1. Startseite
  2. Verbraucher

Führerschein-Umtausch: Viele Städte erwarten Ansturm - doch bei Verspätung droht Bußgeld

Erstellt:

Kommentare

Pflicht zum Führerschein-Umtausch: In Deutschland gibt es bestimmte Fristen bis wann der Papier-Führerschein in die neue „Scheckkarte“ eingetauscht werden muss.
Der alte „Lappen“ muss weg: In Deutschland gibt es bestimmte Fristen bis wann der Papier-Führerschein in die neue „Scheckkarte“ eingetauscht werden muss. © picture alliance/dpa/dpa-tmn | Andrea Warnecke

Ab 2022 müssen Behörden 43 Millionen Führerscheine nach und nach in fälschungssichere Scheckkarten tauschen. Eine erste Frist endet schon am 19. Januar.

Berlin - Alle vor 2013 ausgestellten Führerscheine müssen bis 2033 in ein Dokument umgetauscht werden, das den EU-Richtlinien entspricht. Davon betroffen sind laut ADAC rund 15 Millionen Papier-Führerscheine, aber auch 28 Millionen Scheckkartenführerscheine. Noch ist diese Information allerdings nicht überall angekommen. 2033 klingt nach reichlich Zeit, doch eine erste Frist endet schon am 19. Januar. Wer zu spät kommt, dem drohen Bußgelder. Viele Städte wappnen sich schon jetzt für den Ansturm.

Das sind die Fristen für den Führerschein-Tausch

Der Tausch der Führerscheine in fälschungssichere Scheckkarten soll den Bürgern Europas mehr Sicherheit bringen. Außerdem wollen die Behörden die Führerschein-Informationen in einer zentralen Datenbank verwalten, um so Missbrauch zu vorzubeugen. Alle Führerscheine, die vor 2013 ausgestellt wurden, müssen also früher oder später umgetauscht werden. Die Frage ist nur: Wann genau? Dafür gibt es verschiedene Kriterien. Der ADAC hat die Fristen in Tabellen zusammengefasst:

Führerscheine, die bis 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden

Geburtsjahr Umtauschfrist endet am (inklusive):

Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt wurden

Ausstellungsjahr Umtauschfrist endet am (inklusive):

1999 – 2001 19.1.2026
2002 – 2004 19.1.2027
2005 – 2007 19.1.2028
2008 19.1.2029
2009 19.1.2030
2010 19.1.2031
2011 19.1.2032
2012 – 18.1.2013 19.1.2033

Wer vor 1953 geboren wurde, muss den Führerschein in jedem Fall erst bis zum 19. Januar 2033 umtauschen - egal, wann das Dokument ausgestellt wurde.

Führerschein-Umtausch: Diese Städte erwarten jetzt einen Ansturm

Führerscheininhaber, die zwischen 1953 und 1958 geboren sind, müssen spätestens am 19. Januar 2022 ihren alten „Lappen“ getauscht haben. Nach diesem Stichtag verliert der alte Führerschein die Gültigkeit. Das gilt allerdings nur für das Dokument selbst, nicht für die Fahrerlaubnis. Eine neue Führerscheinprüfung steht also nicht an. Wer die Frist im Januar verpasst, riskiert ein Bußgeld. Dieses liegt laut einem Bericht des Express in der Regel bei zehn Euro.

Große Städte wie etwa Köln, Bonn, Dortmund oder Essen wappnen sich jetzt schon für den Ansturm. Im Einzugsbereich der Stadt Köln etwa müssen bis zur Frist am 19. Januar 50.000 Dokumente getauscht werden, doch erst 8400 Bürger haben das bereits erledigt oder überhaupt erst beantragt, wie der Express berichtet. So oder so ähnlich sieht es in den meisten Städten und Gemeinden in Deutschland aus. Dessen sind sich auch die Verkehrsminister der Länder bewusst. Sie haben daher dpa-Informationen zufolge bereits ihre Innenressort-Kolleginnen und Kollegen um eine Kulanzregelung gebeten.

Wer den Umtausch unter den derzeitigen Bedingungen der Corona-Pandemie aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten der Landratsämter nicht schafft, soll dies aus Sicht der Verkehrsminister ausnahmsweise auch noch bis Mitte des kommenden Jahres (19. Juli) tun können, ohne mit einem Bußgeld belegt zu werden. Die Verlängerung der Frist ist allerdings keine beschlossene Sache, noch gilt also besonders für die Jahrgänge 1953 bis 1958: Die Zeit läuft.

Auch interessant

Kommentare