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Haft- oder Geldstrafe droht: Diese Pflanze sollten Sie nicht in Ihrem Garten anbauen

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Von: Julia Schöneseiffen

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Schlafmohn Pflanze
Schlafmohn sollte nicht in ihrem Garten wachsen, denn der Besitz der Pflanze ist laut Betäubungsmittelgesetz verboten. © Peter Steffen/dpa

Schön anzusehen, aber in ihrem Garten sollte die Pflanze nicht wachsen. Denn Schlafmohn ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten. 

München - Giftpflanze des Jahres – dazu wurde der Schlafmohn 2021 gekürt. Bei der Pflanze handelt es sich um eine Nahrungspflanze, deren Anbau und Verwendung streng gesetzlich geregelt sind. Denn aus Schlafmohn werden nicht nur die kleinen schwarzen Körner gewonnen, die beispielsweise auf Brot oder als leckere Füllung für den Kuchen zu finden sind, sondern auch Rauschgift.

Der Schlafmohn ist eine der ältesten Kulturpflanzen. An seinem schlanken und behaarten Blütenstiel sind von Juni bis August vier weiße bis violette, selten auch rote Blütenkronblätter zu bewundern, so der Industrieverband Agrar (IVA). Die kugeligen Kapselfrüchte enthalten hunderte von nierenförmigen, harten Samen. Dabei sind die Samen beziehungsweise die Saatkörner der einzige Teil der Pflanze, welcher nicht giftig ist.

Schlafmohn: Herstellung von Medizin und Rauschgift

Der Schlafmohn enthält in seinen Samenkapseln einen Milchsaft, welcher sowohl für die Herstellung von Medizin als auch für die Produktion von Rauschmitteln notwendig ist. Die heilende Wirkung der Pflanze wurde schon in der Antike wertgeschätzt. In dem Milchsaft lassen sich verschiedene Alkaloide finden, von denen das Morphin das bekannteste sein dürfte, so der IVA.

Morphium ist bis heute eines der stärksten Schmerzmittel, welches aufgrund seines Abhängigkeitspotentials strikt rezeptpflichtig ist und nur unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden darf. Doch neben dieser medizinischen Errungenschaft wird aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns auch Roh-Opium gewonnen. Dieses dient als Grundlage für die Herstellung von Drogen wie Rauch-Opium oder Heroin. Heroin zählt zu den gefährlichsten Drogen. Derzeit kursieren aber Drogen, die gefährlicher als Heroin sind: neue psychoaktive Stoffe.

Schlafmohn im eigenen Garten: Geld- und Haftstrafe drohen

Doch was ist mit dem Lebensmittel-Mohn? Auch diese Mohnsaat wird aus der Pflanze des Schlafmohns gewonnen. Dabei werden allerdings morphinarme Sorten verwendet, um so Mohn für die Back-Industrie oder als Ölfrüchte zu erhalten. Doch Vorsicht: den Schlafmohn sollten sie nicht in ihrem Garten anbauen.

Der Besitz von Schlafmohn-Pflanzen und den enthaltenden Alkaloiden wird durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verboten. Ein Verstoß kann mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe geahndet werden. Wer die Pflanzen trotz allem anbauen möchte, benötigt eine Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle. Allerdings ist dies auch nur für speziell opiumarme Sorten möglich.

Alternativen zum Schlafmohn

Sollten Sie trotzdem die schönen Blüten in Ihrem Garten kultivieren wollen, gibt es legale Alternativen wie den Klatschmohn. Der Alkaloidgehalt im Pflanzensaft des Klatschmohns ist vergleichsweise gering. Zudem fehlt ihm das im Schlafmohn enthaltene Morphin. Dennoch sind auch die Pflanzenteile des Klatschmohns, abgesehen von den Samen, gering giftig. Als weitere Alternative können Sie auf Islandmohn zurückgreifen. Blauer Mohn ist eine besondere, aber auch pflegeintensive Scheinmohn-Variante, wie 24garten.de* berichtet. (jsch) - *Merkur.de und 24garten.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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