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Feuerwehr warnt: Teelicht-Öfen als „Ersatz-Heizung“ sind brandgefährlich

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Von: Stella Henrich

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Kleine selbstgebastelte Öfen für Teelichter machen Feuerwehrleute hellhörig. Solch ein Gefäß Marke Eigenbau stellt offensichtlich eine hohe Brandgefahr dar. Die Brandmeister warnen eindringlich davor.

München ‒ Not macht erfinderisch. Und steigende Energierechnungen bei sinkenden Temperaturen inzwischen auch. Da denkt sich so manch ein sparsamer Zeitgenosse, die Wohnung bekommt er auch anders warm. Eine kleine Recherche im Internet und schon finden sich dort jede Menge simpler Bausätze für Öfen zum Nachbasteln für daheim.

Teelichtofen löst Feuerwehreinsatz aus – Experten sorgen sich um Nachahmer

Doch Vorsicht: Feuerwehrexperten raten von Teelichtöfen Marke Eigenbau in den eigenen vier Wänden tunlichst ab. Erst vor kurzem führte solch ein vermeintlicher Heizungsersatz in Tuttlingen beinahe zum Großbrand. Das berichtet das Nachrichtenportal Schwäbische. Bewohner eines Mehrfamilienhauses hatten die Feuerwehr alarmiert, die ein stark verrauchten Treppenhaus beim Eintreffen vorfand.

In der Wohnung, aus welcher der Qualm kam, brannten mehrere kleine Teelichtöfen unbeaufsichtigt. An einem der Teelichtöfen war ein Porzellanteller, der als Heizkörper dienen sollte, durch die Hitze zerbrochen und auf „brennfähiges Material“ gefallen. So hatte sich starker Rauch entwickelt.

Marke Eigenbau „Teelichtofen“

Mehrere Teelichter sollen auf einer Unterlage platziert und angezündet werden. Ein Gefäß – in diesem Beispiel Blumentöpfe aus Ton – wird über den Teelichtern fixiert, wo es die Wärme auffangen und in den Raum abstrahlen soll, statt sie nach oben ‚verpuffen‘ zu lassen. Wer – rein rechnerisch – einen wahrnehmbaren Wärmeeffekt durch Teelichtöfen herbeiführen möchte, müsste pro Quadratmeter einen Ofen mit je einem Teelicht aufstellen.

Feuerwehr warnt: Teelichtöfen sind „megagefährlich“

Ein Rauchmelder hatte, zum Glück für die Bewohner, die Nachbarschaft in Alarm versetzt. Die Feuerwehr ist sich sicher, dass die Bewohner erstickt wären, wenn die Öfen auch bei Nacht gebrannt hätten. „Die Teelichtöfen sind megagefährlich“, warnt Stadtbrandmeister Klaus Vorwalder. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht seien sie mehr als zweifelhaft. Um einen Raum zu erwärmen, brauche es 75 Watt Energie pro Quadratmeter. Eine normale Heizung bringe es auf 2000 Watt. Ein Teelicht hingegen nur auf 40 Watt. Um einen 16 Quadratmeter großen Raum zu beheizen, müssten die Bewohner schon 30 Teelichter anzünden.

Allein bei der Menge an Teelichtern erscheint diese Baumaßnahme nicht sinnvoll. Zumal Feuer mit offener Flamme Sauerstoff verbraucht, sodass regelmäßig gelüftet werden muss. Und dann ist die mühsam erzeugte Wärme wieder weg. Entstehe durch den Betrieb der Öfen auch noch ein sogenannter Wachsbrand, ließe sich dieser nicht einmal mit Wasser löschen, so der Stadtbrandmeister gegenüber Schwäbische. Dann helfe zum Löschen nur eine Löschdecke oder ein spezielles Löschspray wie beispielsweise in einem Feuerlöscher.

Viele Teelichter auf einer Holzplatte.
Vorsicht vor Teelicht-Öfen der Marke Eigenbau. (Symbolbild) © imago

Feuerwehr warnt: Kinder und Haustiere sind Gefahren ausgesetzt

Darüber hinaus sollten Nachahmer auch an die Gefahren denken, die für Kinder entstehen. Denn die können sich leicht Brandverletzungen an den heißen Tontöpfen holen. Eine weitere Gefahrenquelle sind die eigenen Haustiere. Denn die Töpfe können natürlich auch von herumtobenden Haustieren ganz leicht umgeworfen werden.

Verbraucher, die jetzt noch immer auf das Heizen mit der Gasheizung verzichten wollen, für die gibt es auch andere brauchbare und wesentlich sichere Alternativen wie beispielsweise die Wärmepumpe. Und wer tatsächlich ein wohliges Teelicht-Kerzchen anzünden möchte, der kann dies auch in einer nahegelegenen Kirche tun.

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