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Neuer Service bei Ikea soll Zeit sparen - doch es könnte auch nach hinten losgehen

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Von: Patrick Freiwah

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Ikea führt bis Ende 2022 in allen deutschen Filialen einen neuen digitalen Bezahlservice ein
Ikea führt bis Ende 2022 in allen deutschen Filialen einen neuen digitalen Bezahlservice ein. © Elmar Gubisch/Imago

Der Möbelriese Ikea ermöglicht eine neue Form des Einkaufs. Sie betrifft vor allem das Bezahlen an den Kassen und soll Zeit sparen. Doch trifft das auch die Kunden zu?

München - Seit geraumer Zeit lässt sich bei Filialen des Möbelriesen Ikea Zeit sparen, wenn Kunden ihre Einkäufe an der Selbstbedienungskasse einscannen, statt sich an einer Kasse mit Kassierer oder einer Kassiererin anzustellen.

Doch selbst an diesen Expresskassen entstehen manchmal Warteschlangen: Gerade an Samstagen oder den werktäglichen Stoßzeiten kommt es vor, dass Kunden an den SB-Kassen länger anstehen, weil das Aus- und Einladen sowie das Scannen die ein oder andere Minute in Beschlag nimmt.

Ikea führt neue Bezahlmethode „Shop & Go“ ein - So funktioniert das System

Bei einigen deutschen Standorten hat der schwedische Möbelriese mittlerweile ein neues Abrechnungssystem eingeführt, das in diesem Hinblick weiter Zeit sparen soll. Der Name lautet „Shop & Go“: Kunden scannen ihre Waren bereits während dem Einkaufen sukzessive selbst ein und scannen dann am Ende an der SB-Kasse einmal noch den kompletten Warenkorb ein, zum Bezahlen.

Um das digitale Einkaufen in den Ikea-Häusern durchführen zu können, muss zuvor die Ikea-App auf das Smartphone geladen und die Shoppingtour mittels QR-Code aktiviert werden. Wie es auch online der Fall ist, werden dem Warenkorb dann beliebige Artikel hinzugefügt - nur geschieht das per Handy statt per Mausklick.

Ist man dann fertig mit dem Einkaufen, wird vor dem Bezahlen an der Selbstscan-Kasse ein neuer QR-Code generiert, der dann eingescannt wird. Ein Nutzen der Anwendung für Verbraucher besteht darin, dass nach dem Hinzufügen der Waren die Kosten verglichen werden können - und geprüft, ob es sich tatsächlich um den ausgezeichneten Preis handelt. Auch die Gefahr, dass beim Bezahlen an der Kasse plötzlich der Schock droht, könnte sich mit dem neuen System verringern.

Darüber hinaus könnten Ikea-Kunden 2022 enorme Preiserhöhungen drohen, denn die Holzpreise sind merklich gestiegen:

Einkaufen bei Ikea: Bringt die Umstellung wirklich die erhoffte Zeitersparnis?

Im Lauf des Jahres 2022 soll bei allen Ikea-Filialen in Deutschland die Bezahlmethode „Shop & Go“ möglich sein. Ob es durch das neue System jedoch wirklich zur Zeitersparnis kommt, ist zumindest fragwürdig: Zwar verbringen Kunden dann weniger Zeit beim Einscannen und sparen sich das Ausladen an der Expresskasse. Dafür muss nach jedem Artikel, der im Warenkorb landet, das Smartphone gezückt und ein Scan durchgeführt werden.

Für die Möbelkette selbst könnte der positive Nutzen darin bestehen, dass die Abrechnung weiter digitalisiert wird - und Personalkosten verringert. Ohnehin testen weltweit mehrere Handelsketten völlig neue Shoppingkonzepte, welche das Einkaufen auch in Deutschland schon bald komplett verändern könnten. (PF)

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