Zahlreiche Hersteller fallen durch: Nur eine Blumenerde kann im WDR-Test überzeugen
Die Suche nach der richtigen Blumenerde führt zu überraschendem Ergebnis. Ein Produkt sticht heraus. Worauf Hobbygärtner beim Kauf achten sollten.
München – Spätestens wenn, die sogenannte „Eisheilige“ vorüber sind, wollen viele Hobbygärtner ihre Gärten schnellstmöglich mit Blumen, Gemüse oder Stauden in Töpfen oder Kästen verschönern. Tulpen, Krokusse und Stiefmütterchen durften bereits im März nach draußen.
Dabei ist für das gesunde Wachstum der Pflanzen nicht nur das Wetter, sondern auch die Qualität der Blumenerde entscheidend. Allerdings ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach herauszufinden, welche Erde von guter Qualität ist. Die Sendung „Servicezeit“ vom WDR ist daher der Frage nachgegangen und hat jetzt fünf Blumenerden im Labor und in der Praxis getestet.
Blumenerde im Vergleich: Lieber frische als alte Erde verwenden – Test im Labor und in der Praxis
Um sicherzustellen, dass die Blumenerde von hoher Qualität ist, hat der Garteningenieur Volker Kugel für den TV-Bericht folgende Kriterien festgelegt: Die Erde sollte eine gute Durchwurzelbarkeit für die Pflanzen bieten, sie sollte die Nährstoffe effektiv binden und auch über einen längeren Zeitraum Wasser speichern können. Wichtig sind dabei Nährstoffe und jede Menge Rinde. Torf und Salz in den Pflanzenerden sind dagegen nicht immer gut für die Pflänzchen.
Anschließend wurden alle fünf Sorten zur weiteren Prüfung ins Labor geschickt, um die Wachstumsbedingungen für Pflanzen in jeder Blumenerde zu testen. Dabei wurden Salzgehalt, Stickstoff, Kalium und Phosphatgehalt der Erden analysiert. Zudem wurde die Struktur der Erden einem praktischen Test unterzogen. Bei der Aussaat von Chinakohlsamen wurde im Praxistest speziell überprüft, ob Torf einen signifikanten Unterschied im Pflanzenwachstum ausmacht.
Blumenerde im Vergleich: Platz 1 macht Obi, vier Erden im Labortest nicht überzeugend
Am Ende der Testserie landet die Blumenerde von Obi auf Platz 1. Sie schnitt insgesamt in der Praxis- und im Labor am besten von allen fünf Erden ab. Darüber hinaus gibt es aber auch Blumenerden vom Discounter als günstige Alternative.
Diese fünf Blumenerden wurden untersucht – Platz 1 macht Obi:
- Obi Grow Blumenerde (werblicher Link): überzeugend im Praxis-Check und im Labor
- Gardol Bauhaus überzeugte im Praxis-Check, weniger im Labor
- Floragard (werblicher Link) überzeugte im Praxis-Check, weniger im Labor
- Compo (werblicher Link) weniger gut im Praxis-Ckeck und im Labor
- Neudorff Bio Erde (werblicher Link) weniger überzeugend im Praxis-Check und im Labor
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Im Labor konnten bis auf die Obi Blumenerde keine der anderen vier Erden die Tester wirklich überzeugen. Als Gründe dafür wurden meist die Angaben auf den Verpackungen der Blumenerden angeführt, die mit den Laborwerten der Testenden nicht übereinstimmten.
Gardol beispielsweise führt auf der Verpackung einen ph-Wert von 7,3 an – auf der Verpackung steht allerdings ein ph-Wert von 6,0. Den angegebenen Wert beurteilten die Testenden als kritisch, da er für die Pflanze schlecht sein könnte und sie Mangelsymptome entwickeln könnte. Floragard zeigt einen Salzgehalt von 2,0 g/l auf der Verpackung an, im Labor wurde ein Wert von 2,74 g/l ermittelt. Auch der Stickstoffgehalt wurde bei zwei Erden (Neudorff, Compo) im Labor mit deutlich niedrigeren Werten als denen auf den Verpackungen angegebenen ermittelt. Das führt nach Ansicht der Testenden dazu, dass Gärtnerinnen bzw. Gärtner früher nachdüngen müssten da Stickstoff für dass Wachstum von Pflanzen sorge.

Blumenerde im Test: Bestimmte Pflanzen benötigen spezielle Erde – alte Pflanzenerde sollte entsorgt werden
Beim Kauf der geeigneten Blumenerde ist es wichtig zu berücksichtigen, welche Arten von Pflanzen in den Garten kommen sollen. Zum Beispiel benötigen Rhododendren und Moorbeetpflanzen spezielle Erde, da sie sauren Boden bevorzugen. Orchideen hingegen gedeihen am besten in Erde mit hohem Rindenanteil. Universalerden wie Blumenerde eignen sich wiederum für die meisten Topf-, Zimmer-, Kübel- und Balkonpflanzen. Dies berichtet der Sender Sat1.de auf seiner Ratgeberseite.
Tipps für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner
Eine unverzichtbare Voraussetzung für Hobbygärtner ist frische Blumenerde, die den Pflanzen ausreichend Nährstoffe bietet. Im Gegensatz dazu können alte Erden aus dem Vorjahr Schädlinge und Krankheiten in den Pflanzen verursachen. Sollte die Blumenerde bereits sehr alt sein, Schimmel aufweisen oder von Schädlingen befallen sein, ist es ratsam, sie zu entsorgen, entweder im Müll oder im gelben Bio-Sack.
Hobbygärtner sollten außerdem bedenken, dass „hungrige“ Pflanzen wie Tomaten, Zucchini oder dicht bepflanzte Balkonkästen die in der Erde enthaltenen Nährstoffe oft schneller aufbrauchen, wie gartenflora.de informiert. Jedoch kann Blumenerde, wenn sie mit Kompost angereichert wird, auch das Wachstum von Gemüse fördern. Es gibt beispielsweise einige einfache Tricks, um Basilikum üppig wachsen zu lassen und seine Frische zu erhalten. Auch Haare aus der Bürste eignen sich zum Düngen.
Blumenerde im Test: Torfanteil sollte gering sein
Stiftung Warentest empfiehlt bei der Wahl der Blumenerde darauf zu achten, dass sie mit ausreichend Nährstoffen wie Stickstoff versorgt ist, keine Unkrautsamen enthalten sind und die Erde nach Waldboden riecht. Außerdem sollte der Torfanteil möglichst gering sein, da Torf den Boden laut Umweltbundesamt auf Dauer austrocknet. Umweltfreundlicher sei die Blumenerde mit Kompost, teilweise auch mit Holzfasern, Tonmineralen und Lavagranulat.
Wissen über Torf im Topf
Torf nimmt zwar viel Wasser auf, gibt aber wenig wieder ab. Das trocknet den Boden auf Dauer aus. Auch der sehr hohe Säuregrad des Torfs ist nur für wenige Pflanzen förderlich. Um die Erde in einen pH-neutralen Bereich zu bringen, muss der Säuregrad mit Kalk ausgeglichen werden.
Wenn am Ende der Bepflanzung Erde übrig bleibt, sollte sie gut verschlossen aufbewahrt werden. Laut Gartenflora.de bleibt Blumenerde mindestens sechs Monate haltbar. Allerdings kann der enthaltene Stickstoffdünger bei hohen Temperaturen manchmal abgebaut werden, was bedeutet, dass „Gartenliebhaber früher nachdüngen müssen“. (sthe)