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Dutzende Millionen Euro Schaden: Ferrero-Manager äußert sich zu Schokoladen-Rückruf

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Von: Theresa Kuchler

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Wegen Salmonellen musste Ferrero mehr als 3000 Tonnen Produkte zurückrufen. Trotzdem sind hunderte Menschen erkrankt. Ein Manager äußerte sich nun zum Ausmaß des Schadens.

München - Hunderte erkrankte Kinder, mehr als 3000 Tonnen zurückgerufene Produkte und finanzielle Einbußen im zweistelligen Millionen-Bereich: Der Salmonellen-Ausbruch in einer belgischen Ferrero-Fabrik vor Ostern hat verheerende Folgen. Erstmals seit der gigantischen Rückruf-Aktion der „kinder“-Produkte hat sich nun ein hochrangiger Manager des Schokoladenherstellers zu Wort gemeldet.

Das Bakterium Salmonella Typhimurium war schon im Dezember 2021 bei eigenen Kontrollen in der belgischen Ferrero-Fabrik in Arlon entdeckt worden. Ferrero wusste also von der Salmonellen-Gefahr, die wohl von einem Buttermilchtank in der Produktionsstätte ausging. Sofort habe das Unternehmen die nötigen Schritte eingeleitet, sagte Nicolas Neykov, Generaldirektor von Ferrero France, am Donnerstag (26. Mai) der französischen Zeitung Le Parisien. Es seien Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Produkte und das Verarbeitungsumfeld verstärkt auf Salmonellen getestet worden.

Ferrero: Manager äußert sich zu Folgen des Salmonellen-Ausbruchs

Das Ergebnis der Tests: negativ. Weil das Bakterium also nicht mehr festgestellt wurde, hat Ferrero die Schokoladenprodukte weiter vertrieben. In ganz Europa und weltweit. Am 21. Dezember wurde dann in Großbritannien die erste positive Salmonellenprobe entnommen. Nur wenigen Wochen später, Mitte Februar, kam es dort schließlich zu gehäuften Infektionsfällen.

Die Folgen einer solchen Salmonellen-Infektion sind nicht zu unterschätzen. Unwohlsein, Fieber, Durchfall – wer von den kontaminierten Schokoladen-Produkten gegessen hatte, konnte ernsthaft krank werden. Bei dem Ferrero-Salmonellen-Fall traf das vor allem Kinder unter zehn Jahren. Viele mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt wurden allein in der EU mehr als 260 Salmonellenfälle bei „kinder“-Produkten bekannt. Das tue Neykov und dem Unternehmen sehr leid. „Das, was passiert ist, ist nicht akzeptabel“, sagte der Manager.

Trotz gigantischem Ferrero-Rückruf: Gefahr durch kontaminierte „kinder“-Produkte besteht weiter

Das belgische Ferrero-Werk musste im April schließen – auf Behördenanweisung. Es kam zu einer gigantischen Rückruf-Aktion der „kinder“-Schokoladen-Produkte. Betroffen waren alle Süßigkeiten, die in Arlon hergestellt und von dort ausgeliefert wurden. Zwar habe der Rückruf das Risiko verringert, dass noch mehr Menschen erkrankt sind, heißt es in einer Mitteilung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Weil die Produkte aber so lange haltbar sind und sie womöglich zu Hause gelagert werden, könne es immer noch zu weiteren Fällen kommen.

Wegen Salmonellen musste Ferrero tonnenweise Produkte zurückrufen
Wegen Salmonellen musste Ferrero tonnenweise Produkte zurückrufen. Jetzt ist das Ausmaß des Schadens bekannt. (Symbolbild) © Manuel Geisser/imago

Dass Ferrero niemals die Gesundheit der Kunden aufs Spiel setzen würde, betonte Neykov gegenüber Le Perisien. „Es gab nie eine Täuschung oder einen Versuch, die Wahrheit zu verbergen.“ Außerdem verteidigte er die belgische Produktionsstätte: „Arlon ist keine Müllfabrik, dort wurden in den letzten Jahren 36 Millionen Euro investiert.“

Doch wie konnte es zu der Verunreinigung in der Fabrik kommen? Entweder durch kontaminierte Rohstoffe oder durch Menschen, so der Manager. Die Details sollen jetzt weitere Untersuchungen und Ermittlungen gegen den Ferrero-Konzern klären. (kuc)

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