Bayern wählt erneut Sonderweg

Das ändert sich im Mai bei Obi, Hornbach und Co.

Die Bundesnotbremse hat weitreichende Folgen für den Handel. Besonders streng sind die Regeln für Geschäfte über 800 Quadratmetern – und damit für Baumärkte.

München - Die deutschen Baumärkte zählen zu den Gewinnern der Corona-Krise: Obi, Hornbach und Co. setzten im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast 14 Prozent mehr um – insgesamt 22 Milliarden. Denn selten hatten die Menschen so viel Zeit, ihr Zuhause zu verschönern. Diesen Höhenflug könnte das neue Infektionsschutzgesetz nun abbremsen. Die Bundesnotbremse gilt künftig bundesweit ab einer Inzidenz von 100. Für Baumärkte in Bayern sind die Bestimmungen allerdings besonders streng.

Obi, Hornbach und Co.: Diese Regeln gelten im Mai

Die Bundesnotbremse trat bereits am 24. April in Kraft, doch aufgrund der steigenden Zahlen sind die Auswirkungen voraussichtlich im Mai deutlicher zu spüren als noch im April. An diesem Donnerstagmorgen etwa lag die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bei 154,9. Liegt eine Region drei Tage in Folge über der Inzidenz von 100, greift die Notbremse. Ein Ende ist erst in Sicht, wenn die Region fünf Tage lang unter dem Grenzwert liegt. 

Für Baumärkte besonders relevant ist die Verdopplung der Abstände zwischen den Kunden. Liegt die Inzidenz über der 100er-Marke, dürfen sich auf einer Fläche von 800 Quadratmetern 40 Personen aufhalten. Halb so viele wie zuvor. Ist die Ladenfläche größer als 800 Quadratmeter, darf pro 40 Quadratmeter ein weiterer Kunde eintreten. Die Filialen von Obi und Hornbach sind in der Regel deutlich größer. Um das Impfen und damit die Corona-Pandemie schneller einzudämmen, wird in Niedersachsen das Impfen durch Betriebsärzte getestet. Das berichtet kreiszeitung.de.*
 
Steigt die Inzidenz auf über 150, ist nur noch ein Abholen von zuvor bestellter Ware möglich. Um dieses sogenannte Click & Collect-System nutzen zu können, benötigen Heimwerker einen Termin und einen negativen Corona-Test. Die Möglichkeit von Click & Collect bis zu einem Inzidenzwert von 200 begrüßen Branchenkenner wie der Handelsverband HDE. Insgesamt bleibe die Bundesnotbremse aber zu pauschal, so der HDE weiter.

Obi- und Hornbach-Baumärkte in Bayern: Welche Sonderregeln gibt es im Freistaat?

Eigentlich sollte die Bundesnotbremse für eine Vereinheitlichung der Corona-Maßnahmen in Deutschland sorgen. Denn für die Bürger war es nicht immer leicht, den Überblick über die geltenden Regeln zu behalten. Trotzdem wählt Bayern den Sonderweg. Der ehemalige Kanzlerkandidat Markus Söder entschied, dass Geschäfte ab einer Inzidenz von 150 auch mit Termin nicht mehr besucht werden dürfen. Das schränkt Obi, Hornbach und Co. deutlicher ein als in anderen Bundesländern, denn dort gilt das Verbot erst ab einem Wert von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen. 

Baumärkte: Handelsverband erwartet Warteschlangen, besonders vor Feiertagen

Der Handelsverband HDE warnte wegen der Verdopplung der Abstände bereits vor langen Wartezeiten. Am Samstag war es vor Discountern und Supermärkten zu teils langen Warteschlangen gekommen. Um das zu vermeiden, lohnt es sich, stark frequentierte Einkaufszeiten zu meiden. Experten empfehlen, am späten Vormittag und frühen Nachmittag einkaufen zu gehen.

Besonders vor Feiertagen ist der Andrang groß. Es lohnt es sich also, einen Blick in den Kalender zu werfen und dann antizyklisch einkaufen zu gehen. Denn im Mai gibt es weitere gesetzliche Feiertage, die nicht auf einen Sonntag fallen: Der 13. Mai (Christi Himmelfahrt) und der 24. Mai (Pfingstmontag). Übrigens: Verbraucher können auch zu einem technischen Hilfsmittel greifen, um Warteschlangen in Geschäften zu vermeiden. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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