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Keime im Trinkwasser: Wasserhahn besser länger laufen lassen

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Von: Lena Zschirpe

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Das Trinkwasser in Deutschland ist eigentlich unbedenklich. Doch sogenannte Legionellen kommen immer wieder vor. So schützt man sich vor ihnen.

Dortmund – Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist in fast allen Regionen sehr gut. Nur sehr selten werden laut Umweltbundesamt Mikroorganismen darin gefunden, die gesundheitlich bedenklich wären. Doch Legionellen bilden einen Sonderfall, bei dem Verbraucher aufmerksam sein sollten, wie RUHR24 berichtet.

BakterienLegionellen
FamilieLegionellaceae
KlasseGammaproteobacteria

Trinkwasser aus dem Hahn nicht immer unbedenklich: Keime machen sich breit

Was sind Legionellen? Bei den Bakterien handelt es sich potenziell um Krankheitserreger, die Lungenentzündungen mit Husten, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber und ein grundsätzliches Krankheitsgefühl auslösen können. Sogar Verwirrtzustände sind laut Öko-Test möglich.

Bei diesen Symptomen, ausgelöst durch die Keime, spricht man auch von der Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie. Diese ist bei korrekter Behandlung zwar gut heilbar, bei falscher Behandlung kann sich vor allem die Lungenentzündung aber auch verkomplizieren. Auch das Pontiac-Fieber wird durch Legionellen ausgelöst (mehr Warnungen bei RUHR24 lesen).

Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad. Gerade dann, wenn das Wasser steht, haben die Keime leichtes Spiel und es kann zu einer erhöhten Konzentration kommen. Ist das Wasser belastet, kann man sich schon beim Duschen oder Hände waschen anstecken, etwa indem Wassertröpfchen eingeatmet werden. Legionellen könnten sich auch in der Trinkflasche halten.

Legionellen im Trinkwasser: Das gilt es beim Wasserhahn zu beachten

Das Gute ist: Um Legionellen zu vermeiden, gibt es einfache Tipps. Wer die Wasserhähne nicht lange genug aufdreht, sollte diese Gewohnheit schnellstens ablegen. Vor dem Trinken oder Duschen darf das Wasser ruhig ein wenig laufen. Denn in den Leitungen könnten sich Bakterien verbreitet haben.

Vor allem nach einer längeren Reise oder einem Urlaub, ist dieser Schritt wichtig. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) empfiehlt, nach einem Urlaub einmal alle Wasserhähne im Haushalt aufzudrehen und durchlaufen zu lassen. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus würde es reichen, etwa zehn Liter Wasser ablaufen zu lassen, um das Wasser auszutauschen. Auch Eis kann im Sommer zur Keim-Schleuder werden.

Wasser Wasserhahn
Wer im Urlaub war, sollte das Wasser erstmal laufen lassen. ©  Yay Images/penofoto/Imago

Wasser ablaufen lassen wegen Legionellen: Ein Tipp kann vorbeugen

Damit es gar nicht erst zur Verbreitung der Legionellen kommt, kann schon während des Urlaubs ein Tipp helfen. Freunde, Verwandte oder Nachbarn, die in Abwesenheit die Pflanzen gießen, können das Wasser dafür an einer Zapfstelle abfüllen, die weit von der Hauptversorgung entfernt liegt.

Laut Öko-Test wird das Wasser dadurch immer wieder in den Leitungen bewegt, das Wachstum der Legionellen wird damit unterbunden. Ein Beispiel für so eine Zapfstelle kann bei einem Einfamilienhaus etwa ein Badezimmer im obersten Stockwerk sein.

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