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Heizen im Winter: Viele Mieter wollen erst später oder gar nicht aufdrehen, um Geld zu sparen

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Von: Stella Henrich

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Die gestiegenen Energiekosten in diesem Winter beunruhigen Verbraucher. Viele wollen vielleicht gar nicht heizen oder die Heizung erst später andrehen. Das gilt in den eigenen vier Wänden.

München – Ab wann muss ein Mieter eigentlich seine Heizung einschalten, das fragen sich inzwischen viele Verbraucher beim Blick auf die explodierenden Energiepreise. Manch einer sucht jetzt den Rat beim Mieterbund, um Kosten zu sparen. Doch warm anziehen allein reicht dazu nicht. Zwar sind zwei Drittel der Bürger laut einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bereit, im Winter weniger zu heizen. Aber frieren will am Ende keiner in den eigenen vier Wänden.

Dabei hat die Heizperiode noch nicht einmal begonnen. Und die Nerven liegen jetzt schon blank bei vielen Mietern. Einige rechnen mit Nachzahlungen in Höhe von bis zu zwei Monatskaltmieten. Für viele Verbraucher eigentlich unbezahlbar.

Bild zeigt eine Hand auf einer kalten Heizung.
Die Heizkosten werden bei vielen Verbrauchern in diesem Winter explodieren. (Symbolbild) © Lobeca/imago

Heizkosten im Winter: Heiz-Saison läuft vom 1. Oktober bis 30. April

In den meisten Häusern startet die Heizsaison am 1. Oktober und endet am 30. April des Folgejahres. Dann muss der Vermieter die zentrale Heizungsanlage so einstellen, dass eine Mindesttemperatur in der Wohnung zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreicht werden kann, teilt der Deutsche Mieterbund (DMB) mit.

Wird die Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius im Winter nicht erreicht, liegt ein Wohnungsmangel vor. Der Vermieter ist verpflichtet, diesen Mangel abzustellen. Solange dies nicht geschehen ist, kann der Mieter die Miete mindern, das heißt weniger zahlen.

Deutscher Mieterbund

Aber der Vermieter muss nicht „rund um die Uhr“ diese Mindesttemperaturen garantieren. Nachts, also zwischen 23 Uhr beziehungsweise 0 Uhr und 6 Uhr am Morgen, sind nach der Nachtabsenkung auch 18 Grad Celsius ausreichend. Die sogenannte Nachtabsenkung soll schon seit Langem helfen, Energie zu sparen. Mietvertragsklauseln, nach denen beispielsweise eine Temperatur von 18 Grad Celsius zwischen 8 und 21 Uhr als ausreichend erklärt werden, sind hingegen unwirksam. Erklärt der DMB dem Sender ntv.

Komme es zu einem totalen Heizungsausfall und Minusgraden im Winter, „sind Mietminderungen bis zu 100 Prozent möglich“, so der DMB weiter. Der Verband rät Mietern allerdings, zunächst einmal unter Vorbehalt zu zahlen und das zu viel gezahlte Geld später zurückzufordern.

Darüber hinaus ist der Mieter bei dauerhaft kalt bleibender Wohnung wegen drohender Gesundheitsschäden auch berechtigt, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen.

Deutscher Mieterbund

Heizkosten beobachten: Mieter sollten Wohnung angemessen heizen

Klauseln in Wohnungsmietverträgen, die Mieter zum Heizen auf eine bestimmte Mindesttemperatur verpflichten, sind laut Mieterbund – vorübergehend – seit dem 1. September ausgesetzt. Dennoch müssen die Mieter selbst auch dafür Sorge tragen, dass die Wohnung durch angemessenes Heiz- und Lüftungsverhalten nicht beschädigt werde. Das gelte auch, wenn Mieter beispielsweise länger abwesend sind. Weil sie beispielsweise in der kalten Jahreszeit lieber im Süden überwintern oder auf einer Geschäftsreise sind.

Wer also glaubt, gar nicht mehr heizen zu müssen, um Energiekosten zu sparen, muss unter Umständen für eingefrorene Rohre oder Schimmel am Mietobjekt einstehen. Verbraucher sollten daher unbedingt die Preise für Strom und Gas ihres Versorgers im Blick behalten und auch einmal beim Hauseigentümer nachfragen, ob die ganze Heizungsanlage auch tatsächlich optimal eingestellt ist. Denn das ist das gute Recht des Mieters.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen will weniger heizen

Mit 73 Prozent ist die Zustimmung in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen am größten, bei den 30- bis 59-Jährigen stimmen nur 62 Prozent zu. Unter den über 60-Jährigen steigt die Zustimmung wieder auf 65 Prozent. 87 Prozent der Befragten halten Maßnahmen für wichtig oder sogar sehr wichtig, die eine höhere Energieeffizienz an oder in Gebäuden gewährleisten, was ebenfalls ein Beitrag für mehr Unabhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland wäre.

Dabei werden eine bessere Dämmung, neue Fenster sowie energiesparende Geräte als Optionen genannt. 85 Prozent befürworten den Einbau von Solaranlagen zur Eigenstromversorgung, 81 Prozent den Austausch älterer Heizungsanlagen. Bei der Frage, welche Form von erneuerbarer Energie bei der Erneuerung der Heizungsanlage infrage käme, sprachen sich 62 Prozent für Solarenergie zur Stromerzeugung und 58 Prozent für Solarenergie vom eigenen Dach zur Warmwasseraufbereitung aus. 52 Prozent favorisierten die Installation einer Wärmepumpe, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird.

Etwa zwei Drittel (64 Prozent) betrachten der Umfrage zufolge attraktive Förderbedingungen als einen wichtigen Anreiz für eine energetische Sanierung. 55 Prozent der Befragten wünschen sich demzufolge einfachere Förderangebote, um eine solche Sanierung vorzunehmen.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Und eine bayerische Gemeinde macht es angesichts der akuten Energiekrise vor, wie man bares Geld künftig sparen kann. Sie verzichtet einfach auf den beleuchteten Weihnachtsbaum. Ob das der Weihnachtsstimmung nicht einen Abbruch tut?

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