu, die Heizung überprüfen zu lassen. Denn viele Anlagen fahren mit zu hoher Leistung, die oftmals nicht nötig ist, um ein Gebäude warmzukriegen. Martin Pehnt spricht sich für einen kostenlosen Gasspar-Check aus, „bei dem Energieberater, Heizungsinstallateure oder Schornsteinfeger Hinweise geben, wie Betreiber von Gaskesseln kurzfristig und mit Blick auf die nächsten Jahre ihren Gasverbrauch reduzieren können.“ Aber auch das Dämmen von Türen und Fenstern kann kurzfristig und mit wenig Aufwand schon effektiv sein. Pehnt schätzt, dass so bis zu 30 Prozent Energie je nach Haushalt eingespart werden können.

Auch Robert Habeck spart - vorbildlich. In seinem Ministerium springen die Klimaanlagen künftig erst bei 26 Grad an, die Heizung bleibt bis einschließlich August aus, und die Gebäude des Ministeriums werden nachts nicht mehr angestrahlt. Da berichtet die Tagesschau.

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