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Kaffeepreis explodiert: Woran das liegt - und zwei Tipps für Sparfüchse

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Von: Anna Lehmer

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Kaffeeröster prüft frisch geröstete Kaffeebohnen in Bangkok (Symbolfoto)
Frisch gerösteter Kaffee muntert viele Menschen morgens auf. Starke Preiserhöhungen dürfte die Laune jedoch trüben. © IMAGO / Cavan Images

Die Kaffeepreise explodieren derzeit am Weltmarkt, Steigerungen um 100 Prozent wurden verzeichnet. Dennoch müssen Verbraucher nicht auf das Heißgetränk verzichten.

München - Kaffee liegt seit Jahrzehnten im Trend. Ob Espresso, Milchkaffee oder White Chocolate Mocha: Kaum ein anderes Getränk ist so wandelbar und beliebt wie das schwarze Gold. Nicht nur die verschiedenen Kreationen nehmen jährlich zu, auch die Preise explodieren. Im November 2021 erreichten die Kaffeepreise am internationalen Markt ein 10-Jahres-Hoch, das Pfund wurde Anfang Dezember auf 2,50 US-Dollar notiert. Am stärksten schoss der Preis für brasilianische Naturprodukte in die Höhe, im Vergleich zum Vorjahr hat sich dieser mehr als verdoppelt und stieg um 105,7 %. Liebhaber des edlen Heißgetränks müssen dennoch nicht auf den morgendlichen Koffeinkick verzichten, denn ein altbewährter Trick kann das Portemonnaie schonen.

Kaffeepreise auf Höhenflug: 2021 löst Niedrigpreis-Jahre ab

Laut Statistiken trinkt der deutsche Verbraucher fast 170 Liter Kaffee pro Kopf und Jahr. Kaffee ist somit eines der beliebtesten Getränke in Deutschland, doch gleichzeitig ist es auch eines der teuersten. Weltweit werden zwei Bohnenarten oder Kaffeegruppen angebaut, Robusta und Coffea Arabica. Zu den wichtigsten Anbaugebieten zählen die südamerikanischen Staaten Brasilien und Kolumbien, auch Indonesien und Vietnam nehmen an Bedeutung zu. Durch die Ausweitung der Produktion wurde die Kaffee-Ernte in den letzten Jahren stetig gesteigert, wodurch der Preis nach unten gedrückt wurde. Im Kaffeejahr 2021/22 folgte dann der Marktschock: Die Preise explodierten nach vier vorangegangen Niedrigpreis-Jahren.

Kaffee so teuer wie vor 10 Jahren: Anbauländer leiden unter Frost und Dürre

Als Grund für den Höhenflug der Preise nennt statista weitreichende Ernteausfälle in Ländern wie Brasilien und Kolumbien, bedingt durch Frost und zu trockenem Wetter. Politische Unruhen, hohe Transportkosten und die Auswirkungen der Coronapandemie tun ihr Übriges. Noch dazu herrschen derzeit weltweite und branchenübergreifende Lieferengpässe, die die braunen Bohnen stark verknappen. Das Angebot sank, die globale Nachfrage stieg und der Preis ging zwangsweise nach oben. Laut International Coffee Organization (ICO) wurden somit im November 2021 für ein Pfund Kaffee knapp 1,95 US-Dollar notiert. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 1,07 US-Dollar. Nur 2011 war der Handelsreis noch höher: 3,50 US-Dollar das Pfund machte die Bohnen zum wahren Luxusgut.

Einzelhandel zieht Preise an: Arabica-Bohnenkaffee teurer

Für Verbraucher bedeutet das eine erneute Belastung des nach Weihnachten ohnehin geschmälerten Geldbeutels. Laut Focus online sei es durchaus möglich, dass auch die Supermärkte die Preise für Kaffee anziehen. Vor Ostern würde allerdings keine weitere Preisrunde stattfinden, versicherte ein Tchibo-Insider dem Nachrichtenportal. Die Handelspreise, zu denen der Einzelhandel die Kaffeebohnen derzeit bezieht, stünden schon seit Längerem fest. Dennoch sei der Preis für Arabica-Bohnenkaffee Ende 2021 angehoben worden, was auch Auswirkungen auf die Supermärkte gehabt hätte.

Verbrauchertipps gegen erhöhte Preise

Das Jahr startet somit mit düsteren Aussichten für die Kaffeeliebhaber, doch völlig wehrlos bleibt der Verbraucher nicht zurück. Wie bei all den anderen Produkten und Dienstleistungen ist es ratsam, Preisvergleiche anzustellen. Online-Vergleichsportale ermöglichen es den Konsumenten, den niedrigsten Preis für Strom, Gas und Benzin einzuheimsen. Für Lebensmittel empfiehlt sich das klassische Werbeprospekt von Aldi, Lidl, Norma und Co. Ein intensives Durchblättern vor dem wöchentlichen Einkauf kann gerade in Zeiten einer Inflation den ein oder anderen Euro sparen. Als alter Trick gilt auch das Schreiben eines Einkaufszettels. Dieser hat nicht nur den Vorteil, nichts zu vergessen, sondern kann auch als Motivation dienen. Verbraucher sollten nur das in den Einkaufswagen legen, was auf dem Zettel steht. So können nicht benötigte Produkte umgangen und unnötige Ausgaben vermieden werden.

Die derzeit steigenden Preise sind auch auf die Inflation zurückzuführen. Diese erzielte im Euroraum den Rekordwert von 5,0 Prozent. Auch Rewe-Chef Lionel Souque hat üble Befürchtungen: Lieferengpässe und Preisexplosionen im Jahr 2022 bereiten ihm Sorgen. (ale)

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