Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace befindet sich trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller immer noch viel Plastik in Kosmetika.
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Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace befindet sich trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller immer noch viel Plastik in Kosmetika.

„Alarmierende“ Ergebnisse

Studie erschreckt: So stark ist Kosmetik belastet - „Verbrauchertäuschung“

Eine besorgniserregende Untersuchung von Greenpeace zeigt wie stark Kosmetik-Produkte mit Plastik belastet sind. Obwohl es unter den Unternehmen eine freiwillige Selbstverpflichtung zum Verzicht auf Plastik gibt.

Berlin - Nach Angaben von Greenpeace enthalten drei Viertel der Kosmetikprodukte Kunststoff und das, obwohl es eine freiwillige Selbstverpflichtung von Herstellern zum Verzicht auf Plastik gibt. Die Umweltorganisation prüfte eigenen Angaben zufolge 664 Produkte von elf unterschiedlichen internationalen Marken und fand in 502 davon Rückstände von festen Plastikpartikeln (Mikroplastik) und Plastik in flüssiger, halbfester oder löslicher Form. Greenpeace sprach von „alarmierenden“ Ergebnissen.

Greenpeace-Studie: Kosmetik von Marken wie Maybelline voller Plastik

Die Umwelt-Organisation nahm bei ihren Untersuchungen Puder, Lippenstifte und Augen-Make-up von Marken wie zum Beispiel L‘Oréal, Maybelline und Lush unter die Lupe. Überprüft wurden dabei die Angaben der Hersteller auf über 500 Plastikarten. „Die Firmen vermeiden oft nur die festen Plastikpartikel und bewerben ihre Produkte dann werbewirksam als Mikroplastik-frei“, erklärte Greenpeace. Das grenze an „Verbrauchertäuschung“.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Plastik-Inhaltsstoffe ausgerechnet in den Produkten, die mit sensiblen Körperteilen wie Augen und Lippen in Kontakt kommen, häufig enthalten sind und so von Verbraucher:innen eingeatmet oder verschluckt werden können“, heißt es in dem Bericht.

Die Kunststoffe dienen dabei unter anderem als Schleifmittel für den sogenannten Peeling-Effekt oder verleihen einem Produkt „Glanz und Konsistenz“, wie die Umwelt-Organisation erläuterte. Am häufigsten wurde Plastik laut Greenpeace in Augen-Make-up, Lippenstiften und Lipgloss sowie in Make-up gefunden. Die Umweltschützer kritisierten, dass die Bundesregierung nach wie vor auf eine „freiwillige Selbstverpflichtung der Firmen statt auf ein klares Verbot von Mikroplastik in Kosmetik“ setze.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) müsse daher „ein klares Verbot von Plastik jeder Konsistenz in Kosmetik vorantreiben - auf deutscher und EU-Ebene“, forderte Greenpeace. Dort werde derzeit jedoch nur ein Verbot von festem Mikroplastik in Kosmetikprodukten verhandelt.

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel IKW verweist allerdings auf mehrere Studien, laut denen ein Gesundheitsschaden durch Mikroplastik nicht belegt ist. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält es für unwahrscheinlich, dass von der Aufnahme über die Haut oder dem unbeabsichtigten Verschlucken von Mikroplastik ein gesundheitliches Risiko ausgeht. Da die Teilchen wesentlich größer als ein Mikrometer seien, sei davon auszugehen, dass sie die Haut oder Schleimhäute nicht durchdringen und verschluckte Teile ausgeschieden werden. Zu Mikroplastik sei jedoch mehr Forschung nötig.

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