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Röntgenbild deckt Lidl-Schummel auf: Discounter muss Produkt ändern

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Von: Lena Zschirpe

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Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich erfolgreich gegen Lidl durchgesetzt. Der Discounter darf ein Produkt nicht mehr so wie bisher verkaufen.

Hamburg – Nicht immer halten Produkte im Supermarkt und Discounter auch das, was sie versprechen. Sogenannte Mogelpackungen können etwa den Eindruck erwecken, dass sich darin viel mehr Inhalt verbirgt, als letztendlich enthalten ist. Zuletzt wurden Aldi solche Mogelpackungen unterstellt. Konkurrent Lidl muss jetzt sogar ein Produkt anpassen, wie RUHR24 berichtet.

DiscounterLidl
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1932 in Deutschland

Lidl muss Produkt verändern – Verbraucherzentrale hat geklagt

Denn bei Lidl soll eine Müsli-Packung nicht hinreichend gefüllt gewesen sein. „400 Gramm Müsli verteilen sich bei diesem Produkt auf etwas mehr als die Hälfte der Dose. Der Rest der Packung bleibt leer“, so die Verbraucherzentrale in Hamburg.

Darin sehen die Verbraucherschützer eindeutig eine Täuschung der Kunden. Außerdem sind solche Mogelpackungen eine zusätzliche und vor allem unnötige Belastung für die Umwelt, da sie wertvolle Ressourcen verschwenden – die Verbraucherzentrale Hamburg klagte deshalb nach einer erfolglosen Abmahnung gegen dieses fragwürdige Vorkommen.

Lidl kassiert Klatsche von Verbraucherzentrale und muss Luft aus Müsli lassen

Und das mit Folgen: Die beiden Parteien haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Demnach darf Lidl das Müsli nicht mehr mit viel wenig Inhalt verkaufen, wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet. Heißt: Die überdimensionierten Packungen beim Discounter-Müsli sind schon bald Geschichte.

Lidl hat in dem Fall eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Bedeutet: Sollte der Discounter das Müsli erneut mit zu wenig Inhalt verkaufen, droht eine Strafe. Die Klage hat die Verbraucherzentrale nach dem Vergleich aber wieder zurückgezogen.

60 Prozent weniger Inhalt als angegeben: Lidl-Müsli wird bemängelt

Aber wie konnte es überhaupt zu diesem Irrtum kommen? Auf Beschwerden von Verbrauchern und Verbraucherinnen hin hat die Verbraucherzentrale Hamburg Röntgenaufnahmen der Müsli-Packungen in Auftrag gegeben.

Leere Müsli-Packung bei Lidl
Eine Röntgenaufnahme zeigt: Lidl füllt seine Müsli-Packungen nur zur Hälfte. © Verbraucherzentrale Hamburg/GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH - SLV Fellbach

Dabei wurde unter anderem klar: Die geringe und falsch angegebene Füllmenge konnte nicht durch Fehler in der Produktion entstanden sein. Die Verpackungen seien nicht einmal zu 60 Prozent gefüllt gewesen – das sei auch besonders wenig, wenn man ein „Zusammenrütteln“ des Inhalts während der Produktion berücksichtigten würde.

Lidl darf Müsli nur noch bis November verkaufen – Discounter soll nichts verschwenden

Bis Ende November hat Lidl nun eine sogenannte Aufbrauchfrist, um die bemängelten Verpackungen noch weiter zu verkaufen. Denn die Verbraucherzentrale macht auch klar: Lebensmittelverschwendung kommt nicht infrage.

„Wir wollen nicht, dass die Cerealien auf dem Müll landen, nur weil die Packung nicht voll genug ist“, so Armin Valet, Leiter der Abteilung Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Dem Discounter könnte das recht sein, Lidl setzt sich nämlich mit einem Angebot gegen Lebensmittelverschwendung ein. Mit der sogenannten „Rettertüte“ soll Obst und Gemüse, das nicht mehr perfekt ist, günstig in die Haushalte gelangen.

Nach aktuellem Kenntnisstand hat Lidl aber bereits reagiert und lässt die Müsli-Dose nun mit 470 statt mit 400 Gramm befüllen – ob sich dabei aber auch der Preis geändert hat, ist unklar.

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