Senioren im Haushalt
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Besonders beim Frühjahrsputz kommt das Reinigungsmittel vermehrt zum Einsatz.

Nur schwer abbaubar

Ökotest warnt: Beliebtes Reinigungsmittel oft schädlich für die Umwelt - Klare Empfehlung folgt

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Der Frühjahrsputz steht vor der Tür. Doch wie Ökotest gezeigt hat, sollten Verbraucher vor allem mit einem Reinigungsmittel vorsichtig umgehen, denn es ist möglicherweise umweltschädlich.

München - Der letzte Schnee ist geschmolzen und die ersten Pflanzen blühen. Für viele Deutsche heißt das auch: Zeit für den Frühjahrsputz. Um möglichst viel Sonnenlicht durch Fenster scheinen zu lassen, müssen diese schließlich erst einmal auf Hochglanz poliert werden. Doch beliebte Glasreiniger hinterlassen nicht nur saubere Fenster, sondern oftmals auch Spuren von Kunststoff, wie Ökotest herausgefunden hat.

Ökotest: Glasreiniger viele enthalten flüssige Kunstoffverbindungen

Das unabhängige Verbrauchermagazin Ökotest hat 20 Glasreiniger genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Immerhin sechs der getesteten Produkte erhielten die Bestnote (Alle Ergebnisse hinter Bezahlschranke). Allerdings haben die Tester auch festgestellt, dass in der Hälfte der getesteten Glasreiniger synthetische Polymere, also flüssige Kunststoffe, enthalten sind. Diese setzen sich auf das Glas und verlangsamen so das erneute Verschmutzen der Oberfläche. Besonders problematisch ist bei diesen Stoffen, dass sie über den Regen oder das Abwasser in die Umwelt gelangen, wo sie nur schwer abgebaut werden können.

Außerdem konnten die Tester in einem Drittel der Verpackungen keine Rezyklatanteile feststellen. Das bedeutet: Die Glasreiniger bestehen nicht aus recycelten Plastik, sondern aus frischen Kunststoffen. Bemängelt wurde außerdem, dass beim Einkauf oftmals nicht festgestellt werden kann, ob synthetischen Polymere im Produkt enthalten sind. Die problematischen Stoffe befinden sich nicht auf der Inhaltsliste auf dem Produkt, sondern nur auf einem Datenblatt auf der Internetseite des Herstellers.

Ökotest: In Glasreiniger enthaltene Polymere belasten die Umwelt

Doch warum sind in vielen Glasreinigern überhaupt Polymere enthalten? Viele Hersteller argumentieren damit, dass diese einen extra Schmutzschutz auf der Oberfläche bilden. Der Schmutz würde dadurch weniger auf den Oberflächen haften bleiben. Dadurch würde das Fenster, Spiegel oder Glas länger sauber bleiben. Ein Hersteller erklärte gegenüber Ökotest etwa, dass die eingesetzten Polymere dafür sorgen, dass weniger Wassertropfen auf den Scheiben zurückblieben. Dadurch entstünden weniger Kalkränder und bei Duschkabinen könne man auf häufigeres Trockenpolieren verzichten.

Ökotest hingegen meint, diese Annahme widerlegen zu können. Zum einen seien Polymere ein Umweltproblem und viel mehr unnötig, so das Urteil der Tester. Denn im Selbsttest habe sich gezeigt: „Die Glasreiniger im Test, in deren Rezepturen keine Kunststoffverbindungen stecken, schneiden genauso gut beim Reinigen ab, teilweise sogar besser.

Glasreiniger im Test: Nicht alle Produkte sind gut für die Umwelt - Klare Empfehlung folgt

In vergangenen Produkttests haben sich besonders die Glasreiniger von Ecover, Sonett und Sodasan bewährt, berichtet außerdem die Nachhaltigkeitsplattform Utopia.de. Die Produkte der Marken reinigen zuverlässig und seien ökologisch unbedenklich, heißt es.

Aus dem aktuellen Ökotest geht aber auch hervor: Mit allen Glasreinigungsmitteln konnten Oberflächen nahezu streifenfrei sauber gemacht werden. Abschließend empfehlen die Tester, möglichst sparsam mit dem Reinigungsmittel umzugehen und die Verpackung aufzubewahren und als Nachfüllbehälter zu verwenden. Besondere Vorsicht ist nur bei Computerbildschirmen geboten. Manche Reinigungsmittel könnten die Oberfläche der Monitore beschädigen. (phf)

Zahnpasta und Spaghetti: Weitere Produkte im aktuellen Ökotest

Aktuell vergleicht Ökotest auch Zahnpasta: 13 Produkte fallen dabei krachend durch - darunter einige bekannte Marken.

Öko-Test verglich jüngst außerdem 20 verschiedene Spaghetti-Sorten. Bei einigen Produkten kamen gesundheitliche Bedenken auf.

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