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9-Euro-Ticket hat einen Haken: Vielen Menschen bringt es gar nichts

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Von: Yasina Hipp

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Mit dem 9-Euro-Ticket will der Bund mehr Menschen für Bus und Bahn begeistern und langfristig zum Umsteigen bewegen. Aber in vielen Regionen wird das wahrscheinlich nichts.

München - Um das 9-Euro-Ticket gab es in den vergangenen Wochen viel Aufregung. Wegen der Finanzierung brodelt es zwischen Bund und Ländern gewaltig. Die Rabattaktion könnte auf den letzten Metern bei der Abstimmung im Bundesrat sogar noch scheitern. Länder, wie Bayern und Baden-Württemberg, stellen sich gegen das 9-Euro-Ticket. Und auch wenn das Ticket des Bundes zunächst nach einer guten Idee klingt und das Angebot für nur neun Euro im Monat durch das Land zu gondeln, hat es einen gewaltigen Haken, der nur schwer zu beheben ist.

9-Euro-Ticker: Land vs. Ballungsraum - nur 30 Prozent der Einwohner wollen Ticket kaufen

Mit Blick auf die steigenden Energiepreise, ist für viele Menschen, zumindest für den kurzen Zeitraum von drei Monaten, das günstige 9-Euro-Ticket zum echten Hoffnungsträger geworden. Einen ersten Dämpfer gibt es aber bereits, wenn Experten auf den deutlichen Preisanstieg von ÖPNV-Tickets nach der 9-Euro-Phase, also im September, aufmerksam machen. Verkehrsbetriebe wie die Deutsche Bahn seien von den hohen Energiepreisen ebenfalls getroffen und müssten deswegen verzögert ihre Preise anziehen. Zu diesem Fakt kommt hinzu, dass das 9-Euro-Ticket gar nicht zur Lebensrealität vieler Deutschen passt. Eine Umfrage von Infratest Dimap zeigt, dass gerade einmal 30 Prozent der Einwohner von Kleinstädten planen, das Billigticket zu kaufen. In Großstädten sind das doppelt so viele.

ÖPNV in ländlichen Gebieten.
Gerade in ländlichen Gebieten ist der ÖPNV keine echte Alternative zum Auto. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Monika Skolimowska

9-Euro-Ticket offenbart die echten Probleme im ÖPNV

Sucht man für diesen riesigen Unterschied Gründe, stößt man sofort auf die Gestaltung des ÖPNV auf dem Land und in Ballungsräumen. Während in großen Städten alle paar Minuten eine Tram, eine U-Bahn oder ein Bus zur Verfügung stehen, sieht das im ländlichen Gebiet ganz anders aus. Mit Glück fährt der Bus alle halbe Stunde, nachts und am Wochenende dann noch seltener. Wenn aus einer Autofahrt von ein paar Minuten, dann eine umständliche und deutlich zeitintensivere Anreise mit den Öffis wird, lässt sich wohl niemand so recht für den ÖPNV begeistern.

Christiane Leonard, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, hätte sich gewünscht, dass die geplanten 2,5 Milliarden Euro für das 9-Euro-Ticket, lieber in die Qualität des ÖPNV gesteckt worden wäre. „2,5 Milliarden Euro sind viel Geld“, so Leonard gegenüber der Welt. Viel Geld mit dem man beispielsweise die Taktung auf dem Land mit mehr Fahrzeugen hätte erhöhen können - und so den ÖPNV wirklich attraktiver machen können.

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