Änderung im Land

Führerschein-Neuerung seit April 2021 - gilt für ganz Deutschland

  • Elisabeth Urban
    vonElisabeth Urban
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Fahrschüler:innen, die ihre Praxisprüfung im Automatik-Auto ablegten, durften bisher nicht mit Schalt-Autos fahren - das ändert sich jetzt.

Berlin - Schalten will gelernt sein: Wer Autofahren mit einem Schaltgetriebe gelernt hat, dem dürfte das anfängliche Absterben des Motors beim Anfahren bekannt vorkommen, genauso wie das protestierende Aufjaulen des Fahrzeugs, wenn man noch unerfahren versehentlich in den falschen Gang geschaltet hat. Mit der Zeit entwickeln Fahrschüler:innen beim Praxis-Unterricht ein Gefühl für die Schalt-Materie - es sei denn, sie absolvieren ihre Ausbildung und Prüfung in einem Auto mit Automatikgetriebe. Wer sich die manuellen Schalt-Erfahrungen auf dem Weg zum Führerschein ersparte, und auch seine Prüfung in einem Automatik-Auto absolvierte, durfte danach ohne Zusatzausbildung bislang kein Auto mit Schaltgetriebe fahren.

Kombi-Führerschein ab April: Automatik- und Schaltausbildung in einem - so funktioniert‘s

Zum ersten April diesen Jahres gibt es jetzt aber eine Kombi-Möglichkeit beider Systeme: Eine Fahrausbildung, die überwiegend mit Automatikgetriebe stattfindet, aber Unterrichtseinheiten und eine abschließende Kontrollfahrt mit Schaltgetriebe beinhaltet. Mit der erfolgreich absolvierten Praxisprüfung dürfen dann Autos beider Fahrzeugtypen gefahren werden. Die Aufhebung der Automatik-Bindung ist allerdings nur für Menschen möglich, die das System nicht aus medizinischen Gründen nutzen.

Kombi-Führerschein: Das ist der Ausbildungsinhalt

Neben dem normalen Ablauf der Fahrausbildung mit Theorie- und Praxisstunden ist beim Kombi-Führerschein eine Extra-Regelung enthalten, die den Unterricht mit Schalt-Getriebe festschreibt. „Voraussetzung ist eine Schulung in einer Fahrschule im Umfang von mindestens 10 Stunden (à 45 Minuten) sowie eine 15-minütige Testfahrt, in der der jeweilige Bewerber nachweisen muss, dass er zu sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führung eines Kraftfahrzeuges der Klasse B befähigt ist“ heißt es dazu beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die restlichen Fahrstunden und vor allem die praktische Prüfung können dann mit einem Automatik-Auto stattfinden.

Kombi-Führerschein: Das soll die neue Möglichkeit bringen

Das zuständige Bundesministerium nennt einen besonderen Aspekt, auf den man mit der neuen Möglichkeit eingehen will: „Mit dieser Regelung machen wir den Verkehr sicherer und nachhaltiger, indem die Attraktivität von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben und hochautomatisierten Fahrfunktionen für Fahrschülerinnen und Fahrschüler gesteigert und somit auch der Einsatz solcher Fahrzeuge in den Fahrschulen gefördert wird“. Tatsächlich sind vor allem Elektroautos und Hybrid-Modelle immer häufiger ausschließlich mit Automatikgetriebe ausgestattet und könnten mit der Kombi-Regelung jetzt auch in Fahrschulen häufiger genutzt werden.

Insgesamt dürfte die neue Regelung außerdem den Fahrschüler:innen zu Gute kommen: Ihre ersten Versuche im Straßenverkehr können sie machen, ohne direkt auf die Gangschaltung achten zu müssen. Wenn sie mit der Gesamtsituation schon vertraut sind, folgt dann die Einführung ins manuelle Schalten - und in der Prüfungssituationen können Schaltfehler, die vielleicht dem Stress geschuldet sind, nicht mehr in die Quere kommen. (eu)

Insgesamt ist die Situation der Fahrschulen in der Corona-Pandemie deutschlandweit durchaus unterschiedlich - teilweise findet der Unterricht mit FFP2-Masken statt.

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Rubriklistenbild: © Marius Becker/picture alliance/dpa

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