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Ausnahmezustand in Italien: Dürre bedroht Landwirte – Parmesan in Gefahr

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Von: Anna Lorenz

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Italien erlebt die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Die Wasserknappheit lässt die Landwirte bangen und wirkt sich wohl bald auch auf die Produktion beliebter Lebensmittel aus der Po-Ebene aus.

Rom – Die italienische Regierung hat nun aufgrund der anhaltenden Dürre den Ausnahmezustand für die Regionen Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Lombardei, Piemont und Venetien ausgerufen. Obwohl den betroffenen Regionen laut Nachrichtenagentur AFP 36,5 Millionen Euro im Kampf gegen die Wasserknappheit zur Verfügung gestellt werden, bangen Landwirte um ihr Vieh.

Dürre in Italien: Wasserknappheit bedroht Landwirtschaft – „Wir sehen schwarz“

Während der Gardasee wegen der Wassernot bereits teilweise abgepumpt wird, stellt die Dürre in der landwirtschaftlich wichtigen Po-Ebene in Norditalien Landwirte vor große Probleme. Wie Coldiretti, der größte Bauernverband des Landes, mitteilt, bedroht die Trockenheit mehr als 30 Prozent der landesweiten Agrarproduktion und die Hälfte der Viehzucht in der Po-Ebene. „Ich bin normalerweise nie pessimistisch oder ein Schwarzseher, aber jetzt sehen wir schwarz“, sagte Massimiliano Fazzini, der Leiter des Climate Risk Department der Italian Society of Environmental Geology (SIGEA), dem US-amerikanischen Fernsehsender CNN. „Die Situation ist kritisch und kann nur noch schlimmer werden.“

„Extreme Krise“: Produktion von Parmesan in Gefahr– Dürre macht Landwirten große Sorgen

Die Dürre bereitet gleich auf zwei Arten Probleme. Fehlender Regen, Schnee und der viele Sonnenschein provozierten eine maximale Katastrophe, so Ada Giorgi von Parmegiano Reggiano bei CNN. Die gegenwärtige „extreme Krise“ sei „viel, viel schlimmer“ als die Lage im Jahr 2003, als der Po zuletzt Niedrigwasser führte. Das Wasser fehlt nicht nur auf den Feldern, sondern auch in den Trinkbecken des Viehs.

Wie Milchbauer Simone Minelli in dem Fernsehbeitrag zu Bedenken gibt, sind jeweils zwischen 100 und 150 Liter Wasser pro Tag und Kuh nötig, damit die Milch zu hochwertigem Parmesan verarbeitet werden kann. Ist allerdings weder Wasser vorhanden, noch, von den Feldern kommendes Futter, sieht es düster aus für seine 300-köpfige Herde, die dann „reduziert“ werden müsse. Bei unzureichender Hydration sind die Viehbestände für die Produktion der beliebten italienischen Spezialität nicht schwerlich geeignet – insofern könnte der „echte“ Parmesan mit dem DOP-Siegel alsbald Mangelware werden. (askl)

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