Frischetheken vor dem Aus? Erste Supermärkte wagen drastischen Schritt

Die Frischetheke ist ein traditionelles Aushängeschild der Supermärkte. Doch sie scheint aus der Zeit gefallen und bekommt harte Konkurrenz.
München – Neben der obligatorischen Gelbwurst zum Probieren stehen die Bedien-Theken in den Supermärkten für kundennahe Beratung und Expertise in der Fleisch- und Käseauswahl. Doch in Zeiten von Personalmangel und Kostensteigerungen in jedem Bereich steuert die Frischetheke auf eine Krise zu, die sie schwerlich alleine bewältigen kann. Und der Absatzmarkt für deren höherklassige Produkte und Bio-Waren bricht ein. Zum gleichen Zeitpunkt bringen Discounter einen Gegenentwurf auf den Markt. Ist die Zeit der persönlichen Bedienung im Supermarkt vorbei?
Frischetheke vor dem Aus? Supermärkte bekommen harte Konkurrenz
Während sich in den Regalen der Supermärkte die Artikel der immergleichen Hersteller reihen, ist der Gang zur Bedien-Theke für manche ein Highlight. Nicht nur, dass man die Portionsgrößen selbst bestimmen kann. Auch steht es dem Kunden offen, sich über das richtige Fleisch für den Sauerbraten oder den passenden Käse zum trockenen Rotwein beraten zu lassen. Zudem werden dort regionale Spezialitäten angeboten, die sonst nur auf Wochenmärkten oder Fachgeschäften zu finden sind.
Gestiegene Preise und hohe Personalkosten treffen die Frischetheken jedoch hart. Zudem haben sie das Image, deutlich teurer zu sein, als die vorkonfektionierte Ware im Kühlregal. Der Personalmangel tue sein Übriges. Wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet, haben die Discounter Aldi und Lidl diese Chance erkannt und gehen auf dem Feld der Supermarkt-Feinkost in die Offensive.
Discounter ziehen nach – Bio-Thekenware ohne Personal
Auf das Gramm genau bieten die zwei Discounter nun Theken-Ware inklusive Bio-Siegel an und warten ohne Personal auf die Klientel, die sich wegen der explodierten Lebensmittelpreise von den Supermärkten abwendet – aber nicht auf dessen Produkte verzichten will. Manche tegut- und REWE-Filialen reagieren und kürzen teils die Öffnungszeiten der Theken, wie supermarktblog.com Mitte November berichtet. Eine Edeka-Filiale auf Sylt entschied sich bereits für die Abschaffung ihrer Frischetheke.
Klares Zeichen von REWE und Edeka zur Zukunft der Frischetheken
Ein Ende ist jedoch noch nicht in Sicht. Obwohl diese laut LZ nur eine kleine Bedeutung für den Absatz haben, teilte Edeka dem Nachrichten-Portal derwesten.de mit, dass keine Absicht besteht, diese generell zu schließen. Bei REWE sei ebenfalls kein Abbau geplant. „Frischetheken mit Bedienung für Fleisch, Wurst und Käse sind etablierter Konzeptbestandteil unserer großflächigeren Supermärkte und bleiben das auch zukünftig. Wir haben weder Anlass noch Pläne, diesen Service einzuschränken – also auch nicht in den Öffnungszeiten“, so ein Konzernsprecher gegenüber derwesten.de. Eher erweitert der Lebensmittel-Händler seine Produktpalette. Neuerdings hat er auch vegane Waren im Theken-Sortiment.