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710.000 Haushalte profitieren: Ampel plant dicken Heizkosten-Zuschuss

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Von: Ines Baur

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Klara Geywitz steht in einem gepflegten, modernen Hinterhof.
Wohnungsministerin Klara Geywitz (SPD) plant einen Heizkostenzuschuss für Bezieherinnen und Bezieher von Wohngeld. © Marcus Brandt/dpa

Die Preise für Energie, Öl und Gas klettern auf Rekordhöhen. Wer sparen muss, überlegt seine Heizung erst gar nicht aufzudrehen - oder fürchtet die Nachzahlung der Betriebskosten. Das soll ein Zuschuss verhindern.

Berlin - Bezieher von Wohngeld sollen im Winter nicht frieren müssen und auch keine schlaflosen Nächte ob der nächsten Betriebskostenabrechnung haben. Wohnungsministerin Klara Geywitz (SPD) plant Wohngeldbezieher mit einem Zuschuss zu unterstützen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde an Länder und Verbände geschickt.

Den einmaligen Zuschuss hatte die Ampel-Koalition beschlossen, nachdem die Heizkosten im letzten Herbst quasi explodiert waren. „Dadurch sollen Wohnen und Heizen bezahlbar bleiben und die Mehrkosten aus den kalten Wintermonaten aufgefangen werden“, heißt es laut Tagesschau in einem Eckpunktepapier des Ministeriums. Die angedachte Pauschale ist ein Teil des Wohngelds, das an Haushalte mit niedrigem Einkommen erhalten. 

Heizkostenzuschuss - 135 Euro für Singles, 175 Euro für Zwei-Personen-Haushalt

Ein Ein-Personen-Haushalt soll mit 135 Euro, ein Zwei-Personen-Haushalt mit 175 Euro unterstützt werden. Für jeden weiteren Mitbewohner sind weitere 35 Euro vorgesehen. Die Höhe des Zuschusses wurde laut Eckpunktepapier auf Grundlage von Simulationsrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln empirisch hergeleitet. Heizkosten der Wohngeldhaushalte aus dem Jahr 2020 seien mit den erwarteten Preissteigerungen fortgeschrieben worden.

Von dem einmaligen Zuschuss sollen rund 710.000 Haushalte profitieren. Voraussetzung für den Zuschuss ist, dass der Haushalt in der Heizphase zwischen Oktober 2021 und März 2022 mindestens einen Monat lang Wohngeld bezogen hat oder bezieht. Alles in allem soll die Hilfe den Bund rund 130 Millionen Euro kosten. 

Heizkostenzuschuss - Kritik von der Verbraucherzentrale

Kritik zum geplanten Heizkostenzuschuss kommt von der Verbraucherzentrale, die den geplanten Zuschuss für zu niedrig hält. Das Geld werde für viele Haushalte nicht ausreichen, um den starken Anstieg der Heizkosten auszugleichen, sagt Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, dem Handelsblatt. Es sei noch gar nicht klar, wie kalt der Winter und damit die Heizkostenrechnung werde. 

Heizkostenzuschuss-Entwurf Ende Januar im Kabinett

Klara Geywitz (SPD) kündigte an, dass der geplante Zuschuss im Sommer ausgezahlt werden soll. Bestenfalls bevor die Nebenkostenabrechnung in den Briefkästen landet. Mit dem Zuschuss wolle man laut Entwurf die zusätzliche Belastung abmildern, der Ende Januar im Kabinett beschlossen und dann über die Regierungsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden soll. Das Geld soll nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet werden.

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