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Warum der Gaspreis in Stadtstaaten weniger rapide ansteigt

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Von: Victoria Krumbeck

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Ein bundesweiter Vergleich der Gaspreise zeigt: Die Gaspreise sind in den Bundesländern unterschiedlich stark angestiegen.

München/Heidelberg – Mit einem flauen Magen warten wohl einige auf die kommende Gasrechnung. Die Regierung will die Verbraucher mit einigen Einmalzahlungen und Preisbremsen entlasten. Doch nicht jeder wird damit seine Rechnung zahlen können, da die Gaspreise in den Bundesländern variieren. Das Vergleichsportal Verivox fand in einer bundesweiten Auswertung heraus, dass die Gaspreise unterschiedlich stark angestiegen sind. Vor allem Stadtstaaten wie Berlin oder Bremen verzeichnen einen kleineren Gaspreisanstieg als in den Flächenländern. Besonders teuer ist es in Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Gaspreise in Deutschland: In den Stadtstaaten ist es am günstigsten

Im Durchschnitt zahlt man in Deutschland aktuell 3.558 Euro für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Doch zwischen den Bundesländern kommt es so großen Unterschieden. Das billigste Gas gibt es in Bremen. Dort zahlt man für die gleiche Menge Gas 2.800 Euro, was 21 Prozent weniger sind als der Bundesdurchschnitt. Weitere Länder wie Berlin (3.121 Euro), Hamburg (3.173 Euro) und Schleswig-Holstein (3.447 Euro) liegen unter dem deutschen Mittel.

Die Gaspreise sind bundesweit gestiegen. Vor allem in Sachsen-Anhalt sind die Kosten höher als im bundesweiten Durchschnitt.
Jemand dreht an einem Heizungsthermostat. (Symbolbild) © Marcus Brandt/dpa

Die höchsten Gaspreise lassen sich in Sachsen-Anhalt finden. Bürgerinnen und Bürger zahlen dort 3.851 Euro für 20.000 Kilowattstunden, ganze acht Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt. Zu den eher teuren Gas-Bundesländern zählen auch Sachsen (3.739 Euro), Nordrhein-Westfalen (3.737 Euro) und Thüringen (3.732 Euro) dazu. Eine Reihe von Versorgern haben ihre Gaspreise drastisch erhöht.

„Für das Preisgefälle zwischen den Bundesländern sind vor allem die Netzentgelte verantwortlich. Sie werden für Nutzung und Instandhaltung der Gasleitungen sowie Bereitstellung und Ablesung der Zähler erhoben und sind regional unterschiedlich hoch“, erklärte Thorsten Storck, der Energieexperte bei Verivox ist. So soll in Bremen der günstige Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers für bezahlbares Gas sorgen.

Gaspreise in Deutschland sind um 83 Prozent angestiegen

In Deutschland stieg der Gaspreis im Durchschnitt um 83 Prozent an. Über dem Durchschnitt lag Sachsen-Anhalt mit einem Anstieg von 92 Prozent. Auch in Nordrhein-Westfalen sind die Preise um 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. In Brandenburg um 87 Prozent, in Rheinland-Pfalz und Thüringen jeweils um 86 Prozent. Die Bundesländer, die im bundesweiten Vergleich die billigsten Gaspreise aufwiesen, verzeichneten einen kleineren prozentualen Zuwachs. So sind die Preise in Bremen um 43 Prozent gestiegen, in Berlin um 60 Prozent, im Saarland um 69 Prozent und in Hamburg um 71 Prozent.

Verivox analysierte die durchschnittlichen Gaskosten anhand eines eigenen Verbraucherpreisindex für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh Erdgas. Dabei wurden die Preise der örtlichen Grundversorger sowie die Neukundenpreise der wichtigsten überregionalen Versorger berücksichtigt.

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