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Fahren ohne Führerschein: Auch dem Beifahrer kann ein Bußgeld drohen - sogar Haft ist möglich

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Von: Jonas Raab

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Sollte der Fahrer keinen Führerschein haben, kann das auch für den Beifahrer Konsequenzen haben.
Sollte der Fahrer keinen Führerschein haben, kann das auch für den Beifahrer Konsequenzen haben. © Westend61/imago

Auch als Beifahrer kann man sich des Fahrens ohne Führerschein schuldig machen. Ein Rechtsexperte erklärt, in welchen speziellen Fällen das so ist.

Köln - Wer ohne Führerschein am Steuer erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Doch hat das auch für Beifahrer Konsequenzen? „Es kommt darauf an“, sagt der Kölner Anwalt Christian Klages.

Ob bei einer Schwarzfahrt auch der Beifahrer rechtlich belangt wird, kommt auf die Besitzverhältnisse an, erklärt Klages, der durch seine Rechtsvideos bei TikTok bekannt ist. Zudem gibt es noch einen weiteren Punkt zu beachten.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Text erschien erstmals am 01.02.2022. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Fahren ohne Führerschein: Das gilt für Beifahrer bei einer Polizeikontrolle

Grundsätzlich ist man als Beifahrer nicht dazu verpflichtet, sich vor einer Fahrt zu vergewissern, ob der Fahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist oder nicht. Allerdings: Das gilt nur, wenn der Beifahrer nicht „bewusst am Vergehen beteiligt ist“. Wer einen Fahrer beispielsweise dazu ermutigt oder auffordert, sich ohne Führerschein hinters Steuer zu setzen, ist auch fällig.

Auf jeden Fall fällig ist man als Beifahrer, wenn einem das aufgehaltene Auto gehört. „Wenn ich dem Fahrer mein eigenes Fahrzeug leihe, muss ich mich vorher vergewissern, ob er im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist“, erklärt Anwalt Klages. In Paragraf 21 des Straßenverkehrsgesetzes liest sich das wie folgt: Bestraft wird, wer „als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs (…) verboten ist.“

Diese Strafen drohen bei Fahren ohne Führerschein - auch der Beifahrer kann betroffen sein

Auch die mögliche Strafe regelt Paragraf 21 des Straßenverkehrsgesetzes: Fahrer wie Beifahrer erwartet eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Auch das Fahrzeug kann eingezogen werden.

Entscheidend für das Strafmaß ist, ob ein Schwarzfahrer seinen Führerschein wegen eines Fahrverbots – beispielsweise wegen zu schnellen Fahrens – gerade nicht besitzt oder ob ihm die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Wird man während eines Fahrverbots am Steuer erwischt, droht neben einer Geldstrafe und Punkten in Flensburg auch der Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate inklusive MPU.

Fahren ohne Führerschein: Bei entzogener Fahrerlaubnis wird die Strafe happig

Lenkt man trotz entzogener Fahrerlaubnis – etwa nach einem Alkohol- oder Drogendelikt im Straßenverkehr – ein Auto, ist auch eine Freiheitsstrafe möglich. Entscheidend für das Strafmaß ist zudem, ob fahrlässig gehandelt wurde oder Vorsatz vorliegt. (jo)

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