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Sie wollen nachhaltig konsumieren? Viele Firmen flunkern laut Studie beim Klimaschutz

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Von: Franziska Schwarz

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Autowrack im Outback. Australien leidet massiv unter der Klimaerwärmung.
Die größten Konzerne der Welt haben noch einen gewissen Weg bis zur Nachhaltigkeit vor sich. © IMAGO/McPHOTO/B. Leitner

„Klimaneutral“ klingt für Verbraucher und Verbraucherinnen gut. Eine neue Analyse kommt aber zu dem Schluss: Die Lieblings-Unternehmen halten ihre hehren Versprechen nicht ein.

Berlin - Den Klimaschutz-Versprechen von 25 der größten Unternehmen weltweit kann man überwiegend nicht glauben. In Wirklichkeit würden die Pläne ihren Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um durchschnittlich 40 Prozent und nicht um 100 Prozent verringern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am 7. Februar 2022 das „New Climate Institute“ in Zusammenarbeit mit „Carbon Market Watch“ veröffentlicht hat.

Begriffe wie „Netto-Null“ und „klimaneutral“ suggerierten diesen Klimaschutz allerdings. Nur die Netto-Null-Zusage einer Firma bekam die Bewertung „angemessene Integrität“. Drei schnitten mit „mäßig“ ab, zehn mit „gering“, und den restlichen zwölf wurde „sehr geringe“ Integrität bescheinigt.

Hauptautor Thomas Day bilanzierte, den ehrgeizig klingenden Versprechen fehle es allzu oft an echter Substanz. Dies könne sowohl Verbraucher als auch Regulierungsbehörden „in die Irre führen“.

Klimaschutz-Versprechen: Integrität bei Apple, Ikea und VW laut Studie nur „mäßig“

Der Studie zufolge werden sich 24 von 25 Unternehmen wahrscheinlich auf Kompensationsgutschriften unterschiedlicher Qualität verlassen. So setzten etwa zwei Drittel auf Wälder und andere natürliche Kohlenstoffspeicher, die aber etwa durch einen Waldbrand leicht rückgängig gemacht werden könnten.

An der Spitze liegt der Studie zufolge der dänische Logistikkonzern Maersk mit einer „angemessenen Integrität“ - gefolgt von Apple, Sony und Vodafone mit „mäßiger“ Integrität. Weiter kommt die Analyse zu dem Schluss, dass die Zusagen folgenden Unternehmen von „geringer Integrität“ seien:

Das Urteil „sehr geringe Integrität“ erhalten diese Konzern:

Greenwashing-Studie 2022: Google reagiert und macht 2030-Versprechen

Google erklärte laut dpa, man mache die Klima-Selbstverpflichtungen transparent und berichte regelmäßig über Fortschritte. „Wir sind uns seit langem bewusst, dass die betriebliche CO2-Neutralität durch 100 Prozent erneuerbare Energien sowie hochwertige Carbon-Offsets nur ein Schritt auf unserem Weg zur Nachhaltigkeit ist.“ Ziel sei, bis 2030 an allen Standorten und Anlagen und über die gesamte Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Der Experte Gilles Dufrasne pochte auf strengere Regeln. „Wir brauchen Regierungen und Regulierungsbehörden, die diesem Greenwashing-Trend ein Ende setzen“, sagte er. Vage Zielvorgaben könnten schlimmer sein als nichts zu tun, wenn sie die Öffentlichkeit in die Irre führten.

Auf der jüngsten Weltklimakonferenz in Glasgow - welche die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg übrigens ein „PR-Event“ nannte - hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres gefordert, dass jedes Land, jede Stadt, jede Firma und jede Finanzinstitution „radikal, glaubwürdig und nachvollziehbar“ ihre Emissionen runterfahren und ihre Portfolios entsprechend bereinigen müsse - „und zwar ab jetzt“. Anders sei das gemeinsame Ziel nicht zu erreichen, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad zu begrenzen. (frs/dpa)

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